Hochbeete im Garten

Tipps vom Gartenexperten Elmar Mai

Verbraucher | Volle Kanne - Hochbeete im Garten

Hochbeete bieten verschiedene Vorteile – sowohl für Gärtner als auch für Pflanzen. Gartenexperte Elmar Mai fasst diese Vorteile zusammen und gibt außerdem einige Tipps zur Kultivierung von Nutzpflanzen in Hochbeeten.

Beitragslänge:
7 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 13.04.2018, 09:05

Ein Hochbeet ist höher angelegt als ein herkömmliches Beet und bietet somit einen entscheidenden Vorteil. Gartenexperte Elmar Mai: „Es erleichtert die Arbeit, weil man sich nicht bücken muss.“ Das ist insbesondere für Senioren interessant, wobei diese beim Kauf oder der Anlage des Hochbeets darauf achten sollten, diesen Vorteil voll auszuspielen und die Höhe so zu wählen, dass eine gebückte Arbeitshaltung auch wirklich ausgeschlossen werden kann.

Zudem machen Hochbeete im Garten vor allem Sinn, wenn der Boden sehr schlecht ist – zu nass, zu durchlässig oder eine falsche Bodenreaktion aufweist. In ehemaligen Industriegebieten mit Altlasten im Boden können essbare Früchte nur in Hochbeeten kultiviert werden, die nach unten keinen direkten Bodenkontakt haben. Staunässe muss prinzipiell ausgeschlossen werden – niemals eine Folie unterlegen!

Aufbau eines Hochbeets

Der Aufbau ist von unten nach oben mehrschichtig:
1. Ganz unten kommt eine wasser- und luftdurchlässige Drainage, entweder in Form eines Gitters oder in Form von lockerem Material, etwa klein geschnittenem Astwerk, Kies oder Blähton. Dies ist nötig, wenn das Hochbeet nach unten hin abgeschlossen ist beziehungsweise als eine Art überdimensionaler Blumenkübel verwendet wird. Die Drainage verhindert Staunässe.
2. Darauf kommt „Füllerde“, das heißt ein Substrat, das die Aufgabe hat, Feuchtigkeit zu speichern und Volumen zu geben. Die Nährstoffzusammenstellung ist egal. Die Höhe hängt von der Gesamthöhe der Konstruktion und von der späteren Bepflanzung ab. Bei Tiefwurzlern ist sie dünner, bei Flachwurzlern kann sie recht üppig ausfallen.
3. Zuoberst kommt hochwertige Erde, die später die Pflanzen ernährt.

Der umgebende Rahmen hält alles zusammen, aber er gleicht auch Schwankungen gegen Überhitzung oder Unterkühlung aus, wenn er genügend gute Isoliereigenschaften hat. Hochbeete können mit verschiedenen Materialien wie Stein, Holz, Draht, Aluminium oder Kunststoff eingefasst sein. Elmar Mai: „Für welches Material man sich letztlich entscheidet, hängt vom Geschmack, vom Preis und der Haltbarkeit ab.“ Zum Thema Haltbarkeit ergänzt der Experte: „Ein Hochbeet aus Holz, insbesondere aus unbehandeltem Holz, fügt sich gut in die Natürlichkeit des Gartens ein. Da es sich hierbei allerdings um ein Naturprodukt handelt, kann es im Laufe der Jahre verrotten.“

Auf Beinen oder auf Rädern

Neben den verwendeten Materialien unterscheiden sich Hochbeete auch in der Art der Konstruktion voneinander – so können sie entweder direkt auf dem Gartenboden aufliegen oder auf Beinen stehen. Außerdem gibt es mobile Varianten auf Rädern. Elmar Mai: „Die kann man nach Bedarf – etwa zum Schutz vor Regen, Sonne oder Schatten – in eine andere Ecke schieben.“ Um Witterungseinflüsse etwas abzumildern gibt es außerdem verschiedene Aufsätze: „Die schützen die Pflanzen von der Aussaat bis zur Ernte vor Regen, Wind oder Kälte.“

Hochbeet mit Schutzvorrichtung
Salat gedeiht unter Schutzhülle im Hochbeet Quelle: Imago/CHROMORANGE

Empfehlenswert sind zudem Hochbeete, in die Zwischenböden eingebaut sind. Zum einen kommt man so mit weniger Erde aus und muss daher weniger schleppen, zum anderen wegen der Wasser- beziehungsweise Luftversorgung. „Staunässe ist kein Problem, denn Überschusswasser kann nach unten ablaufen,  vorausgesetzt der Zwischenboden hat kleine Abflusslöcher. Das ablaufende Wasser zieht gleichzeitig Luft in den Boden, welche die Wurzeln dringend zum Atmen benötigen.“ Die Luft bietet darüber hinaus noch einen weiteren Vorteil: „Sie dämmt zu starke Temperaturschwankungen, denn sie isoliert und verhindert ein schnelles Abkühlen oder starke Überhitzung“, erklärt Elmar Mai.

Erde alle fünf Jahre austauschen

Wichtig ist es, die Erde im Hochbeet nach etwa fünf Jahren auszutauschen: „Das organische Material kann dann soweit zersetzt sein, dass für die Pflanzen keine Nährstoffe im Boden vorhanden sind.“

Die optimale Größe des Hochbeets hängt davon ab, was und vor allem wie viel man darin einpflanzen möchte. Gut geeignet sind Hochbeete für Nutzpflanzen. Elmar Mai: „Es lassen sich sowohl Salate, Gemüse-, und Obstarten aussäen als auch Jungpflanzen davon setzen.“

Nutzpflanzen in Hochbeeten

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