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Mit Hängepflanzen gestalten

Blattkaktus

Moderne Wohnungen besitzen oft gar keine Fensterbänke und mancher Blumenfreund hat seine Fensterbank bereits voll. Hängepflanzen sind da die Lösung. Pflanzenexperte Elmar Mai stellt die schönsten Vertreter vor.

17.01.2019
17.01.2019
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Die meisten hierzulande angebotenen Hängepflanzen kommen aus den Tropen, wo sie auf Felsen oder Bäumen wohnen. Ihre hängende Wuchsform bringt ihnen viele Vorteile. Sie müssen kein Stützgewebe aufbauen, was Kraft und Energie spart. Zudem sind sie in luftiger Höhe flexibler gegen Wind und besser vor der sengenden Sonne geschützt.

Welche Pflanzen eignen sich für Zuhause?

Porzellanblume
Porzellanblumen sind sehr pflegeleicht.
Quelle: imago

Es gibt eine große Auswahl an Pflanzen, die wenig Ansprüche an die Pflege stellen. Hierzu gehört zum Beispiel Hoya, die Porzellanblume. Ihre Blüten sehen aus, als wären sie aus Porzellan. Zur gleichen Familie gehören einige Ceropegien, auch Leuchterblumen genannt. Ihr Name bezieht sich auf das kandelaberähnliche Aussehen mancher Blüten. Da der Handel nur einige Standard-Sorten anbietet, lohnt es sich, auf Raritätenmärkten zu suchen.

Scindapsus
Scindapsus wird auch "Efeutute" genannt.
Quelle: imago

In der Kakteenfamilie sind es die Blattkakteen (Phyllocacteen), die sich zur hängenden Kultivierung eignen. Je nach Sorte beeindrucken sie mit spektakulären Riesenblüten. Aber auch sogenannte Schlangenkakteen (Aporocacteen) sind wahre Hingucker. Die mit herunterhängenden Trieben wachsende Kakteengattung Rhipsalis ist für einen Laien nicht als Kaktus erkennbar. Sie bildet unzählige weiße oder rote Früchte, die sehr lange an der Pflanze bleiben. Scindapsus kann klettern und hängen. Sie gehört zur großen Gruppe der Aronstabgewächse, die eine Fülle von Hängepflanzen und Kletterern bereithält. Es ist gar nicht so ungewöhnlich, dass einige Arten benachbarte Stützen zum Hochklettern benutzen. Daher ist es sinnvoll, seine Hängeampeln von Zeit zu Zeit zu entwirren.


Besonders wuchsfreudige Gesellen

Grünlilie
Die Grünlilie ist ein dankbarer Mitbewohner.
Quelle: imago

Die Grünlilie hat schon vor langer Zeit Karriere als Zimmerpflanze gemacht. Bereits seit 1850 ist sie in unseren Wohnzimmern zuhause. An ihren langen, hängenden Ausläufern bildet sie Unmengen an Jungpflanzen. Hervorzuheben ist ihre besondere Fähigkeit, Formaldehyd-Konzentrationen in Wohnräumen zu senken.

Henne mit Küken (Saxifraga stolonifera) heißt eine zweite, äußerst vermehrungsfreudige Ampelpflanze. Geradezu „unkrautartig“ wächst Tradescantia, eine sehr robuste Blattschönheit. Auch die verschiedenen Arten des Russischen Weines (Cissus) sind sehr wachsfreudig.

Schön, aber eher etwas für den erfahrenen Zimmergärtner, sind Vertreter der Gattung Columnea. Zu trockene Zimmerluft oder falsche Temperaturen vertragen sie nicht. Bei falscher Pflege blühen sie nicht mehr oder werfen die Knospen ab. Gynura imponiert mit dunkelrot gefärbtem Laub. Sie ist eine herrliche Ampelpflanze, die allerdings zum Schädlingsbefall neigt.

Das richtige Gefäß

Hängepflanzen lassen sich in wasserdichten Übertöpfen kultivieren. Allerdings muss man mit Fingerspitzengefühl gießen. Fast alle Hängepflanzen sind empfindlich gegenüber Staunässe, aber nur die wenigsten nehmen vorübergehenden Wassermangel krumm. Sie sind in aller Regel robuste Gesellen. Einfacher ist es, einen Innentopf in den Übertopf zu stellen. Füllen Sie etwas Granulat in den Übertopf, so dass die Luft von unten zirkulieren kann.

Zur Aufhängung der Töpfe ist eine Stange empfehlenswert, die man im entsprechenden Abstand zur Wand montiert. Auf diese Weise lassen sich die Pflanzen in optimaler Entfernung zueinander aufhängen und später je nach Zuwachs verschieben. Auch bei der Pflege hat man einige Vorteile bei der Handhabung. Wer viel unterbringen möchte, kann die Ampeln auch gestaffelt anbringen, je eine über der anderen. Hier helfen Ketten beim Aufhängen, denn sie lassen sich in der Länge variieren.

Gelegentlich abduschen

Da der Düngerbedarf nicht sehr hoch ist, sollte man mit Grünfplanzendünger eher spärlich als zu üppig düngen. Wässern ist „über Kopf“ etwas schwierig, weil man in den Übertopf nicht hinein schauen kann. Daher ist es sinnvoll, sich heran zu tasten. Das heisst, anfangs den Topf abhängen und kontrollieren, bis man ein Gefühl für den Wasserbedarf seiner Pfleglinge entwickelt hat. Alle Hängepflanzen mögen es, gelegentlich komplett abgeduscht zu werden.

Tipp

Man muss nicht unbedingt bereits üppig wachsende Hängeampeln kaufen. Viele Jungpflanzen sind für kleines Geld zu haben und lassen sich mit der Zeit zu imposanten Ampeln gestalten. Hier hat man auch den Vorteil, von vorneherein den passenden Innentopf zum Übergefäß auszuwählen und da hinein die Jungpflanze zu setzen. Dann kann man den vorhandenen Wurzelraum optimal nutzen.

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