Gefürchtetes Norovirus

Erbrechen und Durchfall bis zu drei Tagen

Verbraucher | Volle Kanne - Gefürchtetes Norovirus

Wenn plötzlich eine heftige Magen-Darm-Grippe wütet, ist oft auch ein spezieller Erreger nicht weit: das gefürchtete Norovirus. Was steckt hinter dem Virus, wie verbreitet es sich - und wie kann man es bekämpfen?

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 06.12.2017, 10:30

Das Norovirus ist ein Erreger, der in den letzten Jahren größere Ausbrüche der Magen-Darm-Grippe verursacht hat, besonders in Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen, Heimen oder Krankenhäusern. Im Winter steigt die Infektionsgefahr, da sich das Norovirus bei kalten Temperaturen und allgemein erhöhter Infektanfälligkeit besonders stark ausbreitet. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts nahmen nach einem deutlichen Anstieg der Fallzahlen in der Saison 2009/2010 die Zahlen in den darauf folgenden drei Winterperioden/Jahren wieder etwas ab, blieben aber weiter auf einem hohen Niveau. Einen Impfschutz gegen das in Deutschland meldepflichtige Virus gibt es bisher nicht.

Noroviren existieren weltweit und überleben in einer Temperaturspanne von minus 20 bis plus 60 Grad Celsius. Gegenüber Umwelteinflüssen sind sie weitestgehend resistent und zudem sehr ansteckend. Die Viren finden sich vor allem in Stuhl und Erbrochenem von erkrankten Personen. Per Schmierinfektion können sich andere Personen anstecken - auch ohne direkten Kontakt über Gegenstände wie Türklinken. Eine weitere Möglichkeit der Infektion besteht durch kontaminierte Lebensmittel und unreines Wasser. Die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit (Inkubationszeit) beträgt meist weniger als drei Tage. Die Beschwerden halten zwischen zwölf und 72 Stunden an.

Gefahr für Kinder und alte Menschen

Noroviren lösen plötzlich heftige Magen-Darm-Beschwerden wie Erbrechen und/oder starke Durchfälle aus. Das führt zu einem erheblichen Flüssigkeitsverlust im Körper und zu Schwankungen im Elektrolythaushalt, was besonders für ältere Menschen und kleine Kinder problematisch werden kann. Hinzu kommt ein starkes Krankheitsgefühl mit Übelkeit, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen und Abgeschlagenheit.

Die Beschwerden geben dem Arzt einen deutlichen Hinweis auf Novoviren als Auslöser. Eindeutig nachgewiesen werden können die Erreger nur durch Laboruntersuchungen einer Stuhlprobe. Da bis zum Vorliegen der Ergebnisse die Krankheit in der Regel jedoch schon vorbei ist, wird dies in der Praxis nur bei schweren Fällen gemacht.

Bettruhe und viel trinken

Ein wirksames Medikament gegen das Virus gibt es nicht. Es können nur die Symptome behandelt werden. Starken Durchfall oder Brechreiz kann man mit Kohletabletten oder anderen Medikamenten versuchen einzudämmen. Da der Körper während der Akutphase viel Flüssigkeit verliert, müssen Betroffene sehr viel trinken - am besten stilles Wasser oder Tee.

Den Mineralstoffhaushalt kann man mit einer Trinkbrühe oder Elektrolytgetränken wieder ins Gleichgewicht bringen. Feste Nahrung wird oft nicht vertragen. Deshalb sollte man auch Schonkost umsteigen. Außerdem müssen Betroffene dem Körper viel Ruhe und Schlaf gönnen. Extreme Dehydrierung und Mineralstoffverluste müssen eventuell im Krankenhaus mit Infusion ausgeglichen werden.

Hygiene schützt

Generell ist zur Vorbeugung regelmäßiges und gründliches Händewaschen wichtig, besonders nach der Benutzung öffentlicher Toiletten oder vor der Zubereitung von Speisen. Personen im Umfeld von Kranken sollten verstärkt auf Hygiene achten; insbesondere ist die Desinfektion der Hände ratsam. Ein Mund- und Nasenschutz verhindert das Einatmen von Tröpfchen bei Erbrochenem. Erkrankte sollten den Kontakt mit anderen Personen reduzieren und auf Händeschütteln verzichten.

Die Wäsche von infizierten Personen sollte getrennt und besonders heiß - möglichst als Kochwäsche - gewaschen werden. Erkrankte und Personen in ihrem Umfeld sollten zudem nicht Dinge, an denen sich das Virus befinden könnte, gemeinsam benutzen. Gerade bei Epidemien müssen Räumlichkeiten und handläufige Oberflächen gründlich gereinigt und desinfiziert werden. Die Hygiene sollte auch einige Tage nach Abklingen der Symptome noch eingehalten werden.

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