Mehr als Ananas

Elmar Mai über Bromelien

Verbraucher | Volle Kanne - Mehr als Ananas

Sie sind pflegeleicht, manche Sorten sogar nahezu unverwüstlich, trotzdem gibt es einige Dinge zu beachten. Elmar Mai gibt Tipps rund um Bromelien und Tillandsien.

Beitragslänge:
7 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 18.01.2017, 10:26

Die Ananas ist die wohl bekannteste Bromelie – neben dieser Nutzpflanze hat die Familie aber auch zahlreiche Zierpflanzen hervorgebracht.

Die Familie der Bromelien umfasst rund 3000 Arten – weltbekannt ist aber vor allem eine: die Ananas. Sie gilt als lecker und gesund, ist deshalb auch wirtschaftlich von großer Bedeutung. Ursprünglich aus Südamerika beziehungsweise der Karibik stammend, wird sie mittlerweile in vielen tropischen und subtropischen Ländern auf Plantagen kultiviert. Die Ananas ist eine bodenbewohnende Pflanze, wodurch sie sich von vielen Bromelien unterscheidet, die als sogenannte Aufsitzerpflanzen häufig auf Bäumen, manchmal sogar auf Telefonleitungen siedeln.

Pflanzenexperte Elmar Mai: „Bromelien zerfallen in mehrere große Gruppen und tragen erheblich zum Artenreichtum der tropischen Regenwälder bei.“ Für Zimmergärtner kämen vor allem eigentliche Bromelien und Tillandsien in Betracht: „Der Zierwert von Tillandsien liegt in den bizarren Formen der Rosetten. Bromelien werden wegen ihrer Blüten, ihrer interessanten Blatt-Trichter oder ihres dekorativen Fruchtschmucks kultiviert.“ Diese Früchte seien nämlich äußerst vielgestaltig: „Manche sehen aus wie kleine Ananasfrüchte, andere besitzen glatte und äußerst bunte Beeren, wieder andere bilden bizarre Kapseln.“

Besondere Kulturtechniken erforderlich

Tillandsie
Eine Tillandsie, aufgebunden auf einen Stock.

Zur Kultivierung von Tillandsien sagt Elmar Mai: „Das sind überwiegend kleine Pflanzen, die besondere Techniken erfordern. Sie werden mit Nylonstrümpfen oder anderem elastischen Material auf Holzstämmchen aufgebunden und nicht gegossen, sondern nur besprüht. Ähnlich wie bei den baumbewohnenden Orchideen kommt den Wurzeln eine haftende Aufgabe zu, die meisten Arten nehmen damit keinerlei Nahrung oder Wasser auf.“

Das Gros der Bromelien hingegen werde in Blumenerde, Hydrokulturen oder Orchideensubstrat gehalten: „Das entspricht dann in der Pflege schon eher den gewohnten Zimmerpflanzen.“ Bromelien würden zwar ein warmes Klima bevorzugen, hätten aber, im Gegensatz zu Tillandsien, keinen besonders hohen Lichtbedarf. Somit seien sie auch für Plätze „etwas abseits vom Fenster“ geeignet. Einige von ihnen seien zudem geradezu unverwüstlich: „Sie schmücken daher nicht selten die Fensterbänke von Kneipen, weil sie Pflegefehler oder einen Rest Bier nicht krumm nehmen.“

Trichter, in denen Wasser steht

Sowohl Bromelien als auch Tillandsien bevorzugen wenig Dünger und kalkfreies Wasser. Wobei die meisten Bromelien und einige Tillandsien Trichter bilden, in denen permanent Wasser stehen sollte. Zur Funktion dieser Trichter in der freien Natur sagt Elmar Mai: „Es gibt Vermutungen, dass in den Trichtern bei einigen Arten gezielt Insekten gefangen werden – sie ertrinken. Der Übergang zu fleischfressenden Pflanzen scheint also gegeben. Sicher ist aber, dass Laub und andere organischen Reste in den Trichtern verrotten und für Nahrung sorgen. Manche Arten bilden sogar Bruttümpel für Frösche, deren Ausscheidungen sind dann Dünger.“

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