Enten in Gefahr

So unterstützen sie das wilde Federvieh

Wer die Wochenenden bei schönem Wetter im Park oder am See verbringt, wird meist von Enten belagert, die auf Futter hoffen. Doch gerade nahrhaftes Brot ist für das wilde Federvieh gefährlich. Was Sie über Enten wissen sollten, verrät Tierexpertin Valentina Kurscheid.

Enten können in Parkanlagen auf der Suche nach Futter schon einmal aufdringlich werden. Doch wirklich gefährlich sind sie deshalb nicht. Aufpassen sollte man allerdings beim Kot der Tiere, denn dieser kann bakterielle Krankheiten übertragen. „Gewässer, auf denen sich sehr viele Enten aufhalten, können von erhöhter Bakterienkonzentration betroffen sein. Hier können Menschen natürlich Krankheiten aufgeschnappen“, weiß Valentina Kurscheid. Badeseen werden allerdings von den Gesundheitsbehörden regelmäßig überprüft, beruhigt die Tierexpertin

Enten sondern zudem über ihren Bürzel Fett ab, das sie mit Hilfe ihres Schnabels auf dem Gefieder verteilen. Durch die Häufigkeit des Einfettens sind sie vor Unterkühlung und Nässe gut geschützt. Für den Menschen ist das aber vollkommen ungefährlich.

Füttern verboten

Gerade Kinder füttern im Park gerne Enten und werfen Brotstücke ins Gewässer. Doch Vorsicht: Das Füttern bedeutet für die Tiere langfristig nur Nachteile und Gefahren. Durch das Zufüttern vermehren sich Enten übermäßig. Dadurch verdrängen sie zum einen seltenere Arten. Zum anderen ist die Krankheitsanfälligkeit stark erhöht, weil Futterreste im Wasser verderben, große Mengen von Kot ins Wasser geraten und die Enge auch psychischen Stress bei den Tieren verursacht. Zudem können unerwünschte Tiere wie Ratten von Essensresten angelockt werden.

Im Garten brüten

Im Herbst beginnt bereits die Balz. Die Befruchtung findet allerdings erst in der Zeit von Februar bis März statt. Auch dann erst erfolgt die Nestsuche – durch beide Partner, wobei das Weibchen die Führung übernimmt. „Die Eiablage beginnt dann circa Ende März. Das ist aber auch temperaturabhängig“, erklärt die Tierexpertin. Circa sieben bis 14 Eier können Enten legen. Die Brutzeit dauert in etwa drei bis vier Wochen. Gefüttert werden die kleinen Küken übrigens nicht. Die Mutter schwimmt mit ihren Kindern zu Plätzen, die ihr als futterergiebig bekannt sind. Mit acht Wochen können die Kleinen dann fliegen.

Versucht eine Entenmutter im heimischen Garten zu brüten, sollte man sie nicht verscheuchen. Unterbinden kann man die Brut im Garten aber, wenn das Brüten eine Störung darstellt oder die Brut für die Enten gefährlich ist, zum Beispiel durch Brut auf dem Balkon oder am Straßenrand. Wer sich im Umgang mit freilebenden Tieren unsicher ist, sollte Kontakt mit einem örtlichen Naturschutzverband aufnehmen.

Küken auf Wanderschaft

Entenküken schwimmt
Entenküken werden von ihrer Mutter nicht gefüttert.

Enten mit Küken, die auf der Wanderschaft zu einem See oder Teich sind, sollte man behilflich sein, wenn sie Gefahren wie eine befahrene Straße oder Kellerschächte überwinden müssen. Geholfen werden darf auch, wenn Küken den Brutplatz, beispielsweise in einem Innenhof, nicht aus eigener Kraft verlassen können. In diesen Fällen kann auch wieder ein örtlicher Naturschutzbund helfen. Die Experten können die Küken einfangen und an einem geeigneten Gewässer aussetzen.

Irrt ein Küken alleine herum, sollte man zunächst die Situation beobachten. „Es schreit sehr laut, und meist wird seine Mutter dann aufmerksam und findet das Kleine wieder“, weiß Valentina Kurscheid. Falls ein Küken allerdings tatsächlich verwaist sei, könne nur eine Aufzucht durch den Menschen helfen, rät die Tierexpertin. Hierzu ist jedoch ein sehr großer Aufwand nötig – mit ständiger Betreuung, Bereitstellung einer Wärmequelle, ausreichend Auslauf und einem kleinen Gewässer.

Feinde der Ente

Vor allem kleine Küken sind durch natürliche Feinde bedroht. Greifvögel, Ratten, Marder, Katzen oder Füchse gehören dazu. Aber auch im Wasser muss die Ente aufpassen: Hier können Hecht und Wels von unten zuschnappen. Doch auch Autos stellen eine große Gefahr dar. „Wenn eine Entenmutter mit ihren Küken die Fahrbahn überquert, bleibt so manches Küken der Reihe auf der Strecke“, berichtet Tierexpertin Kurscheid.

Beim Fund eines verletzten Vogels sollte am besten Kontakt zu den örtlichen Vertretern von Naturschutzverbänden oder dem Ordnungsamt aufgenommen werden. Hier können oft Tierärzte in der Umgebung genannt werden, die auch Wildtiere behandeln. „Zu transportieren sind Vögel am besten in einem ausgepolsterten, geschlossenen Karton“, empfiehlt Kurscheid. Am besten fasst man das verletzte Tier nur mit Handschuhen an.

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