Seltene Haarzell-Leukämie

Schwer zu diagnostizieren, jedoch gut zu therapieren

Verbraucher | Volle Kanne - Seltene Haarzell-Leukämie

Wegen ihrer unspezifischen Symptome wird die Krebserkrankung häufig nicht erkannt und damit auch nicht behandelt. Dabei hat die Haarzell-Leukämie eine gute Prognose.

Beitragslänge:
4 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 19.11.2019, 09:05

Die Haarzell-Leukämie ist eine seltene, bösartige Blutkrebserkrankung von der in Deutschland jährlich nur circa 200 Menschen betroffen sind. Der Name der Erkrankung leitet sich vom Erscheinungsbild der Krebszellen ab, die kleine haarähnliche Ränder aufweisen. Da die Haarzell-Leukämie nur selten auftritt und in den meisten Fällen zunächst keine Symptome zeigt, wird die Erkrankung häufig lange nicht diagnostiziert. Dies kann fatale Folgen haben, da die Haarzell-Leukämie unbehandelt tödlich verläuft.

Es gibt noch eine aggressivere Unterform der Haarzell-Leukämie, die so genannte „Variante“. Diese hat eine deutlich schlechtere Prognose als die klassische Haarzell-Leukämie, die in den meisten Fällen mit einer Chemotherapie gut behandelbar ist.

Verlauf

Die Haarzell-Leukämie hat typischerweise einen langsamen Verlauf, sodass die Patienten zunächst nur „laborkrank“ sind, sich aber ansonsten gesund fühlen. In diesem Anfangsstadium ist eine Behandlung noch nicht erforderlich, da diese zunächst mehr schaden als helfen kann.

Allerdings sollte in einem Abstand von drei Monaten ein genaues Blutbild erstellt werden. Es kann sogar sein, dass sich das Blutbild zwischenzeitlich verbessert. Eine Behandlung sollte erst dann einsetzen, wenn bestimmte Grenzwerte der Blutzellen erreicht werden:

• Neutrophile Granulozyten <1000/μl und/oder
• Thrombozyten <100.000/μl und/oder
• Hämoglobin <11g/dl.

Therapie

Bei der Haarzell-Leukämie sollte ab dem Erreichen der von der Deutschen Leukämie- und Lymphom-Hilfe festgelegten Grenzwerte der Blutzellen unbedingt eine Chemotherapie durchgeführt werden. Circa 95 Prozent der Patienten sprechen auf die Chemotherapie an und circa 75 Prozent der Patienten erreichen wieder ganz normale Blutwerte.

Die Chemotherapie kann jedoch mit erheblichen Nebenwirkungen einhergehen: Hierzu gehören u.a. Lungenentzündungen, Wassereinlagerungen sowie die Aktivierung einer Herpes Infektion.

Prognose

Die Haarzell-Leukämie ist eine chronische Erkrankung und nicht heilbar, jedoch gut behandelbar. Viele betroffene Patienten haben, wenn sie rechtzeitig behandelt werden, eine normale Lebenserwartung. Sieben bis zehn Jahre nach der Chemotherapie treten jedoch in der Hälfte aller Fälle erneut Haarzellen auf.

Deswegen sollten alle Patienten regelmäßig ihr Blut untersuchen lassen. Bei einem erneuten Erreichen der Grenzwerte ist bei ihnen auch eine erneute Chemotherapie erforderlich.

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