Gefährliche Blutvergiftung

Der Welt-Sepsis-Tag findet jährlich am 13. September statt, um auf die Missstände in den verschieden Bereichen der Sepsis-Prävention, -Diagnostik, -Therapie und -Rehabilitation aufmerksam zu machen.

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5 min
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13.09.2020
Video verfügbar bis 14.09.2021

Bei einer Blutvergiftung (Sepsis) handelt es sich um eine Infektion, die trotz aller Fortschritte der modernen Medizin wie Antibiotika, Intensivmedizin oder Impfungen auftreten kann.

Was ist eine Blutvergiftung?

Eine Blutvergiftung ist keine Vergiftung im eigentlichen Sinn, sondern eine Reaktion des körpereigenen Immunsystems auf eingedrungene Erreger, die wiederum das eigene Gewebe oder die eigenen Organe massiv schädigen kann. Diese Sepsis kann zum Schock, zu Multiorganversagen und in der Folge zum Tod führen. Ein schnelles Erkennen der Symptome und eine rechtzeitige (fast immer stationäre) Behandlung sind in vielen Fällen von großer Bedeutung. Die Blutvergiftung ist die häufigste Todesursache in Folge von Infektionen und stellt in Deutschland die dritthäufigste (ca. 70.000 Menschen im Jahr) Todesursache dar.

Ursachen

Eine Blutvergiftung kann in Folge einer äußerlich sichtbaren entzündeten, und somit infizierten, Wunde entstehen. Zum Beispiel in Folge eines Insektenstichs, einer Verbrennung oder durch den Tritt in eine Glasscherbe.

Anders als Laien oft glauben, entsteht eine Sepsis aber auch häufig im Körper. Die Ursache kann dann zum Beispiel eine Lungenentzündung, eine Hirnhautentzündung, ein Durchbruch (Perforation) des Darms oder auch ein Harnwegsinfekt sein. Die Infektion wird meist durch Bakterien oder Viren hervorgerufen. Seltener resultiert eine Sepsis aus einer Ansteckung verursacht durch Pilze oder Parasiten. Im Normalfall gelingt es unserem Immunsystem, eine durch solche Erreger verursachte Entzündung direkt am Infektionsherd einzudämmen. Wenn sich die Erreger allerdings über das Lymph- und Blutgefäßsystem in Organen ausbreiten, kann das Immunsystem auf diese “Überschwemmung“ mit einer großen Menge an Bakterien, Viren oder Pilzen mit einer entsprechenden “Überschwemmung“ durch Botenstoffe zur Immunantwort reagieren. Durch diese Überaktivierung werden nicht nur die Erreger, sondern auch körpereigene Zellen und Organe angegriffen. Die Folge kann dann ein septischer Schock sein, bei dem lebenswichtige Organe ihre Funktion einstellen.

Symptome

Die Beschwerden einer Sepsis sind sehr unspezifisch. Oft wird die Erkrankung deshalb auch anfangs mit einer Grippe oder Erkältung verwechselt. Mögliche erste Warnzeichen, die auch ein Hinweis auf eine Blutvergiftung sein können, sind Fieber, Schüttelfrost, starke Schmerzen in unterschiedlichen Organen oder an verschiedenen Bereichen des Körpers, ein starkes Krankheitsgefühl, Verwirrtheit, eine schnelle Atmung oder fleckige Haut an den Armen und / oder den Beinen.

Daher sollte man bei Anzeichen einer Infektion im oder am Körper (zum Beispiel auf der Haut oder in der Lunge oder den Harnwegen) auch immer die Möglichkeit einer parallel aufgetretenen Blutvergiftung in Betracht ziehen und generell medizinische Hilfe in Anspruch nehmen. Die weit verbreitete Vorstellung vom “äußerlichen roten Strich“ ist übrigens kein zwingendes Anzeichen einer Sepsis, sondern das Anzeichen der Entzündung einer Lymphbahn, die zu einer Sepsis führen kann, aber nicht muss.

Diagnose und Therapie

Blut wird am Arm abgenommen
Immer mehr Schwangerschaftsfrühtests sorgen für Verunsicherung.
Quelle: dpa

Bei einer Sepsis handelt es sich um einen medizinischen Notfall, bei dem sofort ärztliche Hilfe notwendig wird. Sie muss fast immer im Krankenhaus behandelt werden, in schweren Fällen auf der Intensivstation. Zunächst wird Blut abgenommen, um den auslösenden Erreger zu bestimmen. Weitere Blutwerte können Aufschluss über die Funktionsfähigkeit lebenswichtiger Organe und des Herz-Kreislauf-Systems geben. Da es mehrere Tage dauern kann, bis aufschlussreiche Ergebnisse vorliegen, wird in der Regel sofort ein Breitband-Antibiotikum per Infusion verabreicht.

Zusätzlich soll Flüssigkeit helfen, den Kreislauf zu stabilisieren Wichtig ist außerdem die Messung der Sauerstoffsättigung im Blut. Zeitgleich werden diverse Parameter, wie zum Beispiel der Blutdruck und die Herzfunktion überwacht und gegebenenfalls gezielter medikamentös beeinflusst.

Prävention

Bei einer Sepsis handelt es sich um die schwerste Form der Komplikation einer Infektion, die verschiedene weitreichende Konsequenzen für die Gesundheit haben kann. Man kann sich zwar nicht direkt vor einer Blutvergiftung schützen, aber zumindest vor einigen Infektionen.

Einige Maßnahmen, die helfen können, das Risiko einer Sepsis zu senken sind:  Aufmerksamkeit, Hygienemaßnahmen und eine frühzeitige ärztliche Behandlung bei Infektionen. Verordnete Antibiotika müssen sachgemäß eingenommen und chronische Krankheiten konsequent behandelt werden. Eine gesunde Ernährung und regelmäßige Impfungen können zudem helfen, das Risiko einer Infektion und somit einer daraus resultierenden Blutvergiftung zu senken.

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