Schröpfen - bewusst blaue Flecken

Eine Methode mit Vergangenheit

Schröpfen

Verbraucher | Volle Kanne - Schröpfen - bewusst blaue Flecken

Dunkelblaue, kreisrunde Blutergüsse auf der Haut sind normalerweise ein Zeichen für Schmerzen. Freiwillig will sie eigentlich niemand am Körper tragen – außer es handelt sich um das Ergebnis einer Schröpftherapie. Die naturheilkundliche Methode wird …

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Verfügbarkeit:
Video verfügbar ab 12.12.2016, 10:30

Schröpfköpfe fördern die Durchblutung

Traditionell werden beim Schröpfen kugelförmige Gläser verwendet, die mithilfe einer Flamme im Inneren erhitzt werden. Dadurch entsteht ein Unterdruck im Glas, der die Haut ansaugt. Im Hautareal und Bindegewebe steigt die Durchblutung. Moderne Gläser verfügen über Saugvorrichtungen, mit denen sich manuell oder elektrisch die Luft aus dem Glas ziehen lässt.

Die Gläser werden entweder fest auf die trockene Haut gesetzt oder bei der Schröpfkopfmassage über den eingeölten Körper gezogen. Beim blutigen Schröpfen wird die Haut zusätzlich angeritzt, sodass Blut ins Glas fließt.

Blutfluss wirkt im ganzen Körper

Schröpfen gilt als ganzheitliches, regulatives Verfahren: Die Schröpfköpfe setzen einen Reiz, der im Körper eine Gegenreaktion hervorruft. Man unterscheidet drei Wirkungsebenen. Auf lokaler Ebene führen die Schröpfköpfe zu einer vermehrten Durchblutung, die Verspannungen im Gewebe löst.

Außerdem soll Schröpfen die Nerven ansprechen und hemmen, sodass eine schmerzlindernde Wirkung entsteht. Schließlich erhoffen sich Experten einen positiven Einfluss auf das Immunsystem. Die vermehrte Durchblutung soll den ganzen Körper anregen und den Stoffwechsel fördern.

Schröpfen gibt es seit über 2000 Jahren

Schröpfen wird der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) zugeordnet, hat aber auch Wurzeln in der Antike und dem arabischen Raum. In Deutschland wird Schröpfen überwiegend von Heilpraktikern und vereinzelt auch Allgemeinmedizinern mit naturheilkundlicher Ausrichtung angeboten.

Mittlerweile wird Schröpfen auch im klinischen Bereich als Teil der interdisziplinären Therapie chronischer Schmerzpatienten, zum Beispiel bei Rückenleiden, Schulter- oder Knieproblemen, angewendet. Auch in der Behandlung von Funktionsstörungen wie Migräne oder Asthma Bronchiale kommt das Naturheilverfahren zum Einsatz.

Studien bestätigen schmerzlindernde Wirkung

Gerade in den letzten Jahren hat die Methode auch wissenschaftlich mehr Gehalt bekommen. Es gibt erste Studienergebnisse, die eine muskelentspannende und schmerzlindernde Wirkung auf den menschlichen Bewegungsapparat nachweisen. Wissenschaftler sehen hier vor allem die Durchblutungsförderung als ausschlaggebenden Grund.

Auswirkungen auf das Immunsystem sowie eine ganzheitliche Wirkung auf den Organismus konnten bislang allerdings nicht nachgewiesen werden. Schröpfen wird momentan nicht von den gesetzlichen Krankenkassen getragen.

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