Wer haftet bei Reparaturmängeln?

Verbraucher | Volle Kanne - Wer haftet bei Reparaturmängeln?

Wer sein Auto, sein Handy oder seinen Laptop zur Reparatur bringt, erwartet für sein Geld auch gute Arbeit. In der Praxis sieht es manchmal aber ganz anders aus, denn bei der Reparatur können Fehler unterlaufen. Wer haftet für den entstandenen Schaden?

Beitragslänge:
7 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 16.11.2017, 09:05

Das Auto kommt mit einem Schaden aus der Werkstatt zurück, das Handy-Display hat nach der Reparatur einen Kratzer oder ein Handwerker, der etwas im Haus reparieren soll, hinterlässt Schäden an der Einrichtung. Ärgerlich ist es, wenn der Kunde für den entstandenen Schaden auch noch zahlen soll. Ein Beispiel: Hadrian Czapski bringt sein Auto zum Check-up in die Werkstatt. Nach der Inspektion funktioniert ein Teil der Elektronik nicht mehr und er wird mit dem entstandenen Schaden in Stich gelassen. Gibt es eine Haftung für Fehler bei der Reparatur?

Hadrian Czapski wendet sich mit seinem Fall an die Verbraucherzentrale NRW, da sich die Werkstatt weigert, den bei der Reparatur entstandenen Schaden zu beheben. Grundsätzlich hat der Kunde einen vertraglichen Schadensersatzanspruch. Ein so genannter Werkvertrag verpflichtet den Auftragnehmer, die gewünschten Leistungen zu erbringen und Interessen des Kunden zu beachten. Dazu gehört auch, mit dem Eigentum oder beispielsweise mit der Einrichtung des Auftraggebers pfleglich umzugehen.

In der Regel hat das Unternehmen zweimal die Möglichkeit, entstandene Mängel nachzubessern. Dabei kann der Kunde in der Regel eine Reparaturfrist von circa 14 Tagen setzen. „Wenn das Vertrauen in das Reparatur-Unternehmen gestört ist und die Frist nicht eingehalten wird, kann der Kunde seine Sache von einem zweiten Unternehmen reparieren“, sagt Christopher Kunke, Jurist der Verbraucherzentrale NRW.

Beweislast und Gewährleistung bei Reparaturmängeln

Als Kunde hat man nicht immer die Möglichkeit, vorab zu kontrollieren bzw. zu beweisen, ob der Schaden vor einer Reparatur noch nicht existierte. Wichtig ist es deshalb, Beweise vorzubereiten. Dazu kann beispielsweise ein Foto unmittelbar vor der Übergabe gemacht werden. „Auch Zeugen, die belegen können, dass der Schaden noch nicht vorlag, sind ein taugliches Beweismittel“, erklärt Christopher Kunke. Mit dem Unternehmen kann zudem vereinbart werden, bei der Abgabe der Sache ein Protokoll über den Zustand und Vorschäden zu unterschreiben. Die Reparatur selbst sollte zumindest äußerlich noch in Anwesenheit des Kundendienstes geprüft und gegebenenfalls reklamiert werden.

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