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HIPEC bei Darmkrebs

Eine spezielle Methode macht es möglich, zum Abschluss der operativen Entfernung von Metastasen im Bauchfell eine Chemotherapie direkt als Spülung lokal zu verabreichen. Für Betroffene dieser besonders agressiven Krebsform ein Lichtblick.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 11.11.2020

Chemotherapeutika sind wichtige Mittel im Kampf gegen Krebs. Es gibt verschiedene Verabreichungsarten. Die gängigen Formen der Chemotherapie sind Tabletten und Infusionen. Bei speziellen, im Bauchraum angesiedelten Krebsarten, wie einem metastasierten Darm- oder Eierstockkrebs, kann eine Chemotherapie aber auch anders zum Einsatz kommen: als Spülung. In diesem Fall spricht man von der HIPEC-Methode.

Was ist die HIPEC-Methode?

Mit einer speziellen erwärmten Chemotherapie-Lösung wird nach der Operation, bei der die sichtbaren Tumoren bzw. Metastasen entfernt werden, der Bauchraum gespült. So wirkt das Chemotherapeutikum direkt vor Ort. Es ist nicht verdünnt durch das Blutvolumen, wie bei der sonst üblichen Art der Anwendung als Infusion.

Man verwendet die HIPEC-Methode bei Krebs, der das Bauchfell erfasst hat. Dabei handelt es sich oftmals um gestreuten Darmkrebs. Das Bauchfell kleidet den Bauchraum innen aus und überzieht die dort angesiedelten Organe. Bauchfellkrebs (Peritonealkarzinose) ist ein sehr schwerwiegendes Krankheitsbild und gilt als sehr aggressiv und schwer therapierbar, sodass eine längerfristige Überlebenschance nur gering ist. Mit der HIPEC-Methode kann nach aktueller Datenlage bei einzelnen Patienten eine deutliche Verlängerung des Überlebens erreicht werden.

Wie läuft die Therapie ab?

Dabei ist HIPEC als Behandlung nicht alleine zu sehen, sondern in kombinierter Behandlung von operativer Zytoreduktion und systemischer Chemotherapie. Das heißt, zunächst müssen die Tumoren und gegebenenfalls Metastasen chirurgisch entfernt werden, dann erfolgt die HIPEC-Spülung des Bauchraums.

In den Wochen nach der Operation wird noch ein Zyklus Chemotherapie per Infusion durchgeführt, um einzelne, eventuell im Körper verstreuten Krebszellen zu eliminieren.

Für wen ist HIPEC geeignet?

Das Verfahren ist nicht für jeden geeignet. Zum einen hängt es von mehreren Faktoren wie Anzahl, Größe und Lage der Metastasen ab, zum anderen müssen diese entfernt werden können. Auch einige Krankheiten schließen die spezielle Behandlung aus. Bei schwer nierenkranken Patienten ist die toxische Belastung des Chemotherapeutikums zu groß, im schlimmsten Fall droht Nierenversagen.

Auch bei herzkranken Menschen kann die HIPEC-Behandlung zu belastend sein. Dies liegt u.a. daran, dass das Chemotherapeutikum auf 42 Grad erhitzt wird, um seine Effektivität zu steigern. Infolgedessen „fiebert“ der Patient während der Spülung, der gesamte Organismus bekommt eine höhere Temperatur, dies kann für Herzkranke zum Kreislaufkollaps führen.

Besonderheiten der HIPEC-Methode

Die HIPEC-Methode ist eine spezialisierte Form der Therapie und wird nur in ausgewählten Krebszentren und Kliniken durchgeführt.

Eine Bauchfell-Operation dauert meist ohne HIPEC-Spülung schon etwa zehn Stunden, die OP-Dauer verlängert sich damit um weitere 60 bis 90 Minuten. Nach der Operation kommen die Patienten auf die Intensivstation und jegliche Körperflüssigkeiten werden für die nächsten Tage „abgefangen“, da sie mit dem Chemotherapeutikum versetzt und hochgiftig sind.

Nebenwirkungen wie u.a. Haarausfall, Übelkeit, Gefühlsstörungen und Blutbildveränderungen können wie bei der Gabe per Infusion oder in Tablettenform auftreten.

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