Hashimoto-Thyreoiditis

Symptome, Ursachen, Therapien

Wenn die Schilddrüse nicht richtig funktioniert, kann es zu heftigen körperlichen Beschwerden kommen. Eine häufige Ursache für Schilddrüsenprobleme ist die Krankheit Hashimoto-Thyreoiditis, eine chronische Entzündung der Schilddrüse.

5 min
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04.02.2021
04.02.2021
Video verfügbar bis 04.02.2022

Die Autoimmunerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis betrifft in Deutschland schätzungsweise zwei Prozent der Bevölkerung. Frauen erkranken etwa zehn Mal häufiger als Männer. Bei der Krankheit greift das eigene Immunsystem Zellen der Schilddrüse an, was zu einer chronischen Entzündung der Schilddrüse führt. Dadurch wird die Hormonproduktion gestört. In der Regel kommt es zu einer leichten oder deutlichen Schilddrüsenunterfunktion. Die Autoimmunerkrankung Hashimoto ist nicht heilbar, die Beschwerden der Unterfunktion aber medikamentös gut behandelbar.

Symptome

Manche Menschen bemerken keine Beschwerden, bei anderen können starke Symptome auftreten. Weil das Schilddrüsenhormon Thyroxin auf viele verschiedene Organsysteme wirkt, können die Beschwerden sehr vielfältig sein. Typische Anzeichen sind:

• Müdigkeit oder vermehrtes Schlafbedürfnis
• kühle, trockene oder teigige Haut
• Haarausfall
• Verstopfung
• Konzentrations-, Gedächtnisprobleme
• Wasseransammlungen (Ödeme)
• Kälteunverträglichkeit
• Regelblutungsstörungen
• Nachlassende sexuelle Lust

Ursachen und Diagnose

Die genauen Ursachen für die Autoimmunerkrankung Hashimoto sind unklar. Bekannt ist aber, dass die Krankheit bei Familienmitgliedern und Verwandten gehäuft vorkommt. Ein typischer Erbgang besteht aber wohl nicht. Häufig macht sich die Krankheit bei Frauen im Alter von 40 bis 50 bemerkbar. Vermehrt auch in Folge einer Schwangerschaft oder stark belastenden Lebenssituationen (Stress) und möglicherweise auch nach schweren viralen Infektionen. Grundsätzlich kann die Krankheit aber in jedem Alter auftreten, auch schon bei Kindern oder Jugendlichen.

Wichtig: Patienten mit Hashimoto haben ein erhöhtes Risiko für weitere Autoimmunerkrankungen. Zum Beispiel Typ-A-Gastritis (Magenschleimhautentzündung), Vitiligo (Weißfleckenerkrankung), Morbus Addison (Unterfunktion der Nebenniere). Die Zusammenhänge sind noch nicht ausreichend erforscht.

Ärzte ermitteln zunächst den TSH-Wert im Blut. TSH ist ein Regelhormon der Hirnanhangdrüse und ein wichtiger Indikator für die Funktion der Schilddrüse. Ist der TSH-Wert erhöht, produziert die Schilddrüse zu wenig Schilddrüsenhormon (Thyroxin). Eine Schilddrüsenunterfunktion hat bei Erwachsenen meistens eine Hashimoto-Krankheit als Ursache. Zusätzlich können dann noch weitere Untersuchungen erfolgen: Erhöhte Autoantikörper im Blut und ein Ultraschall der Schilddrüse sichern die Diagnose.

Therapie

Hashimoto-Thyreoiditis ist nicht heilbar. Die Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion aber gut behandelbar. Ist eine medikamentöse Therapie nötig, wird das fehlende Schilddrüsenhormon (Thyroxin) substituiert. Bei der Standard-Therapie nehmen Patienten jeden Morgen auf nüchternen Magen, etwa 30 Minuten vor dem Frühstück, eine kleine Tablette ein. Der Wirkstoff heißt L-Thyroxin. Bei einer leichten Funktionsstörung erhalten die Patienten zunächst eine sehr niedrige Dosis. Gerade zu Beginn der Therapie ist es nötig, den Wert im Abstand von ca. sechs bis acht Wochen zu kontrollieren. Abhängig vom Ergebnis wird die Dosis wird schrittweise erhöht bis sich der TSH-Wert normalisiert und die Beschwerden verschwinden. Manchmal kann der TSH-Wert auch stark schwanken, vorübergehend können sich auch Symptome einer Überfunktion einstellen. Auch deshalb kann es einige Zeit dauern bis die Krankheit gut eingestellt ist.

Zusätzlich zur medikamentösen Therapie raten Ärzte zu einer gesunden, ausgewogenen sogenannten mediterranen Diät: mit ausreichend Gemüse, Ballast- und Vitalstoffen. Nahrungsergänzungsmittel sind in der Regel nicht nötig. Hilfreich sind außerdem Sport (z. B. Yoga) und Bewegung, eine Reduktion von Stress und das Einlegen von Pausen im Alltag.

Regelmäßige Kontrollen

Hashimoto erfordert eine Dauertherapie und lebenslange Kontrollen, die mindestens einmal jährlich erfolgen sollten. In bestimmten Lebenssituationen (z. B. Schwangerschaft) oder bei Auftreten von Beschwerden sind häufigere Arztbesuche notwendig.

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