Grünen Star rechtzeitig erkennen

Frühzeitige Diagnose schützt vor Erblindung

Verbraucher | Volle Kanne - Grünen Star rechtzeitig erkennen

Wenn ein Glaukom den Sehnerv schädigt, ist das Augenlicht in Gefahr. Aber es gibt Vorsorgeuntersuchungen, die der Patient im Rahmen von IGeL-Leistungen selbst zahlen muss. Zu Recht?

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 04.03.2017, 14:00

Das Glaukom, auch Grüner Star genannt, ist eine der häufigsten Erblindungsursachen in den Industrienationen. Allein in Deutschland sind über eine halbe Million Menschen an einem Glaukom erkrankt. Man schätzt, dass die tatsächliche Zahl fast doppelt so hoch liegt, da viele Glaukome lange oder überhaupt nicht diagnostiziert werden. Denn wenn der Patient erste Symprome, also eine Sehverschlechterung bemerkt, ist bereits ein Schaden am Sehnerv eingetreten, der nicht rückgängig gemacht werden kann.

Die Ursachen eines Glaukoms sind noch nicht restlos geklärt. Ein wichtiger – und bislang auch der einzige behandelbare – Risikofaktor ist ein dauerhaft erhöhter Augeninnendruck von mehr als 22 mmHg (Millimeter Quecksilbersäule). Dieser erhöhte Druck entsteht, wenn das im Ziliarkörper gebildete Kammerwasser nicht mehr ungehindert abfließen kann. Je höher der Augeninnendruck ist, desto größer ist in der Regel auch das Risiko, dass der Sehnerv geschädigt wird. Allerdings führt ein erhöhter Augeninnendruck nicht zwangsläufig zum Glaukom.

Gestörte Durchblutung

Auf der anderen Seite wiederum können auch Menschen mit einem normalen Augeninnendruck von einem Glaukom betroffen sein. Bei einem solchen Normaldruckglaukom liegt meist eine Erkrankung der Gefäßregulation vor, sodass der Sehnerv aufgrund einer gestörten Durchblutung des hinteren Augenabschnitts zugrunde geht. Außerdem steigt die Wahrscheinlichkeit, an einem Glaukom zu erkranken, mit zunehmendem Lebensalter.

Besonders gefährdet sind zudem Menschen, in deren Familie ein Glaukom häufiger vorkommt. Auch Kurzsichtige und Diabetiker, deren Augen bereits krankhafte diabetische Veränderungen aufweisen, neigen zu der Erkrankung. Lebensgewohnheiten, Beruf und Ernährung haben nach heutigen Erkenntnissen keinen Einfluss auf die Entstehung eines Glaukoms.

Regelmäßige Kontrollen

Wer einer Risikogruppe angehört, sollte sich alle ein bis zwei Jahre einer Glaukomvorsorge unterziehen. Daneben empfehlen Augenärzte die Vorsorgeuntersuchung jedem ab dem 40. Lebensjahr im Abstand von zwei bis drei Jahren.

Bei einer Glaukomvorsorge sollten zwei Untersuchungen durchgeführt werden: die Augendruckmessung und die Kontrolle des Sehnervs (Augenspiegelung). Die Messung des Augeninnendrucks alleine ist nicht aussagekräftig genug. Deshalb gibt die gezielte Untersuchung des Sehnervs weitere wichtige Anhaltspunkte für eine mögliche Entwicklung eines Glaukoms. Ein Glaukom führt zu Veränderungen des Sehnervs, die der Augenarzt schon früh erkennen kann. Er wird an seiner Austrittsstelle im Augenhintergrund beurteilt. Bei einer dritten Untersuchungsmethode,, die Untersuchung des Gesichtsfeldes dagegen sind Einschränkungen erst dann messbar, wenn bereits ein bis zwei Drittel der Nervenfasern ausgefallen sind.

Die Symptome

Das Glaukom ist eine Erkrankung, die in der Regel schmerzlos verläuft, sich nur schleichend bemerkbar macht und deshalb oft über Jahre unerkannt bleibt. Gesichtsfeldausfälle beginnen am äußeren Rand, wo sie lange Zeit nicht wahrgenommen werden. Die Wahrnehmungslücken fallen den Betroffenen meist erst dann auf, wenn das Gehirn es nicht mehr schafft, die fehlende Information zu ergänzen. Zu diesem Zeitpunkt ist der Schaden am Sehnerv oft schon sehr weit fortgeschritten. Je früher die Diagnose gestellt wird, desto eher kann dem drohenden Sehverlust vorgebeugt werden.

Operative Behandlung

Auge groß
Wenn Medikamente nicht helfen, kann ein Laser eingesetzt werden. Quelle: imago

Bereits entstandene Schäden am Sehnerv sind nicht rückgängig zu machen. Daher ist das Ziel, das zum Zeitpunkt der Diagnose vorhandene Sehvermögen zu erhalten und die drohende Blindheit zu verhindern. Die Behandlung beginnt in der Regel sofort mit Augentropfen, die den Augeninnendruck senken sollen. Sie müssen sehr pünktlich ein- bis mehrmals täglich in das Auge getropft werden. In den meisten Fällen reicht diese medikamentöse Therapie aus.

Lässt sich der Augeninnendruck damit nicht dauerhaft stabilisieren, wird ein operativer oder laserchirurgischer Eingriff erforderlich. Auch bei dieser Behandlungsmethode liegt das Ziel darin, den Augeninnendruck langfristig zu senken. Dabei wird entweder ein neuer Abfluss für das Kammerwasser geschaffen oder der Ziliarkörper als Ort der Kammerwasserproduktion selektiv geschädigt, um durch die verringerte Produktion den Druck langfristig zu senken. Nach der Operation sind grundsätzlich engmaschige Kontrollen durch den Augenarzt wichtig, da der Augeninnendruck trotz gelungenem Eingriff jederzeit wieder ansteigen kann.

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