Schwanger trotz PCO

Verbraucher | Volle Kanne - Schwanger trotz PCO

Ein unerfüllter Kinderwunsch kann viele Ursachen haben. Eine Möglichkeit ist das sogenannte polyzistische Ovarialsyndrom, kurz PCO.

Beitragslänge:
4 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 22.12.2017, 09:05

Das polyzistische Ovarialsyndrom (PCO) bezeichnet eine hormonelle Störung der Frau, bei der oft zu viele männliche Hormone vorliegen. Dieser Überschuss der „falschen“ Hormone stört die Funktion der Eierstöcke (Ovarien) und führt unter anderem dazu, dass sich in den Eierstöcken viele (poly) kleine Zysten bilden, woraus sich insgesamt der Name ableitet.

Zuviel „Männlichkeit“

Etwa fünf bis zehn Prozent aller Frauen sind vom PCO-Syndrom betroffen. Das bekannteste Symptom ist ein unregelmäßiger Zyklus, manchmal bleibt die Regelblutung auch ganz aus. Je nachdem, wie stark das Plus an männlichen Hormonen ausfällt, kann es auch zu Haarausfall, Akne oder verstärkter Körperbehaarung nach männlichem Muster kommen. Bei den meisten Frauen liegt gleichzeitig ein massives Übergewicht vor, was möglicherweise eine Rolle bei der Entwicklung des Syndroms spielt. Doch die genauen Ursachen ließen sich bisher nicht klären. Es scheint lediglich klar, dass genetische Einflüsse Bedeutung haben.

Das PCO-Syndrom beeinträchtigt auch die Wirkung von Insulin und damit den Zuckerstoffwechsel, so dass die Betroffenen vermehrt an einem Diabetes erkranken. Darüber hinaus kann es zu Schilddrüsenfunktionsstörungen kommen. Langfristig drohen Herz-Kreislauferkrankungen und Fettstoffwechselstörungen. Durch einen ausbleibenden Eisprung ist das PCO-Syndrom eine der häufigsten Ursachen für Unfruchtbarkeit, etwa 40 Prozent der Patientinnen leiden darunter.

Viele Therapiemöglichkeiten

Neben einer Analyse der typischen Krankengeschichte sind in der Regel im Ultraschall bei den meisten Frauen die vielen kleinen Zysten gut zu erkennen. Außerdem hilft das gleichzeitige Auftreten bestimmter Hormonwerte im Blut dabei, die Diagnose sicher zu stellen.

Bei Übergewicht besteht die erste und wichtigste Maßnahme in einer Reduktion des Körpergewichts. Schon fünf Kilogramm weniger Körpergewicht bessern die hormonelle Situation erheblich und können den Zyklus normalisieren. Außerdem senkt die Gewichtsabnahme die Gefahr für Herz-Kreislauferkrankungen und Fettstoffwechselstörungen.

Insulinwirkung unterstützen

Liegen Begleiterkrankungen der Schilddrüse vor, werden sie entsprechend behandelt. Bei Frauen ohne Kinderwunsch kann man darüber hinaus mit der Antibabypille den Zyklus ins Lot bringen und den männlichen Hormonüberschuss drosseln. Oft kommt auch Kortison in niedriger Dosierung zum Einsatz, das die Produktion und Ausschüttung von männlichen Hormonen reduziert.

Viele Ärzte raten den Frauen zur Einnahme von Metformin, auch wenn der Zuckerstoffwechsel noch nicht deutlich gestört ist. Metformin, das Basismedikament aus der Diabetestherapie, unterstützt die körpereigene Insulinwirkung und verstärkt die Aufnahme des Zuckers aus dem Blut in die Zellen. Allerdings: Die Substanz hat für den Einsatz bei stoffwechselgesunden PCO-Patientinnen keine offizielle Zulassung und muss daher selbst bezahlt werden.

Wenn Kinder gewünscht sind

Bei Frauen mit Kinderwunsch besteht das vorrangige Ziel darin, den Eisprung auszulösen. Das gelingt häufig über die Gabe verschiedener Hormonpräparate, zum Beispiel mit dem Hormon Clomifen, das als Tablette eingenommen wird. Es gibt aber auch Alternativen, die sich die Frauen zum Beispiel selbst spritzen. Im Ultraschall kann man dann kontrollieren, ob es zum Eisprung gekommen ist. Gelingt es, den Eisprung auszulösen, stehen die Chancen für eine Schwangerschaft bei diesen Frauen genauso gut wie bei gleichaltrigen gesunden.

Wenn die hormonelle Therapie nicht anschlägt, bleibt als letzter Ausweg noch die Möglichkeit der künstlichen Befruchtung. In der Schwangerschaft selbst drohen Frauen mit PCO-Syndrom vermehrt Komplikationen wie Schwangerschaftsdiabetes, Bluthochdruck oder Frühgeburten. Sie müssen daher besonders gut überwacht werden.

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