Keine Haustiere als Geschenk!

Die Anschaffung eines Tieres muss gut überlegt sein

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Verbraucher | Volle Kanne - Keine Haustiere als Geschenk!

Ein Haustier steht bei vielen Kindern ganz oben auf dem Wunschzettel. Doch die Entscheidung für ein Tier sollte keinesfalls spontan, sondern wohlüberlegt sein, rät Tierexpertin Melanie Reiner.

Beitragslänge:
6 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 04.12.2016, 14:00

Der Dauerbrenner auf Kinder-Wunschzetteln: ein Haustier. Doch als Weihnachtsgeschenk ist ein Tier denkbar ungeeignet – denn nach der Freude an Heiligabend lässt die Lust auf die anspruchsvolle Haltung schnell nach. Schließlich handelt es sich um ein Lebewesen mit eigenen Bedürfnissen. Viele Vierbeiner landen deshalb nach Weihnachten im Tierheim.

Gerade Katzen und Hunde werden nach den Feiertagen wieder abgegeben und landen in den Tierheimen. Die großen Vierbeiner sind anspruchsvoller und vor allem teurer als zum Beispiel ein Kaninchen oder Hamster. Immer wieder kommt es nach den Feiertagen zu wahren Rückgabewellen.

Viele Tiere werden auch erst ein viertel Jahr nach Weihnachten abgegeben oder gar ausgesetzt: Denn mit dem ersten Urlaub oder den ersten Kosten bemerken die Besitzer, dass ein Haustier auch ‚unbequem‘ sein kann. Häufig werde vergessen, dass mit der Anschaffung eines Haustiers auch Pflichten verbunden sind, sagt Tierexpertin Melanie Reiner.

Haustiere brauchen viel Zuwendung

Hunde im Tierheim: Rückgabewellen nach den Festtagen Quelle: reuters

Die Entscheidung für ein Haustier sollte in aller Ruhe getroffen werden. Dazu gehört das Abwägen, wie die Familie dem neuen Tier gerecht werden kann. Kann dem Tier dauerhaft genügend Zeit und Aufmerksamkeit gewidmet werden? Wer übernimmt welche Aufgaben und wer sorgt für das Tier, wenn Urlaub ansteht? Außerdem muss abgeklärt sein, ob ein Familienmitglied unter einer Tierhaarallergie leidet. Auch die Unterhaltskosten sollten kalkuliert werden. Bei größeren Tieren, also auch bei Hunden und Katzen, muss der Vermieter um Erlaubnis gefragt werden.

Natürlich müssen sich vor allem die Eltern über die Konsequenzen im Klaren sein. Zwar können Kinder durch ein Tier lernen, Verantwortung zu übernehmen, doch die Hauptlast haben die Eltern. Zudem gilt es, den richtigen Zeitpunkt zu wählen, an dem das Tier ins Haus kommen soll: Es muss sich erst an die neue Umgebung gewöhnen. Dafür sollte man sich ein paar Tage Zeit nehmen, in denen nicht allzu viel los ist.

Ein Hund für die ganze Familie

Welche Hunderasse am besten zur Familie passt, lässt sich pauschal nicht sagen. Es kommt unter anderem auf die Größe des Hundes an und darauf, wie alt die Kinder sind. Wer mit viel Geduld und Wissen einen Hund erzieht, kann aus jeder Rasse einen familienfreundlichen Hund machen. Wichtig zu wissen ist auch, ob der Vierbeiner schon eine schwierige Vergangenheit hinter sich hat und eventuell traumatisiert ist. Da kann selbst ein sanftmütiger Golden Retriever ein Problemfall sein. Melanie Reiner empfiehlt, sich vor der Anschaffung genau über die Lebensgewohnheiten und Charaktereigenschaften des Tiers zu informieren.

Auch die Wohnung muss zu einem Hund passen: Eine Zwei-Zimmerwohnung im sechsten Stock ohne Aufzug ist für eine Dogge oder für einen Schäferhund eher nicht geeignet. Generell gilt: Je mehr Platz dem Tier zur Verfügung steht, desto besser.

Nicht uneingeschränkt geeignet

Wenn ein Kind sich explizit ein Kleintier wünscht und auch in der Lage ist, mit ihm umzugehen, dann wird es daran seine Freude haben. Entscheiden Sie sich für ein Nagetier, sollten es aber mindestens zwei Meerschweinchen oder Kaninchen sein, das ist artgerechter. Nicht selten ist die Enttäuschung aber groß, da Nager keine Schmusetiere sind, sondern lieber mit ihren Artgenossen im Käfig mümmeln. Das sollte im Vorfeld klar sein.

Hamster sind für Kinder völlig ungeeignet. Die lichtscheuen Tiere sind nur nachts aktiv und schlafen tagsüber. Vögel sind schon eher zu empfehlen, allerdings sind auch sie keine Kuscheltiere. Werden sie nicht handzahm, kann ein Kind schnell die Lust daran verlieren. Auch Fische im Aquarium können interessant sein. Es kommt letztendlich darauf an, was sich Kinder wünschen: einen Spielgefährten, ein Kuscheltier oder ein Tier zum Beobachten.

Alternative: Patenschaft

Weihnachten mit Hund und Katze
Haustiere sind keine Geschenke - lieber alternativ schenken. Quelle: imago/ ARCO IMAGES

Für Kinder, die sich ein Haustier wünschen, bieten sich vielleicht erst mal ein schöner Bildband, ein besonderes Stofftier oder auch eine Patenschaft im Tierheim an. In Tierheimen ist es oftmals möglich, sich zu festen Zeiten um ein bestimmtes Tier zu kümmern, es zu füttern, mit ihm zu spielen und spazieren zu gehen. Eine weitere Möglichkeit sich mit Tieren auseinanderzusetzen, ist der Zoo. In der Zooschule können Kinder das Verhalten der Tiere beobachten. Manche Zoos bieten auch Malkurse an oder die Möglichkeit, den Tierpflegern bei leichten Aufgaben zur Hand zu gehen.

Es gibt auch Nachbarn, die dankbar dafür sind, wenn ein Kind ab und zu das Gassi gehen oder die Urlaubsbetreuung übernimmt. In vielen Städten gibt es Tiersitter, die sich, ähnlich einem Babysitter, um Haustiere kümmern, wenn die Besitzer verhindert sind. Ältere Kinder, die schon über ein paar Vorkenntnisse verfügen, können sich oftmals bei einem solchen Service ein paar Euro hinzuverdienen.

Für Kinder besonders spannend: Ferien auf dem Bauernhof. Egal ob Nordsee, Tirol oder Toskana – Urlaub auf dem Bauernhof gibt es mittlerweile in allen Ländern Europas. Informationen bieten die Fremdenverkehrszentralen oder das Internet. Bei Mädchen ein Renner: der klassische Ponyhof. Man muss kein eigenes Pferd oder Pony besitzen, sondern übernimmt gemeinsam mit anderen Verantwortung für ein bestimmtes Tier. So bleiben die Kosten im Rahmen. Als Geschenk eignen sich dann zum Beispiel Hufauskratzer, Gummireitstiefel oder eine Reitkappe.

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