Die Sehkraft erhalten

Wie eine transplantierte Hornhaut helfen kann

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Wenn durch eine Verletzung oder Erkrankung die Hornhaut eintrübt, kann eine Transplantation helfen. Dabei gilt es jedoch einiges zu beachten.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 13.10.2017, 14:00

Unser Sehvermögen kann im Laufe des Lebens durch verschiedene Ursachen beeinträchtigt werden. So kann beispielsweise aufgrund einer Erkrankung oder Verletzung die Augenhornhaut eintrüben, worunter dann die Sehkraft leidet. Für viele Patienten ist daher eine Hornhauttransplantation die letzte Chance, ihr Augenlicht zu erhalten.

Eine von verschiedenen Methoden in der Hornhautchirurgie ist die Hornhauttransplantation. Diese kann die Sehstärke verbessern und in Einzelfällen sogar wiederherstellen.

Die häufigste Erkrankung, die zur Hornhauttransplantation führt, ist die Fuchs-Endotheldystrophie, benannt nach dem österreichischen Augenarzt Ernst Fuchs nach einer Veröffentlichung von 1910. Heutzutage kann diese in den meisten Fällen mit einer sogenannten lamellären Hornhauttransplantation geheilt werden. Hierbei wird nicht die gesamte Hornhaut transplantiert, sondern lediglich die innerste Lamelle. Es gibt außerdem verschiedene erbliche Hornhautdystrophien sowie den Keratokonus. Dabei handelt es sich um eine Vorwölbung oder Ausdünnung der Hornhaut, die sich sehr gut durch Transplantationen heilen lässt.

Was ist bei der Transplantation zu beachten?

Weil die Hornhaut nicht durchblutet ist, lässt sie sich – anders als beispielsweise das Herz oder die Niere – transplantieren, ohne dass Immunsuppressiva eingesetzt werden müssen, die eine Abstoßungsreaktionen verhindern sollen.

Für eine Hornhautspende muss einem Spender das Auge innerhalb von 72 Stunden entnommen und von der Hornhaut getrennt werden. Die Hornhaut muss aus dem Auge präpariert und auch noch einmal mithilfe mikrobiologischer Tests genau untersucht werden. Geprüft wird, ob sie zur Transplantation tatsächlich auch infrage kommt. Die für transplantierbar erklärte Hornhaut kann dann bis zu 28 Tage gelagert werden. Nach der Freigabe zur Spende wird das Gewebe nach festen Kriterien an einen passenden Patienten vermittelt.

Ablauf einer Transplantation

In einer etwa einstündigen Operation wird dem Empfänger die Hornhaut unter Vollnarkose eingesetzt und festgenäht. Nach der Operation ist ein stationärer Aufenthalt für bis zu einer Woche üblich. Erst nach eineinhalb Jahren werden die letzten Fäden dann wieder gezogen.

Die Nachbehandlung wird mittels spezieller Augentropfen durchgeführt. Während früher schwer verträgliche, kortisonhaltige Substanzen verwendet wurden, wird heute auf diesen Zusatz verzichtet. Die Augentropfen sollen die Abstoßungsreaktion auf das Spendermaterial nach der Operation am Auge verhindern. Manchmal müssen zusätzlich Immunsuppressiva in Tablettenform verabreicht werden.

Ziemlich gute Aussichten!

Die Hornhauttransplantation verspricht eine hohe Erfolgsquote: Bei vielen Patienten gibt es bereits direkt nach der Operation eine merkliche Verbesserung der Sehschärfe. Bereits innerhalb der ersten Monate nach Durchführung der Hornhauttransplantation berichten die allermeisten Patienten von einer Verbesserung der eigenen Sehfähigkeit – drohende Erblindungen können verhindert werden.

Allerdings müssen alle Transplantierten eine Brille oder Kontaktlinsen tragen. Auch passiert es nicht selten, dass nach der Transplantation ein Grauer Star auftritt, der dann behandelt werden muss.

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