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Hitze: Gefahr für den Körper

Besonders in den hochsommerlichen Monaten Juli und August leiden viele Menschen in Deutschland unter der Hitze. Dabei reicht die Spanne von leichten gesundheitlichen Beschwerden bis hin zu lebensbedrohlichen Situationen.

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11 min
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10.08.2020
Video verfügbar bis 10.08.2021

Wenn die Temperaturen über 26 Grad Celsius steigen oder sogar weit über 30 Grad Celsius hinaus, kann es aus verschiedenen Gründen zu einer stetigen Überwärmung des Körpers kommen. In der Folge können sich Hitzeerkrankungen entwickeln: Vom Sonnenstich über den Hitzekollaps bis hin zum Hitzschlag nehmen sie in ihrer Symptomatik und Schwere dabei stetig zu. Auch wenn einige Menschen, zum Beispiel Personen, die unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden, besonders gefährdet sind, sind in der Regel Selbstüberschätzung und Fehlverhalten der Auslöser einer Hitzeerkrankung.

Wie entsteht ein Sonnenstich?

Ein Mann wischt sich den Schweiß von der Stirn - Wissenschaftler haben errechnet, dass in 50 Jahren 3,5 Milliarden Menschen unter Hitze leiden könnten, sollten die Treibhausgase nicht verringert werden.
Laut einer Studie könnten Milliarden Menschen weltweit unter Hitze leiden, sollten die Treibhausgase nicht reduziert werden.
Quelle: dpa

Wenn Kopf und Nackenbereich zu lange der Sonne ausgesetzt sind, kommt es zu einem lokalen Wärmestau und die Hirnhäute werden gereizt. Der Sonnenstich geht meist mit einem geröteten Gesicht einher. Typische Begleitsymptome sind Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit mit Erbrechen und manchmal Ohrgeräusche. Dazu kommt in der Regel eine Steifigkeit des Nackens. Auch Bewusstseinsstörungen können auftreten. Die Körpertemperatur ist aber in der Regel nicht erhöht. Betroffene müssen sofort aus der Sonne in den Schatten gebracht werden.

Außerdem wichtig ist Kühlung mit einem feuchten Tuch, einer Kompresse oder einem Kühlpad im Nackenbereich oder auf der Stirn. Wer einen Sonnenstich erleidet, braucht zudem ausreichend Flüssigkeitszufuhr und gegebenenfalls Medikamente gegen Kopfschmerzen oder die Übelkeit. Bei Bewusstseinsstörungen wird im Rahmen der Ersten Hilfe auch die Lagerung in stabiler Seitenlage wichtig. Auch wenn der Sonnenstich in der Regel von alleine wieder zurückgeht, ist im Anschluss meist Ruhe (zum Beispiel Bettruhe in einem abgedunkelten Raum) wichtig.

Hitzekollaps und Hitzschlag

Rettungssanitäter helfen einer Schülerin nach einem Hitzschlag.
Rettungssanitäter helfen einer Schülerin nach einem Hitzschlag.
Quelle: Bodo Marks/dpa

In beiden Fällen kommt es zu einer zunehmenden Erwärmung des gesamten Körpers, die letztlich in zu einem lebensbedrohlichen Zustand führen kann. Dementsprechend wird spätestens jetzt der Anruf beim Rettungsdienst mit Rettungs- oder Notfallsanitätern und gegebenenfalls einem Notarzt wichtig. Der Hitzekollaps entsteht häufig, wenn durch Anstrengung (zum Beispiel Sport oder körperliche Arbeit) bei großer Hitze ein Erschöpfungszustand entsteht. Betroffene sind in der Folge dehydriert und leiden häufig unter Schwindel, Atemnot oder Frösteln. Auch sie müssen sofort aus der Sonne in den Schatten. Bei Erschöpfungszuständen empfiehlt sich bei der Ersten Hilfe die sogenannte Schock-Lage. Bei der Flüssigkeitszufuhr benötigen Betroffene nun auch einen Ausgleich der Elektrolyte. Sanitäter können diese gegebenenfalls per Infusion verabreichen.

Die Kühlung muss nun neben Nacken und Kopf auf den gesamten Körper (zum Beispiel mit Kühlpads unter den Achseln oder im Lendenbereich) ausgedehnt werden. Wichtig ist aber die richtige Balance. Betroffene dürfen auch nicht zu sehr auskühlen. Sanitäter oder Ärzte können gezielt Begleitsymptome behandeln und den Patienten überwachen. Hierzu zählt die Messung von Blutdruck und Puls, die Kontrolle von Atmung und Bewusstsein und eventuell ein EKG-Monitoring im Rettungswagen. Eventuell müssen Betroffene zur Überwachung ins Krankenhaus. Letzteres ist in der Regel bei einem Hitzschlag notwendig, einer weiteren Überwärmung des Körpers, die ähnliche Notfall-Maßnahmen notwendig macht. Hier steigt die Körpertemperatur bis auf 40 Grad Celsius und mehr. Der Puls wird schnell, die Haut heiß und trocken. Beim Hitzschlag können die Schweißproduktion und die Regulation der Körpertemperatur versagen. Oft ist dieser medizinische Notfall zusätzlich von Halluzinationen begleitet.

Vorbeugende Maßnahmen

Archiv: Eine Frau trinkt bei gleißender Hitze frisches Mineralwasser
Eine Frau trinkt bei gleißender Hitze frisches Mineralwasser.
Quelle: imago

In den heißen Monaten des Hochsommers sollte man sich hauptsächlich im Schatten aufhalten, wobei ein bewölkter Himmel trügerisch sein kann. Mit Blick auf Hitzeerkrankungen ist nämlich nicht das Sonnenlicht entscheidend, sondern die Temperatur. Wichtig ist, ausreichend (ca. zwei bis drei Liter am Tag) zu trinken. Am besten geeignet sind Wasser, Saftschorlen oder Tees.

Wichtig ist auch eine leichte Ernährung, zum Beispiel mit frischem Obst oder Gemüse. Alkohol sollte in keinem Fall in der Hitze getrunken werden, da er eine Gefäßerweiterung verursacht und die Gefahr eines kollabierenden Kreislaufs bei großer Wärme erhöht. Bei hochsommerlichen Temperaturen sollte starke körperliche Anstrengung durch Arbeit oder Sport möglichst vermieden werden. Eine Kopfbedeckung kann Stirn und Nacken vor zu großer Sonneneinstrahlung und Überwärmung schützen. Außerdem ist auf leichte, nicht zu enganliegende Bekleidung zu achten.

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