Sport bei Osteoporose

Verlangsamen des Kankheitsverlaufs

Jeder Mensch verliert in der zweiten Lebenshälfte an Knochendichte. Baut sich die Knochendichte mehr ab als bei gesunden Menschen desselben Alters, leidet man unter Osteoporose. Bei jeder dritten Frau und jedem fünften Mann knackt es im Laufe des Lebens in porösen Knochen, nicht selten nach harmlosem Stolpern und häufig mit dramatischen Folgen. 330.000 Brüche pro Jahr lassen sich auf Osteoporose zurückführen. 30 Prozent aller Frauen entwickeln nach der Menopause eine klinisch relevante Osteoporose.

Die Knochenmasse nimmt etwa in den ersten 30 Lebensjahren zu und erreicht dann einen Höhepunkt. Ab dem 30. Lebensjahr verlieren Männer wie Frauen zwischen einem halben und einem Prozent Knochenmasse pro Jahr. Die Osteoporose entsteht meist aus einer unzureichenden Knochenbildung in jungen Jahren und/oder einem beschleunigten Abbau in späterer Zeit. Bei Frauen kann sich dieser Verlust nach der Menopause leicht vervierfachen: Da Östrogen die Arbeit der knochenabbauenden Zellen hemmt sowie die Aufnahme von Kalzium aus der Nahrung fördert, verliert das Knochengewebe durch den Abfall des Hormonspiegels an Substanz, die Knochen werden poröser.

Verlauf der Erkrankung

Die Osteoporose ist eine zunächst unmerklich verlaufende Erkrankung. Man geht davon aus, dass in Deutschland etwa 30 Prozent aller Frauen nach dem Klimakterium an Osteoporose erkranken. Für Männer ist ab dem 70. Lebensjahr die Altersosteoporose ein ebenso häufiges Krankheitsbild. Typische Merkmale der Osteoporose sind eine Abnahme der Knochenmasse und Verschlechterung der Knochenarchitektur sowie als deren Folge eine Abnahme der Knochenstabilität. Meist verringert sich die Körpergröße und es gibt eine erhöhte Gefahr von Knochenbrüchen, insbesondere Oberschenkelhalsbrüche und Wirbelkörperfrakturen.

Um eine Osteoporose zu diagnostizieren, wird zunächst über eine Reihe von Faktoren festgestellt, wie hoch das Risiko ist, in den kommenden zehn Jahren einen Knochenbruch zu erleiden. Relevante Risikofaktoren sind zum Beispiel hohes Alter, Verlust von Körpergröße, Vorerkrankungen und Nikotinkonsum. Liegt dieses Risiko bei über 20 Prozent, wird eine Knochendichtemessung durchgeführt. Diese gibt Aufschluss darüber, ob eine Osteoporose vorliegt. Das ist der Fall, wenn der gemessene Wert um mindestens ein Viertel niedriger liegt als der einer gesunden 30-jährigen Frau bzw. eines gesunden 30-jährigen Mannes.

Auswirkungen sportlicher Betätigung

Primäres Ziel sollte es sein, die Verringerung der Knochendichte aufzuhalten oder zu verlangsamen. Im zweiten Schritt sollte man die Muskeln im Körper trainieren, um das Skelett zu entlasten und beweglich zu bleiben. Denn wer über eine gute körperliche Verfassung verfügt, hat ein geringeres Risiko zu stürzen und somit einen Bruch zu erleiden. Entscheidend für Dichte und Stabilität ist, dass nicht mehr Knochensubstanz ab- als aufgebaut wird. Die ausreichende Aufnahme von Calcium durch gesunde Ernährung stärkt die Knochen.

Auch Vitamin D ist wichtig, das bei ausreichend Sonnenlicht vom Körper selbst produziert wird. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, Medikamente einzunehmen, um die Knochenresorption zu hemmen. Östrogene können dabei helfen, gut über die Menopause zu kommen. Laut aktuellen Studien ist aber vor allem regelmäßiger Sport und Krafttraining entscheidend, um die Höhe der Knochendichte konstant zu halten und das Frakturrisiko zu minimieren. Bei Frauen, die zweimal wöchentlich je eine Stunde intensive Gymnastik, Ergometertraining, Nordic Walking und ein angepasstes Krafttraining absolvierten, traten zwei Drittel weniger Frakturen auf.

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