Gefahren der Höhenkrankheit

Was Sie beim Aufstieg in luftige Höhen beachten sollten

Verbraucher | Volle Kanne - Gefahren der Höhenkrankheit

Wer im Gebirge zu schnell zu hoch hinaus will, riskiert die Gesundheit: Der niedrige Luftdruck und der damit einhergehende Sauerstoffmangel können schwere körperliche Folgen haben.

Beitragslänge:
4 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 23.12.2016, 14:00

Die Luft, die wir atmen, setzt sich etwa aus 78 Prozent Stickstoff und 21 Prozent Sauerstoff zusammen. Andere Gase und Stoffe machen gerade mal ein Prozent aus. Doch mit steigender Höhe nimmt der Luftdruck kontinuierlich ab und damit auch der Sauerstoffpartialdruck. Schon auf 3000 Meter hat der  Körper nur noch Dreiviertel, auf 5000 Meter nur noch die Hälfte und in 7200 Meter schließlich ein Drittel des Sauerstoffes zur Verfügung. Das ist die sogenannte Todeszone.

In der Höhe steigen die Atemfrequenz und der Pulsschlag, denn der Körper versucht, die  mangelnde Sauerstoff-Versorgung auszugleichen. Man braucht jedoch Zeit, sich an die veränderten Luftverhältnisse anzupassen, sich zu akklimatisieren. Nach einer ausreichenden Anpassungszeit erhöht sich die Anzahl der roten Blutkörperchen in unserem Blut, die den Sauerstoff ins Gewebe transportieren. Gibt man seinem Körper diese Zeit nicht, droht die Höhenkrankheit. Nicht nur im Himalaya, auch in den flacheren Alpen, beispielsweise am Mont Blanc, kann man höhenkrank werden. Der Hauptauslöser der Höhenkrankheit ist in fast allen Fällen der zu schnelle Aufstieg.

Die Akute Bergkrankheit

Sie ist die mildeste Form der Höhenkrankheit und kann schon ab einer Höhe von 2500 Metern auftreten. Entscheidend dabei ist, wie lange man sich in dieser Höhe aufhält, das heißt, ob man dort übernachtet. Man spricht dabei von der kritischen Schlafhöhe.

Die akute Bergkrankheit kann prinzipiell jeden treffen und hat nichts mit der körperlichen Verfassung zu tun. Ihre Symptome sind leichter Schwindel und Übelkeit, man fühlt sich „verkatert“. Bei diesen Anzeichen sollte man nicht weiter aufsteigen, sondern ein bis zwei Ruhetage einlegen, bis die Anzeichen verschwunden sind. Erst dann kann man in höhere Gebiete aufsteigen. Werden diese Hinweise nicht beachtet, kann es zu weitaus gefährlicheren Formen der Höhenkrankheit kommen.

Das Höhenlungenödem

Beim Höhenlungenödem tritt Flüssigkeit aus den Gefäßen der Lunge in die Lungenbläschen ein. Es sammelt sich Blutflüssigkeit in der Lunge, was lebensgefährliche Folgen haben kann. Die ersten Symptome sind oft eine verminderte Leistungsfähigkeit, die sich die Betroffenen zunächst mit Herz-Kreislaufproblemen erklären. Oft werden die Anzeichen auch zunächst für eine Bronchitis gehalten. Später kommen rasselnde Atmung und eventuell ein brauner Auswurf hinzu. Der Betroffene muss so schnell wie möglich in tiefergelegene Regionen abtransportiert werden, sonst droht der Erstickungstod.

Das Höhenhirnödem ist eine tödlich verlaufende Form der Höhenkrankheit. Das Gehirn schwillt so stark an, dass die lebenswichtigen Zentren im Hirnstamm zusammengedrückt werden. Man hört auf zu atmen und der Kreislauf bricht zusammen. Die Anzeichen sind Erbrechen, starke Kopfschmerzen, später folgen Gleichgewichtsstörungen. Die einzige Rettung ist eine sofortige Sauerstoffgabe über eine Sauerstoffflasche oder einen Überdrucksack, der ständig per Handpumpe belüftet werden muss, damit der Patient nicht an seinem ausgeatmeten Kohlendioxyd erstickt. Mit einem Medikament kann die Hirnschwellung behandelt werden. Dann muss der Abstieg oder der Transport in niedrigere Regionen erfolgen,  sonst  stirbt der Patient innerhalb von  24 bis 48 Stunden.

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