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Wie Ernährung heilen kann

Bluthochdruck, Gicht, Diabetes oder Krebs – viele Erkrankungen können durch eine falsche Ernährung verursacht oder verschlimmert werden. Doch wenn falsches Essen krank machen kann, hat dann das richtige Essen im Umkehrschluss das Potenzial, gesund zu machen?

Box mit Nüssen, Heidelbeeren und Quinoa-Salat
Mit gesunder Ernährung schafft man eine Grundlage für seine Gesundheit.
Quelle: imago/Westend61

Andreas Michalsen ist Professor für Naturheilkunde und gehört zu Deutschlands führenden Forschern, die den Zusammenhang zwischen Ernährung und Krankheiten untersuchen. Er ist überzeugt, dass es möglich ist, durch gezielte Ernährung bestimmte Erkrankungen zumindest lindern zu können: „Wir haben die akuten, die lebensbedrohlichen Krankheiten so gut wie besiegt, jetzt sind immer mehr Menschen chronisch krank. Und bei chronischen Krankheiten wird die Ernährung das wichtigste Therapieprinzip sein. Erst die Ernährung und dann die Medikamente, das ist das, was sich abzeichnet, was kommen wird.“

Den Blutdruck senken

Frische Zutaten wie Obst, Gemüse, Pilze und Kräuter sind Bestandteil der Anti-Aging-Küche.
Frische Zutaten wie Obst, Gemüse und Kräuter
Quelle: imago/Westend61

Fast die Hälfte der über 50-Jährigen leidet beispielsweise an Bluthochdruck. Unbehandelt kann dieser zu Herzkrankheiten oder Schlaganfällen führen. Hauptursache ist meist Übergewicht, mangelnde Bewegung und Stress. Medikamente können Nebenwirkungen haben, die richtige Ernährung nicht.

Hierzu erklärt Professor Michalsen: „Grundsätzlich ist es erstmal so, dass man sich möglichst pflanzenbasiert oder möglichst vegetarisch betont ernähren sollte, dann fallen die Faktoren, die Bluthochdruck mit verursachen, nämlich Fleisch, Wurst und gesättigte Fette, schon mal weg. Und dann gibt es einzelne Gemüse, einzelne Nüsse, einzelne Obstsorten, die ganz speziell und sehr deutlich den Blutdruck senken.“ Ein Beispiel ist Rote Bete: Ein bis zwei Gläser Rote-Bete-Saft am Tag sind ganz natürliche Blutdrucksenker. Aber auch Avocados, Mandeln, Walnüsse und grünes Blattgemüse wie Rucola oder Spinat helfen. Zwei bis drei Tassen grüner Tee oder Hibiskustee täglich tragen zudem zu einem gesunden Blutdruck bei. Professor Michalsen bezeichnet Pflanzen als „kleine Mini-Apotheken“.

Gegen Rheuma hilft…

Bei rheumatischen Beschwerden bekämpfen fehlgesteuerte Immunzellen körpereigenes Gewebe. Dies führt zu Entzündungen und Schmerzen in den Gelenken. Auch hier spielt die Ernährung eine Rolle, positiv wie negativ, weiß Professor Michalsen: „Bei Rheuma wissen wir aus den wissenschaftlichen Studien schon länger, dass es in der Nahrung Stoffe gibt, die eher entzündungsfördernd sind und andere, die eher entzündungshemmend sind. Damit kann man Rheuma vielleicht nicht heilen, aber die Ernährung kann einen Beitrag dazu leisten, dass man weniger Schmerzmittel oder weniger Kortison braucht.“

Entzündungshemmend sind gesunde Fette wie Omega 3-Säure. Sie ist zum Beispiel in Leinöl, in Leinsamen oder in Walnüssen enthalten. Große Hoffnung setzen die Ärzte auch in Gelbwurz. Dazu Professor Michalsen: „Von Gelbwurz wissen wir, dass zwei bis drei gestrichene Teelöffel am Tag eine antirheumatische Wirkung haben.“

Osteoporose vorbeugen?

Osteoporose macht die Knochen brüchig, gerade viele alte Menschen leiden sehr darunter. Früher hieß es, dass man Osteoporose mit viel Milch vorbeugen kann. Milch hat viel Calzium und das sei gut für die Knochen. Allerdings: „Milch hat gleichzeitig auch viel tierisches Eiweiß. Und tierisches Eiweiß ist eine Säure für den Körper, ebenso wie Fleisch, Wurst und Fisch übrigens. Wenn wir jetzt viel säurehaltige Nahrung essen, dann muss der Körper das ausgleichen durch das Gegenstück, das sind die Basen. Und das größte Vorratslager davon ist im Knochen. Dann zieht er das Calcium und die Minerale aus dem Knochen heraus, um die Säure zu puffern oder zu blocken. Insofern war das also eine ‚Milchmädchenrechnung‘“, erklärt Professor Michalsen.

Er rät, Calzium aus pflanzlichen Quellen zu beziehen, aus grünem Blattgemüse etwa oder aus Nüssen. Auf Phosphorsäuren sollte man unbedingt ganz verzichten, also beispielsweise keine Cola, sondern stilles Mineralwasser trinken - und in der Summe mehr basische als sauer machende Lebensmittel.

Grundsätzliches

Generell empfiehlt Andreas Michalsen eine pflanzenbasierte Ernährung mit wenig tierischen Fetten. Immer mehr Studien zeigen hier Erfolge. Doch es liegt am Einzelnen: „Ernährung hat auch immer sehr viel mit Gefühl, mit Gewohnheit zu tun, man kann es nicht wie ein Rezept verordnen, man muss das selbst auch machen. Somit hängt auch der Erfolg von der eigenen Selbstwirksamkeit ab.“ Am besten fängt man daher schon als junger und gesunder Mensch an, seine Ernährungsgewohnheiten zu überdenken.

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