Allzeit im Einsatz

Schichtdienste können krank machen

Verbraucher | Volle Kanne - Allzeit im Einsatz

Studien belegen: Schlafmangel kann zu ernsten neurologischen Krankheiten führen. Gerade Schichtarbeiter wie Krankenschwester Lydia müssen deswegen aufpassen. "Volle Kanne" hat sie begleitet.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 11.10.2017, 14:00

Früh, Spät, Nacht: Menschen, die im Schichtdienst arbeiten, sind besonderen Belastungen ausgesetzt. Der wechselnde Arbeits- und Lebensrhythmus beeinträchtigt das Privatleben und vielfach auch die Gesundheit. Wer einige Tipps beherzigt, kommt entspannter und gesünder durch den Schicht-Alltag.

Einer von fünf Berufstätigen in Europa arbeitet in Schichtarbeit. Viele Schichtarbeiter leiden unter Schlafstörungen, aber auch Adipositas, Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Verdauungsprobleme sind typische Erkrankungen.

Einige dieser Gesundheitsprobleme können auf die unregelmäßige Ernährung der Schichtarbeiter zurückgeführt werden. Aufgrund der sozialen Isolation leiden Schichtarbeiter auch häufiger unter Depressionen.

Den Rhythmus finden

Auch wenn der Rhythmus durch den Schichtdienst durcheinandergebracht ist, sollte man im Rahmen der Möglichkeiten regelmäßige Schlafphasen fest einplanen: Sorgen Sie dafür, dass Sie eine Hauptschlafphase von mindestens vier Stunden haben. Vereinbaren Sie tagsüber keine Termine, die Ihre Tag-Schlafphasen einschränken oder durcheinanderbringen. Verzichten Sie auf Kaffee, Alkohol und Schlafmittel. Nach der letzten Nachtschicht sollten Sie so schnell wie möglich wieder zum normalen Tag-Nacht-Rhythmus übergehen.

Die Einteilung der Schichten sollte möglichst nach arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen erfolgen, damit sich die Belastung in Grenzen hält. Demnach sollte ein Mitarbeiter nicht mehr als zwei bis drei Nächte hintereinander eingesetzt werden. Bei Wechselschichten ist eine Abfolge von früh nach spät (Frühdienst – Spätdienst – Nachtdienst) sinnvoll, um den Rhythmus nicht durch ungünstige Schichtwechsel zusätzlich zu belasten. Freizeitblöcke sollten möglichst aufs Wochenende gelegt werden.

Leicht und regelmäßig essen

Wichtig ist auch regelmäßiges Essen. Planen Sie mindestens drei – besser sogar fünf kleine – Mahlzeiten ein. Auch wenn man hungrig von der Schicht kommt: Vor dem Schlafen sollte man keine schweren Mahlzeiten mehr verdrücken. Achten Sie außerdem darauf, ausreichend zu trinken. Essen Sie nach Möglichkeit in Gesellschaft: sowohl in den Schichtpausen auf der Arbeit (zum Beispiel mit Kollegen im Pausenraum) als auch zu Hause (gemeinsam mit der Familie statt alleine vor dem Fernseher).

Vor der Nachtschicht empfiehlt sich ein leichtes Abendessen, vor dem biologischen Leistungstief zwischen Mitternacht und 1 Uhr sollte man nochmals eine leichte warme Mahlzeit zu sich nehmen. Die Hauptmahlzeit isst der Nachtarbeiter am besten nach dem Tagschlaf.

Bewegung ist wichtig

Gegenlichtaufnahme Frau beim Joggen
Bewegung an der frischen Luft tut gut. Quelle: imago

Gerade wer unregelmäßig arbeitet, sollte auf körperliche Bewegung nicht verzichten. Dass bei wechselnden Arbeitszeiten kein regelmäßiger Sportkurs besucht werden kann, sollten Sie nicht als Ausrede vorschieben. Die meisten Fitnessstudios bieten lange Öffnungszeiten, mit denen auch Schichtarbeiter problemlos zurechtkommen.

Wer sich lieber mit anderen zusammentut, sucht sich die Sportpartner am besten gleich in der gemeinsamen Schicht. Doch es muss nicht immer Sport sein: Auch Gartenarbeit ist Bewegung.

Zeit für Freunde und Familie

Bei der Planung von Freizeitaktivitäten müssen Schichtdienstler Kompromisse eingehen. Diese soziale Komponente bedeutet für viele erheblichen Stress. Gerade Wochenend-Dienstler leiden darunter, dass sie arbeiten müssen, während alle anderen auf Freizeit eingestellt sind. Ein freier Tag unter der Woche bringt daher nicht die gleiche Erholung wie am Wochenende.

Besonders Familien mit Kindern stellt der Schichtdienst vor große Herausforderungen: fehlende Zeit für gemeinsame Aktivitäten, genervte Väter, die wegen Kinderlärm tagsüber nicht schlafen können, gestresste Mütter, die Termine alleine stemmen müssen. Umso wichtiger ist es, Zeiten für regelmäßige gemeinsame Essen und Aktivitäten einzuplanen. Da ist manchmal ein Schichtplan für das Familienleben gefragt.

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