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Glaukom – erkennen und behandeln

Das Glaukom, im Volksmund auch als Grüner Star bekannt, gehört zu den klassischen Alterserkrankungen. Doch welche Therapie ist die richtige? Wann muss operiert werden, wann reichen Augentropfen? Und wer gehört zur Risikogruppe?

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 08.03.2020

Glaukom ist weltweit die zweithäufigste Erblindungsursache. In Deutschland sind knapp eine Million Menschen von dieser Erkrankung betroffen. Rund drei Millionen Deutsche sind Risikopatienten, da ihre Augen einen erhöhten Augeninnendruck aufweisen. Das primär chronische Offenwinkelglaukom ist die häufigste Art dieser Erkrankung. Im Gegensatz zum Normaldruckglaukom tritt diese Form immer mit einem erhöhten Augeninnendruck auf. Es ist möglich, dass sowohl ein als auch beide Augen eines Menschen vom Glaukom betroffen sein können.

Bei der gängigsten Form, dem primär chronischen Offenwinkelglaukom, kann das Kammerwasser aus dem Augeninnern beispielsweise durch einen Verschluss nicht mehr richtig abfließen. Durch diesen „Stau“ entsteht ein Überdruck im Augeninnern, der sich schädigend auf den Sehnerv auswirkt. Durch den Druck auf diesen Nervenstrang werden Nervenfasern zerstört, Bildinformationen können nicht mehr vollständig ans Gehirn weitergeleitet werden und das Sehvermögen des Patienten verschlechtert sich.

Unschärfen im Gesichtsfeld

Unbehandelt kommt es im ersten Schritt zu Gesichtsfeldausfällen. Das Gesichtsfeld ist der Bereich, den man ohne Bewegung des Kopfes und der Augen sehen kann. Von Gesichtsfeldausfällen spricht man, wenn ein Auge nicht mehr alle Punkte innerhalb des Gesichtsfelds scharf wahrnehmen kann. Zunächst kennzeichnen sich diese Ausfälle durch eine starke Unschärfe der betroffenen Punkte. Unbehandelt können diese Gesichtsfeldausfälle im zweiten Schritt zu einer vollständigen Erblindung führen.

Da sich die beiden Gesichtsfelder unserer Augen überschneiden, kompensiert das bessere Auge lange die Ausfälle des schlechteren Auges, wenn zum Beispiel beide Augen unterschiedlich stark vom Glaukom betroffen sind. Daher bemerkt der Patient häufig erst zu spät, dass sein Augenlicht gefährdet ist. Denn die bereits eingetretene Schädigung des Sehnervs ist irreparabel.

Wie wird das Glaukom erkannt?

Frau lässt sich beim Augenarzt untersuchen
Frau lässt ihre Augen untersuchen
Quelle: imago/ Rust

Der Augenarzt stellt die Diagnose mithilfe verschiedener Untersuchungsmethoden. Mit einem Messkopf, der auf das Auge aufgesetzt wird, wird der Augeninnendruck ermittelt. Dafür wird das Auge im Voraus durch Tropfen betäubt. Die Untersuchung verläuft vollkommen schmerzfrei. Da der Augeninnendruck allein kein ausreichendes Kriterium für ein Glaukom darstellt, müssen weitere Untersuchungen durchgeführt werden. Durch die Sehnervspiegelung schaut sich der Augenarzt die Beschaffenheit des Sehnervs an. Hier wird ersichtlich, ob der Nervenstrang geschädigt ist, also eine Beeinträchtigung des Auges vorliegt.

Bei Patienten mit familiärer Vorbelastung wird überdies noch eine Gesichtsfelduntersuchung durchgeführt. Hierbei wird getestet, ob der Patient alle Punkte in seinem Gesichtsfeld wahrnehmen kann. In Einzelfällen wird auch ein bildgebendes Verfahren, die sogenannte optische Kohärenztomographie, kurz OCT, zur Diagnostik durchgeführt. Die Untersuchungen zur Diagnostik sowie zur Kontrolle eines vorliegenden Glaukoms sind die gleichen.

Therapie: Tropfen – oder operieren?

Ist das Glaukom noch nicht weit fortgeschritten, wählt der Arzt in der Regel zunächst den konservativen Behandlungsansatz. Dieser besteht aus einer Tropftherapie. Die Patienten müssen dafür täglich ein bis drei Mal das betroffene Auge tropfen. Wichtig dabei: Die Tropftherapie muss absolut regelmäßig und konsequent durchgeführt werden. Am besten tropfen Patienten immer zur selben Zeit. So kann sich der Augeninnendruck durch eine zu lange Tropfenpause nicht erhöhen.

Wird die Tropftherapie nicht vertragen oder führt sie nicht zum Ziel, müssen Augenarzt und Patient gemeinsam weitere mögliche Behandlungsmethoden erörtern. Zur Verfügung stehen mehrere operative Eingriffe. Bei noch nicht weit fortgeschrittenen Glaukomen kann zum Beispiel eine Lasertherapie zum Erfolg führen. Allerdings: Ihr Nutzen ist häufig nicht langfristig.

Abfluss einbauen

Bei einem Glaukom mit mäßig erhöhtem Augeninnendruck gibt es die Möglichkeit, einen sogenannten Stent ins Auge einzusetzen. Durch dieses kleine „Röhrchen“ kann das Kammerwasser abfließen.

Liegt jedoch ein Glaukom mit einem stark erhöhten Augeninnendruck vor, so muss eine größere Möglichkeit geschaffen werden, das angestaute Kammerwasser aus dem Augeninnern abfließen zu lassen. Hier bietet sich zum Beispiel die klassische und gängigste Methode, die sogenannte Trabekulektomie an. Dabei wird chirurgisch ein Ventil geschaffen, über das der Augeninnendruck reguliert werden kann. Des Weiteren gibt es auch nicht filtrierende Operationsmethoden. Studien haben ergeben, dass die Drucksenkung durch einen operativen Eingriff immer erfolgreicher ist als durch eine Tropftherapie.

Früh erkannt besser behandelbar!

Das Glaukom ist eine Erkrankung des fortgeschrittenen Alters. Risikopatienten sollten daher etwa ab dem 40. Lebensjahr regelmäßig eine Glaukom-Früherkennungsuntersuchung beim Augenarzt durchführen lassen. Bei Menschen ohne Risiko genügt es, ab dem 50. Lebensjahr Früherkennungsangebote in Anspruch zu nehmen. Diese kosten – je nach Arzt und Art der Untersuchungen – zwischen 15 und 50 Euro.

Eine Untersuchung beim Optiker ist nicht zielführend, da der Optiker – im Gegensatz zum Augenarzt – bei seinen Untersuchungen das Auge nicht antasten darf und ihm auch nicht die nötigen Geräte zur vollständigen Glaukom-Untersuchung zur Verfügung stehen.

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