Neues zur Grippeimpfung

Jedes Jahr fordert der Grippevirus weltweit viele Leben ein. Die Grippeimpfung kann vor einer Ansteckung schützen. Wer sollte sich impfen lassen? Wie hoch ist der Schutz wirklich? Und wer bekommt die Impfung von der Krankenkasse bezahlt?

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4 min
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30.10.2019
Video verfügbar bis 30.10.2020

Die echte Grippe - genannt Influenza - ist weder eine einfache Erkältung noch ein grippaler Infekt, sondern eine ernstzunehmende Erkrankung, an der jedes Jahr weltweit zwischen 290.000 bis 650.000 Menschen sterben. Nach der Ansteckung erkrankt ungefähr ein Drittel der Betroffenen mit schweren Krankheitszeichen wie plötzlichem, hohem Fieber über 38,5 °C, trockenem Reizhusten sowie Kopf- und Gliederschmerzen. Bei etwa einem weiteren Drittel verläuft die Grippe milder. Selbst in unkomplizierten Fällen dauert die Erkrankung fünf bis sieben Tage. Ein Drittel erkrankt zwar nicht, kann aber andere mit Grippe anstecken.

Wie gefährlich ist eine Grippe?

Schwere, teilweise lebensbedrohliche Komplikationen einer Grippeerkrankung stellen vor allem für Personen mit Grunderkrankungen, Schwangere und ältere Menschen ein hohes Risiko dar.

Als häufigste Komplikationen werden Lungenentzündungen gefürchtet. Bei Kindern können sich auch Mittelohrentzündungen entwickeln. Seltener können Entzündungen des Gehirns oder des Herzmuskels auftreten.

Wie steckt man sich mit Grippe an?

Verursacht wird die saisonale Grippe durch Viren, die auf zwei Wegen von Mensch zu Mensch übertragen werden. Über die Tröpfcheninfektion gelangen beim Husten oder Niesen kleinste Tropfen, die das Grippevirus enthalten, in die Luft und auf umgebende Flächen. Diese werden eingeatmet oder können später über die Hände durch unbewusstes Berühren des Mundes bzw. anderer Schleimhäute aufgenommen werden. Diesen zweiten Übertragungsweg nennt man auch Schmierinfektion.

Die Übertragung kann ebenfalls auf diesem Weg erfolgen, wenn wir in die Hand husten oder niesen oder uns die Nase putzen. Auf Oberflächen überlebt das Virus in der Regel nicht sehr lange. Außer wenn es sehr kalt und feucht ist – bei Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt ggf. mehrere Wochen.

Wer sollte sich impfen lassen?

Seit Anfang 2018 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) Vierfach-Impfstoffe zur Impfung gegen Grippe, die Schutz vor diesen vier erwarteten Virusvarianten bieten. Zu den Risikogruppen zählen Menschen, die über 60 Jahre alt sind. Sie haben ein erhöhtes Risiko, dass eine Erkrankung bei ihnen zu Komplikationen wie Lungenentzündungen führt, die sogar lebensbedrohlich verlaufen können. Ebenfalls empfohlen ist die Impfung für Schwangere ab dem vierten Schwangerschaftsmonat, bei chronischen Grunderkrankungen bereits im ersten Schwangerschaftsdrittel.

Auch Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung durch ein Grundleiden sowie Menschen mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten sollten sich impfen lassen. Gleiches gilt für medizinisches Personal und Personal in Pflegeeinrichtungen, die berufsbedingt durch die Vielzahl der engen Patientenkontakte ein erhöhtes Ansteckungsrisiko haben und die Infektion an Patientinnen und Patienten übertragen können.

Muss ich Nebenwirkungen fürchten?

Die Grippeimpfung enthält keine vermehrungsfähigen Erreger und kann daher keine Grippeerkrankung hervorrufen. Die fälschliche Annahme, die Impfung könne auch die Erkrankung auslösen, beruht auf zwei Umständen: Zum einen wird in der Erkältungssaison geimpft. So kann es passieren, dass Geimpfte zufällig zeitgleich eine Erkältung bekommen und die Impfung dafür verantwortlich machen.

Zum anderen können nach der Impfung Allgemeinsymptome wie beispielsweise Frösteln, Müdigkeit, Übelkeit oder Muskelschmerzen auftreten. Solche Impfreaktionen klingen in der Regel nach ein bis drei Tagen wieder ab.

Welche Impfstoffe gibt es?

Seit Winter 2012/2013 steht in Deutschland ein Lebendimpfstoff zur Verfügung, der für Kinder und Jugendliche im Alter von 2 bis einschließlich 17 Jahren zugelassen ist und als Nasenspray verabreicht wird. Er wird nur empfohlen, wenn Kinder durch eine Grundkrankheit ein erhöhtes Risiko haben, Komplikationen zu erleiden. Bei einigen Grundkrankheiten, wie z. B. Immunschwäche oder schwerem Asthma, kann der Lebendimpfstoff jedoch nicht eingesetzt werden.

Für die Saison 2019/2020 hat das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) für eine ganze Reihe von Grippeimpfstoff-Produkten die Stammanpassung genehmigt. Diese Impfstoffe dürfen nun nach Chargenfreigabe durch das PEI verkauft und angewendet werden. Bei den freigegebenen Impfstoffchargen handelt es sich bisher ausnahmslos um tetravalente Grippeimpfstoffe: Diese entsprechen der von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlenen Stammzusammensetzung für die diesjährigen Grippeimpfstoffe und enthalten Komponenten von vier Virusstämmen, die laut WHO-Vorhersage in der nördlichen Hemisphäre kursieren werden. Die tetravalenten Grippeimpfstoffe sind daran zu erkennen, dass der Name des Impfstoffs die Ergänzungen "tetra" sowie die Jahreszahl "2019/2020" enthält. Grippeimpfstoffe sind mit der genehmigten Stammanpassung immer nur für eine Saison gültig. (Quelle: PEI)

Wie hoch ist der Impfschutz?

Kein Impfstoff bietet einen hundertprozentig zuverlässigen Schutz, weil die Schutzwirkung von verschiedenen Faktoren abhängt. Die Zusammensetzung des Impfstoffes wird jährlich aktualisiert. Es ist trotzdem möglich, dass die in der folgenden Saison hauptsächlich auftretenden Grippeviren nicht gut mit den im Impfstoff enthaltenden Virusstämmen übereinstimmen.

Bei einer guten Übereinstimmung der zirkulierenden Grippeviren mit dem Impfstoff wurde bei jungen Erwachsenen eine Schutzwirkung bis zu 80 Prozent beobachtet. Ältere Menschen haben oft eine eingeschränkte Immunantwort, so dass die Impfung bei ihnen weniger zuverlässig wirkt. Dennoch können auch ältere Menschen ihr persönliches Risiko, an Grippe zu erkranken, durch die Impfung in etwa halbieren.

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