Ausstieg aus der Crystalsucht

Drei Phasen gegen die Abhängigkeit

Verbraucher | Volle Kanne - Ausstieg aus der Crystalsucht

Extremes Wohlbefinden, maximale Leistungsfähigkeit, hellwach – wer Crystal Meth zu sich nimmt, fühlt sich, als könne er es mit der ganzen Welt aufnehmen. Die Kehrseite: Die Droge macht extrem schnell abhängig und zerstört den Körper in kürzester Zeit.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 17.11.2017, 10:30

Die Partydroge Crystal ist zur gefährlichsten Droge der Welt avanciert, frisst sich seit Jahren unaufhaltsam quer durch die deutsche Gesellschaft. Sachsen, Thüringen und Bayern sind am heftigsten betroffen. Das liegt hauptsächlich an der Nähe zu Tschechien. Dort befinden sich viele sogenannte „Großküchen“, in denen das Crystal preisgünstig aus Erkältungsmitteln hergestellt wird, die dann aufgekocht und mit Chemikalien versetzt zu klaren Salzen kristallisieren. Daher hat die Droge auch ihren Namen.

Crystal, ein Methamphetamin, ist erheblich stärker als normales Amphetamin wie Speed. Es wirkt länger und heftiger. Es lässt sich schniefen, rauchen und spritzen. Die Wirkung ist enorm: Konsumenten beschreiben, dass sie ein extrem gesteigertes Wohlbefinden verspüren, sich sehr leistungsstark fühlen und hell wach sind. Alles, was nicht lebensnotwendig ist, wird also unterdrückt – Hunger, Durst, Müdigkeit und das Schmerzempfinden.

Hohe Abhängigkeit, hohe Zerstörungskraft

Der Rausch muss so beeindruckend sein, dass zwischen 15 und 60 Prozent der Erstkonsumenten dieses Gefühl noch einmal erleben wollen. Damit ist Crystal eine der Drogen, die am schnellsten abhängig macht. In Bayern zum Beispiel hat sich die Zahl der Erstkonsumenten seit 2003 verzehnfacht. Deutschlandweit ist sie um 163 Prozent gestiegen.

Der jahrelange Konsum von Crystal kann schwerwiegende Folgen haben. Zum Beispiel deutliche Leistungsminderung bei verbalen Lernaufgaben oder Störungen der motorischen Fähigkeiten. Auch nach 12 Monaten Abstinenz sind die geistigen Fähigkeiten noch stark eingeschränkt. Im schlimmsten Fall können durch den Konsum Psychosen, Wahnvorstellungen und anhaltende depressive Störungen entstehen.

Entzug und Therapie

Der Ausstieg aus der Crystalsucht ist für die Betroffenen extrem schwer. Denn schon der Entzug bzw. die Entgiftung ist hart: Krämpfe, Alpträume, verminderte Energie, Ängstlichkeit, depressive Grundstimmung, Bewegungsarmut. Viele stehen das nicht durch, werden rückfällig. Wer Entzug schafft, der circa zwei Tage bis zwei Wochen dauern kann, sollte danach eine Langzeittherapie in einer Reha-Klinik für Suchterkrankungen machen. Denn es ist nicht damit getan, die Droge einfach wegzulassen. Um nicht rückfällig zu werden, müssen die Betroffenen diese Leerstelle füllen. Eine Langzeittherapie dauert in der Regel 12 bis 16 Wochen und teilt sich in drei Phasen auf.

Drei Phasen aus der Abhängigkeit

Allgemein kann man sagen, dass nur ein Drittel der Patienten die Therapie auf Anhieb schaffen, ein Drittel braucht einen zweiten Anlauf und ein Drittel schafft es nicht.

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