Gefährliche Wechselwirkungen

Wenn Lebensmittel und Medikamente einander beeinflussen

Verbraucher | Volle Kanne - Gefährliche Wechselwirkungen

Dass Medikamenten-Kombinationen Wechselwirkungen hervorrufen können wissen, viele - nicht aber, dass auch bestimmte Lebensmittel in Kombination mit Medikamenten die Wirkweise verändert.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 10.11.2017, 14:00

"Volle Kanne" hat für Sie die wichtigsten Wechselwirkungen von Medikamenten und Lebensmitteln zusammengestellt.

Antibiotika und Milchprodukte

Die Wechselwirkung betrifft nicht alle Antibiotika, sondern nur etwa 25 Prozent der verordneten Medikamente. Aufpassen müssen Sie bei Tetracyclinen und Fluorchinolonen. Unbedenklich sind viele andere verordnete Antibiotika, beispielsweise Penicilline, Cephalosporine, Sulfonamid-Kombinationen und Makrolide.

Die hohe Menge an Kalzium in Milchprodukten ist das Problem bei der gleichzeitigen Einnahme der oben genannten Antibiotika. Das Kalzium sorgt dafür, dass das Antibiotikum nicht in den Körper gelangt. Somit können auch die Keime nicht beseitigt werden und Bakterien können weiter wachsen - das Antibiotikum ist damit unwirksam. Bei der Einnahme der Antibiotika sollten ebenfalls Mineralwasser, die besonders viel Kalzium enthalten, und Saft, beispielsweise Orangensaft, der mit Kalzium verstärkt ist, gemieden werden.

Eisentabletten vs. Kaffee und Tee

Hier liegt das Problem darin, dass die Gerbstoffe, die im Kaffee und Tee enthalten sind, das Eisen binden, sodass es im Darm unlöslich ist und nicht in den Körper aufgenommen werden kann. Es verbleibt also erst einmal im Darm und wird dann ausgeschieden. Die Wirkung ist damit gleich null.

Die Empfehlung: Warten Sie nach Einnahme eines Eisenpräparats einige Stunden, bis Sie Kaffee oder Tee trinken. Oder Sie trinken morgens die Wachmacher und nehmen das Eisenpräparat entsprechend später ein.

Asthmamittel und Pfeffer

Pfefferkörner
Pfefferkörner Quelle: ZDF

Diese Wechselwirkung betrifft nur die Asthmamedikamente mit Theophyllin. Nur sechs Prozent der verordneten Asthmamittel beinhalten diesen Wirkstoff. Das Problem hierbei: Durch die Aufnahme von schwarzem Pfeffer wird das Theophyllin aus dem Medikament vermehrt aufgenommen - es kommt zu einer höheren Konzentrationen des Wirkstoffs im Körper.

Die Folge: Wenn dieses Medikament doppelt so stark wirkt, treten folgende Nebenwirkungen auf: Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen oder sogar Herzrhythmusstörungen.

Grapefruit und diverse Medikamente

Wenn Sie Schlafmittel, Blutfettsenker, Bluthochdruckmittel oder Antihistamine einnehmen, sollten Sie auf Grapefruit komplett verzichten. Im Grapefruitsaft gibt es Inhaltstoffe, die dazu führen, dass Medikamente im Körper in höherer Konzentration vorkommen und dann unerwünschte Nebenwirkungen auftreten können.

Bei den Cholesterinsenkern kann dies beispielsweise sogar dazu führen, dass es zu einer Auflösung der Skelettmuskulatur kommt. Diese kann zu Nierenschäden und im allerschlimmsten Fall sogar zum Tod führen.

Lakritz und Entwässerungstabletten

Generell ist es so, dass Medikamente, die die Wasserausscheidung begünstigen, gleichzeitig die Kaliumausscheidung hemmen. Wenn Sie dann auch noch Lakritz essen, erhöht das die Kaliumausscheidung noch weiter und gleichzeitig wird die erhöhte Wasserausscheidung, die ja das Ziel der Tabletteneinnahme ist, verhindert. Es wird also gleichzeitig mehr Wasser zurückgehalten und zu viel Kalium aus dem Körper geschwemmt. Damit ist das Medikament unwirksam und im Extremfall steigt der Blutdruck sogar noch weiter an und es gibt einen Kaliummangel.

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