Ziergräser im Garten

Garten- und Pflanzenexpertin Anja Koenzen im Gespräch

Verbraucher | Volle Kanne - Ziergräser im Garten

Im Herbst, wenn das Laub gefallen ist und der Garten trist aussieht, können Gräser Abhilfe schaffen. Sie können wieder für einen farbenfrohen Garten sorgen, sind leicht zu pflegen und können sogar strenge Winter überleben.

Beitragslänge:
6 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 13.09.2019, 09:05

Wenn im Herbst die Blütenpracht im Garten zurückgeht, dann ist die Zeit der Ziergräser gekommen. Pflanzenexpertin Anja Koenzen sagt uns, worauf es beim Pflanzen von Gräsern ankommt.

Gräser – die Pflanze für jeden Standort

Intensive Gelb-, Kuper-, Rot- und Grüntöne, die sich im Herbstwind wiegen, machen den Balkon und Garten nun attraktiv. Einige Sorten blühen bis in den November hinein und die abgeblühten Ähren können bis ins nächste Frühjahr ein Blickfang sein.

Kaum eine andere Pflanzenfamilie ist vielfältiger als die der Gräser. Sie besiedeln alle möglichen Vegetationszonen der Erde, somit wird man überall perfekt angepasste Gräser finden. Ob als Solitärpflanze, Gruppenpflanze, Bodendecker oder Kübelpflanze, erobern sie beinahe jeden Platz im Garten. Gegenüber Krankheiten und Schädlingen sind Gräser sehr resistent und sie benötigen nicht viel Pflege.

Gräser für sonnige Standorte

Lampenputzergras
Pennisetum (Lampenputzergras)
Quelle: imago / Manfred Ruckszio

Dort wo Steine die Umgebung aufheizen, der Boden immer schnell und lange trocken ist, fühlen sich Schwingelgräser (Festuca), das Schillergras (Koeleria), die Rutenhirse, auch Rotstrahlbusch genannt (Panicum virgatum), oder auch das Lampenputzergras (Pennisetum) sehr wohl.

Das Tautropfengras (Sporobolus heterolepsis) duftet sogar. Es bildet dichte kleine Horste, aus denen im Spätsommer 60 Zentimeter hohe Halme mit kleinen silbrigen Rispen wachsen, die ziemlich intensiv duften. Das Tautropfengras mag trockene sonnige Standorte, kommt aber auch mit Halbschatten klar.

Als „Engelshaar“ wird Stipa tenuissima in Deutschland bezeichnet. Trocken und sonnig möchte es stehen, wird bis zu 50 Zentimeter hoch und bildet viele Samen. Ein Gras, was nach der Pflanzung frisch grün aussieht, sich im Jahreslauf zu einem hellen Beige verfärbt.

Gräser für schattige Standorte

Japan-Waldgras
Hakonechloa macra (Japan-Waldgras)
Quelle: imago / blickwinkel

Einige schwach bunte Gräser ziehen leichten Schatten und feuchte Erde vor. Wie beispielsweise das Japan-Waldgras (Hakonechloa macra) oder auch einige Sorten der Gartensegge (z.B. Carex conica ‚Snowline‘ oder Carex Flacca ‚Buis‘). Diese Gräser sind eine gute Lösung für schwierige, lichtarme Stellen im Garten. Sie harmonieren mit Farnen und Funkien (Hosta). Gerade im schattigen oder lichten Bereich fühlen sich einige immergrüne Arten, die die Wintersonne nicht mögen, mit ihren gelben oder weiß-bunten Sorten wohl. Sie beleben gerade die dunklen und schattigen Stellen unter Bäumen und Sträuchern.

Pflanzen und Pflege von Gräsern

Obwohl viele der Gräser filigran wirken, sind sie meist erstaunlich robust und kommen ohne viel Pflege aus. Die beste Pflanzzeit für Ziergräser ist das Frühjahr, denn einige von ihnen benötigen zum guten Anwachsen in den ersten Monaten einen wärmeren Boden.

Viele Gräser mögen keine Staunässe und für sie ist daher ein lockerer Boden wichtig. Also sollten die Gräser am besten ab Ende März in tendenziell eher nährstoffarmen Boden gesetzt werden. Am Anfang ist eine Düngung mit einem organischen Dünger oder Humus empfehlenswert. Später muss nicht mehr nachgedüngt werden.
Waldstauden freuen sich über eine Mischung aus Erde und vorkompostiertem Laub. Steppengräser bevorzugen einen Cocktail aus Erde, die mit Sand abgemagert wurde.

Ziergras
Ziergräser in einem Garten
Quelle: imago / Margit Brettmann

Für grüne Gräser gilt: je heller die Farbe, desto schattiger und feuchter der Pflanzort. Blaue und graue Halme mögen es trocken und sonnig. Sie bieten einen wunderbaren Anblick, wenn sie zwischen Rosen gepflanzt werden.
Die Blätter schützen die Pflanzen vor Kälte und verhindern stehende Nässe. Im Februar sollte der Horst maximal auf 10 bis 15 Zentimeter zurückgeschnitten werden, dann können bald die neuen Halme wieder sprießen.

Gräser auch auf Balkon und Terrasse

Gräser im Kübel
Gräser im Kübel (geeignet für die Terrasse oder den Balkon)
Quelle: imago / Manfred Ruckszio

Einige Gräser eignen sich auch hervorragend für Balkons und Terrassen. Hierbei sollte auch darauf geachtet werden, dass sie einen lockeren Boden haben und unten eine Drainageschicht eingebracht wurde, damit keine Staunässe in den Kübeln entsteht. Freie Abflusslöcher in den Töpfen, aus denen überschüssiges Wasser ablaufen kann, sind eine Grundvoraussetzung. Im Winter sollten die Kübel umwickelt und an einen windgeschützten Platz gestellt werden, um im nächsten Jahr auch noch Freude an den Gräsern zu haben.

Weitere Pflanzentipps

Nandina domestica

Verbraucher | Volle Kanne - Immergrüner Balkon mal anders

Gartenxpertin Anja Koenzen zeigt, wie man auch im Winter Farbe auf den Balkon zaubern kann.

Videolänge:
7 min
Datum:
Frau hält einen Tannenbaum im Topf in der Hand.

Verbraucher | Volle Kanne - Nachhaltiger Weihnachtsbaumkauf

Pflanzenexperte Elmar Mai weiß, wie man den Tannenkauf nachhaltig gestalten kann.

Videolänge:
9 min
Datum:
Schwarze Nieswurz

Verbraucher | Volle Kanne - Winterblüher im Garten

Christrosen sorgen auch in der dunklen Jahreszeit für farbige Akzente im Garten.

Videolänge:
6 min
Datum:
Florist Michael Frings läutet die Vorweihnachtszeit mit kreativen Adventskränzen ein.

Verbraucher | Volle Kanne - Kreative Adventskränze

Florist Michael Frings läutet die Vorweihnachtszeit mit kreativen Adventskränzen ein.

Videolänge:
6 min
Datum:
Hydroponik

Verbraucher | Volle Kanne - Indoor Kitchen Gardening

Salate und Kräuter zu Hause selbst anbauen

Videolänge:
5 min
Datum:
Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.