Frauenherzen ticken anders

Verbraucher | Volle Kanne - Frauenherzen ticken anders

Herzerkrankungen gelten als typische Männerkrankheiten. Doch das ist falsch und fatal: Bundesweit sterben etwa zwölf Prozent der Frauen an einem Herzinfarkt, aber nur acht Prozent der Männer.

Beitragslänge:
4 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 04.01.2018, 09:05

Bei Männern wird der Herzinfarkt meist schnell erkannt und behandelt, da sie über typische Symptome wie Schmerzen in der Brust und einer Ausstrahlung des Schmerzens in den linken Arm klagen. Bei Frauen wiederum zeigen sich bei Herzerkrankungen häufig unspezifische Symptome wie Schmerzen zwischen den Schulterblättern oder im Brustraum, die bis in Hals und Nacken ausstrahlen können. Im Gegensatz zu Männern empfinden Frauen eher ein Druck- und Engegefühl im Brustbereich statt Schmerzen. Atemnot, Kurzatmigkeit, Schweißausbrüche und Übelkeit können bei Frauen ebenfalls Hinweise auf eine Erkrankung des Herzens sein.

Vor allem wenn diese Beschwerden in einer zuvor nicht gekannten Heftigkeit auftauchen und nach fünf bis zehn Minuten nicht verschwinden, sollten Frauen an einen Herzinfarkt denken und den Notarzt anrufen. Denn jeder Herzinfarkt kann ohne Vorankündigung einen plötzlichen Herzstillstand verursachen.

Therapie: Stent oder Bypass?

Mit einer Herzkathederuntersuchung können Kardiologen den Zustand des Herzens und der Herzkranzgefäße beurteilen. Dabei wird das Herz mittels eines dünnen Kunststoffschlauches (Katheder) untersucht. Die Gefäße von Frauenherzen sind zwar dünner und kleiner, doch am Ablauf der Untersuchung ändert sich dadurch nichts. Da die Gefäße im Körper nicht mit Nerven versorgt sind, spürt der Patient in der Regel nichts von der Untersuchung.

Sind Herzkranzgefäße verengt, kann sie der Kardiologe direkt bei der Untersuchung weiten und, wenn nötig, einen “Stent” setzen. Das ist ein kleines Metallröhrchen, welches an der zuvor verengten Stelle ins Gefäß gesetzt wird, so dass in Zukunft das Blut wieder ungehindert fließen kann und das Herz ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Sind die Herzkranzgefäße stark verengt oder liegen die Verengungen an anatomisch ungünstigen Stellen, muss in einer OP ein Bypass gelegt werden - eine sogenannte Umgehung: Das Blut fließt danach nicht mehr durch das beschädigte Herzgefäß, sondern durch die neue Umgehung. Das Herz wird wieder ausreichend mit Sauerstoff versorgt.

Vorbeugung

Um einem erneuten Herzinfarkt vorzubeugen, müssen viele Patienten noch lange, unter Umständen ihr Leben lang, Medikamente wie Blutverdünner, cholesterinsenkende und blutdrucksenkende Mittel einnehmen. Häufig werden die Kalkablagerungen in den Herzkranzgefäßen durch eine ungesunde Lebensweise hervorgerufen. Der Verzicht auf Rauchen, eine gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung tragen dazu bei, einen Herzinfarkt zu vermeiden.

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