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Komplizierte Diagnose: Histaminintoleranz

Histaminintoleranz ist eine schwer zu diagnostizierende Lebensmittel-Unverträglichkeit, die die Menschen beim Essen sehr einschränkt.

Beitragslänge:
4 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 21.06.2020

Eigentlich ist Histamin ein ganz natürlicher Stoff. Es gehört zu den Gruppen der sogenannten „biogenen Aminen“ und die wiederum sind eine Vorstufe von Hormonen. So aktiviert Histamin beispielsweise die Verdauung und ist auch an der Immunabwehr beteiligt. Histamin ist auch in vielen Lebensmitteln in unterschiedlicher Konzentration enthalten, deshalb nehmen wir Histamin auch mit der Nahrung auf.

Normalerweise baut der Körper mithilfe von Enzymen das Histamin wieder ab. Es gibt aber Menschen, bei denen dieser Abbau nicht so gut funktioniert - sie haben dann einen Überschuss an Histamin im Körper. Dies kann zu allergieähnlichen Symptomen führen wie etwa Ekzemen, Schweißausbrüchen, Herzrasen, Bauchschmerzen und Durchfällen. Man spricht dann von einer Histaminunverträglichkeit oder Histaminintoleranz. Wichtig zu erwähnen ist, dass es sich hierbei um eine Unverträglichkeit handelt, nicht um eine Nahrungsmittelallergie.

Schwer diagnostizierbare Unverträglichkeit

Betroffene haben bis zur Diagnose oft eine Odyssee hinter sich; die Histaminintoleranz ist noch immer nicht allen Ärzten geläufig. Unter Experten ist das Krankheitsbild umstritten, auch die Forschung steht erst am Anfang. Das Problem ist, dass die Symptome von Mensch zu Mensch verschieden sein können – auch welche Lebensmittel gut und gar nicht vertragen werden, ist individuell verschieden.

Histaminbildung vorbeugen

Damit sich kein Histamin bildet, sollten die Lebensmittel durchgehend gekühlt werden. Zudem müssen Speisen frisch zubereitet werden, Reste dürfen nicht wieder erwärmt werden. Zusatzstoffe in Lebensmitteln sind für Histamin-Intolerante auch problematisch, deshalb sollten Fertigprodukte vom Speiseplan gestrichen werden. Auch bei Medikamenten, die die Entstehung von Histamin im Körper begünstigen, ist Vorsicht geboten.

Ansonsten gilt es, Lebensmittel auf ihre Verträglichkeit hin auszuprobieren. Oft spielt auch die Tagesform oder der eigene Gemütszustand eine Rolle: An einem Tag verträgt man ein bestimmtes Lebensmittel, am anderen Tag reagiert der Körper darauf. Die Vermutung liegt nahe, dass Stress eine große Rolle bei der Histaminintoleranz spielt. Gerade in stressigen Situationen schüttet der Körper viel Histamin aus, gleichzeitig sinkt die Toleranzschwelle. Auch greift Stress die Darmschleimhaut an. Ein gesunder Darm aber ist die Voraussetzung dafür, dass die Histamin abbauenden Enzyme gut arbeiten können.

Fast keine Experten, aber Selbsthilfegruppen

Rat finden Betroffene in Selbsthilfegruppen, die untereinander gut vernetzt und über den aktuellen Forschungsstand informiert sind. Auf deren Internetseiten gibt es auch Tabellen zum Histamingehalt von Lebensmitteln, die als Einkaufshilfen dienen.

Will man herausfinden, ob man selbst von einer Histaminintoleranz betroffen ist, sollte man ein Ernährungstagebuch führen und eine Ernährungsberatung in Anspruch nehmen. Lässt man dann eine zeitlang histaminhaltige Lebensmittel weg und erfährt eine Besserung der Symptome, könnte eine Histaminintoleranz vorliegen.

Achtet man dann auf eine histaminarme Kost und versucht Stress möglichst zu vermeiden, bessern sich die Symptome in der Regel schnell. Die Aufnahme von Vitamin B6 und Vitamin C kann sich möglicherweise positiv auf die Enzymfunktion auswirken und somit auch Histamin verträglicher machen. Eine aus dem Lot geratene Darmflora kann mit bestimmten Probiotika unterstützt werden, auch das hilft, die Enzymtätigkeit zu verbessern.

Weitere nützliche Informationen finden Sie bei der Selbsthilfegruppe Histaminintoleranz auf Facebook und bei HIT.

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