Regelmäßige Beschwerden im Unterleib

Was hilft gegen Gebärmuttermyome?

Verbraucher | Volle Kanne - Regelmäßige Beschwerden im Unterleib

Vergleichsweise viele Frauen sind von Gebärmuttermyomen, den gutartigen Geschwülsten im Uterus, betroffen. So hat jede dritte Frau ab 40 Jahren ein Myom oder sogar mehrere – die mitunter starke Schmerzen verursachen. Was aber hilft dagegen? Und ist eine …

Beitragslänge:
4 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 04.11.2017, 12:44

Myome wuchern in der Muskelschicht (Myometrium) der Gebärmutter. Jede dritte betroffene Frau hat teilweise starke Beschwerden. Myome reagieren auf Östrogen und Progesteron (Gelbkörperhormon). Man bezeichnet sie daher auch als hormonabhängige Tumoren. Im Laufe der Jahre können sich die Muskelknoten vergrößern. Beschwerden wie Blutungsstörungen und Schmerzen können zunehmen. Myome können zwar bis zu zwanzig Zentimeter groß werden, meist sind sie jedoch nur wenige Zentimeter groß.

Erste Hilfe: Medikamente

Der Wirkstoff Ulipristalacetat wirkt wie ein Gegenspieler zum Gelbkörperhormon, da es an denselben Rezeptoren andockt. Die wachstumsfördernde Wirkung des Gelbkörperhormons kommt so weniger zum Tragen. Der Wirkstoff greift in den Stoffwechsel des Myoms ein, im Idealfall schrumpft es.

Das Medikament unterbindet die Periodenblutung, wirkt aber nicht empfängnisverhütend. Es ist nicht zur Dauergabe geeignet, sondern wird vielmehr häufig eingesetzt, um Myome vor einer Operation schrumpfen zu lassen, so dass die OP denn weniger aufwändig und invasiv ausfällt.

Operative Entfernung

Hier unterscheidet man die Myomektomie und die Hysterektomie. Bei ersterer werden die Myome herausgeschnitten. Die Myomektomie kommt zum Einsatz, wenn sich das Myom außen an der Gebärmutter befindet oder gut lokalisierbar in der Gebärmutterschleimhaut sitzt.

Bei der Hysterektomie wird die gesamte Gebärmutter mitsamt der Myome entfernt. Notwendig wird diese OP-Methode, wenn sehr viele Myome vorhanden sind oder das Myom sehr groß geworden ist. Früher war die Gebärmutterentfernung bei Frauen mit abgeschlossenem Kinderwunsch Standardtherapie, heute stehen minimal-invasive Alternativen zur Verfügung.

Myomen schrumpfen lassen

Bei einer Uterus-Arterienembolisation werden Gefäße verödet. Hierbei handelt es sich um die blutzuführenden Arterien an beiden Seiten der Gebärmutter, die das Myom mit Blut versorgen. Der etwa einstündige Eingriff erfolgt in Teilnarkose unter Röntgenkontrolle. Der behandelnde Radiologe führt einen Katheder in der Blutbahn bis zur Gebärmutterarterie. Über den Katheder werden dann kleine, biologisch verträgliche Kunststoffpartikel gespritzt, die sich in den feineren Verästelungen festsetzen. Mit der Zeit sterben die so behandelten Myome ab. Die Gebärmutter wird weiterhin über andere Gefäße mit Blut versorgt.

Beim fokussierten Ultraschall sorgt Hitze dafür, dass die Myome schrumpfen. Der mehrstündige Eingriff erfolgt unter MRT-Kontrolle. Die Patientin liegt auf dem Bauch, von unten wird das Myom mit hochenergetischen Ultraschallwellen behandelt, die das Myomgewebe gezielt zerstören und über die Hitze einen Untergangsprozess des Gewebes initiieren. Das körpereigene Immunsystem baut dieses Gewebe dann ab.

Weitere Möglichkeiten

Die Einnahme der „Pille“: Sie verändert den Hormonhaushalt dahingehend, dass Blutungsstörungen abnehmen und die Myome weniger wachsen können. Dies kann auch bei der Hormonspirale der Fall sein. In manchen Fällen ist Abwarten das Mittel der Wahl. Zum einen natürlich, wenn Myome keine Beschwerden hervorrufen, zum anderen, wenn die Wechseljahre und die damit einhergehende Hormonumstellung bevorstehen. Durch die natürliche Abnahme der weiblichen Hormonproduktion können Myome schrumpfen beziehungsweise ihre Beschwerden abnehmen.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet