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Hitzeresistente Pflanzen

Die letzten zwei Jahre waren für Gärtner eine echte Herausforderung, denn viele Bäume und Pflanzen litten unter den Hitzeperioden. Pflanzenexpertin Anja Koenzen erklärt, welche Pflanzen gut mit der Hitze zurechtkommen.

Beitragslänge:
10 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 02.10.2020

Pflanzenbeete können sogar in heißen Sommern ganz ohne künstliche Bewässerung auskommen, wenn man die Auswahl der Pflanzen entsprechend anpasst und ein paar Tipps beherzigt. "Der beste Zeitpunkt, um ein solches Beet anzulegen, ist im Herbst oder im Frühjahr, denn dann ist der Boden ausreichend warm und feucht", erklärt Pflanzenexpertin Anja Koenzen. Pflanzen sollte man möglichst junge Stauden, da diese sich viel besser an den Pflanzort anpassen können als größere Exemplare, die bereits jahrelang im Topf künstlich mit Wasser und Nährstoffen versorgt wurden.

Beim Pflanzenkauf sollte darauf geachtet werden, dass die Pflanze nicht zu lang im Topf gestanden hat. "Wachsen die Wurzeln ringförmig, sind sie nicht mehr in der Lage, tief nach unten zu wachsen, um an die feuchteren Schichten zu gelangen", weiß Anja Koenzen. Für ein optimales Anwachsen sollte man die Stauden vor dem Pflanzen gründlich wässern, danach noch einmal kräftig im Beet angießen und ihnen dann Ruhe gönnen. Denn gießt man immer wieder, breitet die Pflanze ihre Wurzeln nur in den oberen Erdschichten aus. Außerdem gilt: Je weniger offene Erde man verwendet, desto weniger schnell trocknet die Pflanze aus. Das Geheimnis heißt Mulchen, beispielsweise mit Rindenkompost oder Laub.

Hitzefeste Stauden

Lavendel
Lavendel
Quelle: imago/Westend61

Vielen Pflanzen kann man sozusagen ansehen, dass sie auf Sonne eingestellt sind. Blätter mit einer behaarten Oberfläche, wie bei Königskerzen, Wollziest oder auch dem kretischen Majoran, schützen sich vor Austrocknung. Grausilbrige Blätter wie die des Lavendel oder der im Herbst gerne angebotenen australischen Stacheldrahtpflanze reflektieren das Sonnenlicht und heizen sich dadurch weniger stark auf. Kleine Blätter mit geringerer Oberfläche reduzieren die Verdunstung. Ebenso sind derbe, feste Blätter, wie von Eselsdistel oder Rosmarin, besser geschützt.

Sukkulenten wie Fetthenne und andere Dickblattgewächse können in den verschiedensten Pflanzenteilen Wasser speichern und dadurch gut Hitze- und Trockenperioden überstehen. Steppenpflanzen wie Steppenwolfsmilch, Präriekerze, Sonnenbraut oder Rudbeckia, müssen robust sein, um Stürme sowie Trockenperioden zu überstehen. Ein gut eingewachsenes Beet kommt mehrere Wochen ohne Wasser aus.

Hitzefeste Rosen

Hellrosafarbene Bodendeckerrose
Bodendeckerrose
Quelle: imago/blickwinkel

Rosen lieben zwar Sonne, aber bei zu viel Hitze machen manche Sorten schlapp und die Blütenfarben verblassen. Letzteres ist gerade bei Blüten mit dunkelroter Farbe ein optisches Problem. Helle Blüten, wie die von Schneewittchen, sehen deutlich länger auch bei sehr hohen Temperaturen ansprechend aus. Ausgesprochen hitzefest sind die Beetrosen ‚Innoncencia‘ und ‚Maxi Vita‘ – sie blühen sogar im heißen Südafrika.

Beet- und Bodendeckerrosen beschatten durch ihr Blätterdach den Boden und schützen ihn dadurch vor zu intensiver Sonnenbestrahlung. Am wohlsten fühlen sich Rosen, wenn sie an einem luftigen Standort stehen und nicht direkt der Reflektionswärme von Terrassen oder Mauern ausgesetzt sind.

Stressresistente Gehölze

Zwergkiefer
Zwergkiefer
Quelle: imago/Manfred Ruckszio

Für Balkon- und Hausgartenbesitzer sind vor allem die eher kleinbleibenden Züchtungen von Bäumen interessant. Stressresistente kleinwüchsige Gehölze sind zum Beispiel der kugelige Feldahorn, die kompakte säulenförmige Hainbuche, der kompakte Ginkgobaum, die Zwergkiefer Varella, die flache graublaue Zwergkiefer sowie die japanische Schwarzkiefer Sayonara.

Bei der Pflanzenauswahl werden die kleinräumigen, regionalen Unterschiede immer wichtiger. In klimatisch milderen Bereichen Deutschlands kommt beispielsweise auch der Amberbaum  gut mit den aktuellen klimatischen Bedingungen zurecht. In Regionen mit frühem Schneefall ist er dagegen nicht unbedingt zu empfehlen, da er erst spät seine Blätter abwirft und es somit bei früh einsetzendem Schneefall schneller zu Astbrüchen kommen kann. Wer neue Bäume und Gehölze pflanzen möchte, sollte sich von Fachleuten in seiner Region gut beraten lassen. Sie wissen am besten, welcher Baum dem Klimawandel trotzt.

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