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Helleborus

Winterblüher im Garten

Christrosen, Schneerosen und Lenzrosen – botanisch „Helleborus“ genannt – gehören zu den winterblühenden Gartenpflanzen. Gartenexperte Elmar Mai zeigt, wie man sie geschickt in Szene setzt und so auch in der dunklen Jahreszeit für farbige Akzente sorgt.

Beitragslänge:
8 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 02.01.2021

Bei Vertretern der Gattung "Helleborus" handelt es sich um robuste, langlebige Stauden, die meist immergrün sind und nur in harten Wintern ihr Laub verlieren. Die Blätter sind derb, recht groß und bilden einen attraktiven Gartenschmuck. Sie sind wie bei allen Hahnenfußgewächsen handförmig geteilt. Die großen Blüten tragen fünf Blütenblätter und eine große Zahl von Staubgefäßen. Sie sind in wenigblütigen Blütenständen gebündelt, die zeitig im Jahr vor den neuen Blättern austreiben. Die Blütenblätter bleiben auch bei der Samenreife an der Pflanze und täuschen so eine lange Blütezeit vor.

Standort und Pflege

Die meisten Arten bevorzugen einen schattigen bis halbschattigen Platz und kommen als Unterpflanzung von Gehölzen oder an deren Rand mit dem Konkurrenzdruck der Bäume und Sträucher gut zurecht. Mittagssonne im Sommer ist zu vermeiden, einige Arten gedeihen allerdings auch in der Sonne recht gut.

Helleborus-Arten eignen sich hervorragend für "faule Gärtner", denn sie haben nur einen Anspruch: in Ruhe gelassen zu werden. Umgraben, Hacken in ihrer Nähe oder Umpflanzen sollte man vermeiden. Helleborus-Arten vermehren sich – außer durch reichlich Aussaat – ansonsten nur langsam und werden an idealen Standorten uralt. Dabei bevorzugen sie einen lehmig-frischen Boden mit guter Kalkversorgung (es reichen schon ein paar Eierschalen), ausreichend Feuchtigkeit im Frühjahr und genügend Nährstoffe für eine reiche Blüte. Den Sommer über vertragen sie zwar längere Trockenheit, Staunässe sollte man jedoch unbedingt vermeiden. Leichte Böden können mit Kompost oder Gesteinsmehl aufgebessert werden.

Pflanzung

Stammbildende Formen wie Christ- oder Schneerose können nicht geteilt werden, die überwiegend staudig wachsende Mehrzahl der Lenzrosen dagegen schon. Teilen und umpflanzen sollte man am besten im September oder direkt nach der Blüte, allerdings kann Containerware notfalls auch den Rest des Jahres über gepflanzt werden. Bei Sommerpflanzung, die man nach Möglichkeit vermeiden sollte, gut wässern.

Christ- und Lenzrosen eignen sich auch für Kübel und Balkonkästen, sofern sie etwas schattig stehen und die Gefäße genügend Erdvolumen aufweisen. Hier sollte man für guten Wasserabzug und kalkhaltige Erde zum Beispiel Geranienerde sorgen. Je nach Art können die Pflanzen zwischen 20 und 60 Zentimeter hoch und recht ausladend werden, sofern die Vorjahresblätter nicht erfroren oder abgeschnitten worden sind.

Die Christrose

Der botanische Name der Christrose – auch Schneerose oder Schwarze Nieswurz genannt – lautet "Helleborus niger". Obwohl "niger" "schwarz" bedeutet, sind die Blüten weiß. „Niger“ bezieht sich nämlich auf den tief schwarzen Wurzelstock. Die sehr dunkelgrünen Blätter geben dem Weiß der Blüten einen starken Kontrast. Die immergrüne Art stammt aus den Bergen der südöstlichen Alpen, ist also in puncto Kälte und Sonne unempfindlich. Die Hauptblütezeit ist im Februar, obwohl sie in milden Lagen und natürlich im kalten Gewächshaus schon ab November blüht. Die Blüten stehen einzeln und sind sehr groß, manche Arten erreichen bis zu 10 Zentimeter Durchmesser. Neben den weiß blühenden sind auch creme- oder rosafarbene Arten erhältlich.

Die Orientalische Nieswurz und die Purpur-Nieswurz

Purpur-Nieswurz
Purpur-Nieswurz
Quelle: imago/Manfred Ruckszio

Diese beiden Arten (Helleborus orientalis und Helleborus purpurascens) bildeten die Grundlage für die Zucht der Lenzrosen, die ab dem zeitigen Frühjahr blühen, oft schon zusammen mit Krokussen oder Narzissen. Die robusten Gartenpflanzen, die man leicht verwildern lassen kann, eignen sich für schattige Standorte. Achtung bei wertvollen Arten, denn die Sämlinge fallen meist in einfache Blüten zurück.

Die Mallorquinische Nieswurz

Einen ganz anderen Weg in der Zucht geht man bei der Blauen Nieswurz (Helleborus lividus), die das Staudenbeet vor allem als Blattschönheit bereichert. Die recht zierliche Pflanze mit ihrer bezaubernden bläulichen Blattzeichnung hat mittlerweile eine große Sortenvielfalt hervorgebracht. Allerdings ist sie noch nicht ausreichend winterhart und auch ist die Blüte noch "verbesserungswürdig", es gibt für die Züchter also noch einiges zu tun. Kreuzungen mit der korsischen Nieswurz haben blumenreiche Blütenstände mit recht zierlichen Blüten hervorgebracht. Noch wird diese Art als Rarität angeboten.

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