Hilfe für heimische Bestäuber

Pflanzentipps von Elmar Mai

Verbraucher | Volle Kanne - Hilfe für heimische Bestäuber

Die Wildbestäuber nehmen ab und das hat Folgen. Gartenexperte Elmar Mai weiß, was man den friedlichen Nützlingen im Garten oder auf den Balkon anbieten muss.

Beitragslänge:
8 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 29.06.2017, 14:00

Die Zahlen wilder Bestäuberarten gehen in Westeuropa stark zurück. Ausgeräumte Landschaften mit Monokulturen sorgen dafür, dass Wildbienen, Hummeln & Co. keine Nahrung mehr finden. Ein großes Problem, denn die friedlichen Nützlinge spielen bei der Bestäubung von Kultur- und Wildpflanzen eine wichtige Rolle – je weniger Wildbestäuber, desto geringer die Ernteerträge. Gartenexperte Elmar Mai verrät, wie Sie Ihren Garten zu einem Eldorado für Nützlinge machen.

In einen naturgerechten Garten gehören Pflanzen, die unseren einheimischen Tieren eine Existenzgrundlage bieten. Kulturlandschaften sorgen dafür, dass viele Insekten nichts mehr zum Fressen finden. Also muss man in Gärten für entsprechende Futterpflanzen sorgen. Am besten mit Blumen, die gleichzeitig eine Zierde für den Garten sind.

Während der gesamten Gartensaison sollte ein lückenloses Nahrungsangebot zur Verfügung stehen. Viele Insekten haben eine lange Lebensdauer und müssen permanent Nektar oder Pollen zum Fressen finden. Allerdings sind nicht alle Blüten für alle Insekten geeignet. Der Zitronenfalter etwa bevorzugt nur violette Blüten. Hummeln dagegen besuchen bevorzugt Blüten mit reichlich Pollen. Bienen suchen besonders Blüten mit Nektar auf, um ihn zu Honig zu verarbeiten.

Die schnelle, einjährige Lösung

Die einfachste Lösung sind Wildblumen-Mischungen. Die preiswerten Einjahres-Mischungen für Sommerblumen gibt es in den verschiedensten Wuchshöhen und Farbschlägen. So bieten sie schnell etwas für jeden Geschmack, sowohl für Insekten als auch für den Gartenbesitzer. Im kommenden Jahr können sie ohne viel Aufwand durch ein anderes Pflanzkonzept ersetzt werden.

Mehrjährige Gestaltung mit Gehölzen und Stauden

Blühgehölze bilden vor allem im Frühjahr und Frühsommer reichlich Blüten, die mehrjährigen Stauden blühen je nach Art und Sorte mit den arttypischen Höhepunkten vom Frühjahr bis zum ersten Frost. Wer eine intelligente Auswahl trifft, fängt gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Zum einen ist der Garten das ganze Jahr über attraktiv, zum anderen haben die Insekten die gesamte Saison über ein reiches Nahrungsangebot.

Insekten müssen nicht nur fressen, sie wollen sich auch vermehren. Um zu nisten, brauchen die verschiedenen Insektenarten unterschiedliche Strukturen, die man in ausgeräumten Landschaften nur noch selten findet. Hier kann man mit einfachen Mitteln Abhilfe schaffen: Sogenannte Insektenhotels bieten ein reiches Strukturangebot, dass den fliegenden Spezialisten unterschiedliche Bedingungen liefert. Als Gegenleistung bestäuben die verschiedenen Wildbienenarten die Obstgehölze, oder Florfliegen und Marienkäfer, die solche „Hotels“ zum Schlafen nutzen, bedanken sich mit vielen Nachkommen, welche die Läuseplage in Schach halten. Ein Geben und Nehmen auch in der Natur.

Ein Zuhause für Schmetterlinge

Wer Schmetterlinge im Garten haben möchte, sollte die Futterpflanzen für deren Raupen im Garten kultivieren. Dazu ist das oberste Gebot Toleranz und der Verzicht auf Gift. Als Raupenfutterpflanzen eignen sich heimische Kräuter oder eine Wildgehölzhecke an der Grundstücksgrenze statt der öden Thuja-Hecke. Solche Hecken werden auch gerne von Vögeln angenommen, die somit verhindern, dass Schadinsekten überhand nehmen.

Viele meinen, dass ein Schmetterlingsflieder als Nahrungsangebot im Garten ausreicht. Aber gerade der Schmetterlingsflieder lockt neben den häufigsten Tagfaltern nur einige Nachtfalter an, deren Raupen sehr gefräßig sind. Außerdem vermehrt sich der Schmetterlingsflieder recht aggressiv, vor allem in Städten, und kann zum Problem werden, indem er die heimische Flora verdrängt.

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