Gefahr durch Hepatitis E

Erreger kommt vor allem in Fleisch vor

Verbraucher | Volle Kanne - Gefahr durch Hepatitis E

Während die Infektion für gesunde Menschen meist unproblematisch verläuft, birgt sie für Schwangere und immungeschwächte Menschen ein ernsthaftes Risiko.

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Video verfügbar bis 27.07.2017, 10:05

Ein eher unbekannter, aber gar nicht so seltener Vertreter des Hepatitis Alphabets ist die Hepatitis E. Lange Zeit galt sie in Industriestaaten als selten, tritt aber immer wieder auf. Seit einiger Zeit steigen die Fallzahlen. Wurst und insbesondere Schweine- und Wildfleisch sind häufiger mit Hepatitis-E-Viren belastet. Auch durch verschmutztes Trinkwasser kann der Erreger übertragen werden.

Überwiegend bekannt sind der Bevölkerung andere Hepatitis-Vertreter, insbesondere A, B und C. Die Hepatitis E ist jedoch nicht so selten, wie man meinen könnte. Die Hepatitis E ist eine akute Leberentzündung durch das Hepatitis-E-Virus und ist in Deutschland meldepflichtig.

Die Inkubationszeit liegt bei zwei bis sechs Wochen. Meist verläuft die Hepatitis E ohne signifikante Symptome und heilt folgenlos aus. Erkrankte berichten aber durchaus von Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Leistungsabfall, Fieber, dunklerem Urin, Oberbauchschmerzen, Fieber oder einer Gelbfärbung von Haut oder Augen. In seltenen Fällen können auch reversible neurologische Beschwerden auftreten.

Wie wird Hepatitis E übertragen?

Hepatitis E kann durch kontaminierte Lebensmittel, insbesondere Fleisch, übertragen werden. Bei Fleisch gelten besonders Schwein und Wild als Überträger. Nicht durchgegarte Fleischprodukte, wie zum Beispiel Mett, stellen ein Risiko dar, weshalb Schwangere unbedingt darauf verzichten sollten. Auch durch Trinkwasser kann die Hepatitis E übertragen werden; das betrifft vor allem das Wasser in Ländern mit schlechteren hygienischen Standards. Auch die Übertragung von Mensch zu Mensch ist fäkal-oral nicht auszuschließen, weshalb Erkrankte besonders auf die Hygiene und gründliches Händewaschen achten sollten.

Aus diesem Grund sollten Schwangere Fleisch und Wurst nur durchgegart zu sich nehmen und auch bei Obst und Gemüse auf gründliches Waschen und Küchenhygiene achten. Reisen in Länder mit erhöhtem Infektionsrisiko wie zum Beispiel Südostasien, Nord-, Ost- und Westafrika, Mittel- und Südamerika, Teile des Balkans und des Mittleren Ostens sollten gemieden werden. Im Zweifel kann man sich beim Arzt beraten lassen.

Gefahr für immungeschwächte Menschen und Schwangere

Hepatitis-E-Virus
Hepatitis-E-Virus Quelle: imago stock&people

Während die Infektion für gesunde Menschen meist unproblematisch verläuft, birgt sie für Schwangere und immungeschwächte Menschen - zum Beispiel nach Transplantationen oder bei Leberkranken - ein ernsthaftes Risiko. Bei Schwangeren im letzten Schwangerschaftsdrittel, die an einer Hepatitis E erkranken, entwickelt sich bei bis zu 20 Prozent eine fulminante Hepatitis. Das ist für Mutter und Kind lebensgefährlich. Auch drohen Fehl- und Frühgeburten.

Verläuft eine Hepatitis-E-Infektion in seltenen Fällen schwer, kann die Leber versagen. Auch weitere Entzündungen können hinzu kommen. Diese Komplikationen treten bei gesunden Menschen sehr selten auf. Schwangere, immungeschwächte Menschen oder solche mit Leberschäden sind aber eine besondere Risikogruppe.

Wie wird therapiert?

Wenn die Hepatitis E, wie meistens, akut und unproblematisch verläuft, wird nicht medikamentös behandelt. Betroffene werden beobachtet und es folgen Kontrolluntersuchungen. Dabei werden die Leberwerte und die Leber per Ultraschall kontrolliert bis sich die Werte normalisiert haben.

Betroffene sollten zunächst auf Lebensmittel verzichten, die die Leber zusätzlich belasten. Dazu gehören zum Beispiel Alkohol und fettige Lebensmittel. Bei einer chronischen oder schwer verlaufenden Hepatitis E kann mit antiviralen Medikamenten wie zum Beispiel Ribavirin behandelt werden.

Wie kann man vorbeugen?

Gegen Hepatitis E gibt es keine Impfung. Vorbeugen sollte man insbesondere in Ländern, in denen Hepatitis E häufig vorkommt. Dort sollte Trinkwasser nur abgekocht oder abgepackt getrunken, auf Eiswürfel verzichtet werden. Lebensmittel sollten durchgegart sein. Auch Hygiene in der Küche sollte man beachten. Gemüse muss gründlich gewaschen oder besser noch geschält werden. Da in unseren Breiten die Infektion durch Schwein oder Wild eine größere Rolle spielt, sollte man beides gründlich erhitzen und durchgaren. Denn einfrieren tötet die Viren nicht ab.

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