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Hoffnung für Osteoporose-Patienten

Kann Osteoporose bald früher erkannt werden als bisher? Ein neues Behandlungsprogramm soll bei der schwierigen Diagnostik der Krankheit helfen.

4 min
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20.10.2020
20.10.2020
Video verfügbar bis 20.10.2021

In Deutschland leben Schätzungen zufolge rund 6 Millionen Menschen mit Osteoporose. Frauen über 60 Jahren sind besonders häufig betroffen. Allerdings wird die Krankheit bislang erst spät erkannt. Auch die Therapie erfolgt oft verspätet und zudem nicht konsequent genug. Ein neues, strukturiertes Behandlungsprogramm (Disease-Management-Programm) soll das zukünftig ändern. Patienten sollen dann schon beim Hausarzt strukturierte Verlaufskontrollen, Schulungen und Therapien erhalten.

Symptome

Osteoporose ist eine Stoffwechselerkrankung der Knochen. Sie führt dazu, dass sich die Knochensubstanz und -struktur reduziert. Bemerkbar macht sich die Krankheit vor allem durch Knochenbrüche bei Bagatellverletzungen. Besonders tückisch sind Verletzungen der Wirbelsäule und Oberschenkelhalsbrüche. Weitere mögliche Symptome sind anhaltende Rückenschmerzen und ein zunehmender Rundrücken.

Diagnose

Durch eine Knochendichtemessung kann der mineralische Gehalt der Knochensubstanz ermittelt werden. Die Messung ist schnell, einfach und liefert zuverlässige Mess- und Vergleichswerte, die allerdings im Zusammenhang mit dem Alter, der individuellen Krankengeschichte, Risikofaktoren und Beschwerden betrachtet werden müssen. Weitere mögliche diagnostische Verfahren sind Röntgen, die quantitative Computertomographie, Ultraschall sowie Labortests von Blut und Urin.

Therapieziele

Osteoporose lässt sich nicht vollständig heilen. Aber die Krankheit kann aufgehalten werden. Das Ziel ist die Mobilität und Beweglichkeit zu erhalten oder sogar zu verbessern und gleichzeitig Stürze und Knochenbrüche zu vermeiden. Denn Frakturen (insbesondere an der Wirbelsäule oder am Oberschenkelhals) können die Lebensqualität stark einschränken. Durch die Therapie lassen sich zudem Schmerzen reduzieren und die selbstbestimmte Lebensführung erhalten.

Therapien

Die Osteoporose-Therapie basiert auf mehreren Bausteinen. Wichtig ist, dass immer eine Vielzahl von Behandlungselementen zusammenwirkt. Zu den wichtigsten zählen Ernährung, Bewegung, Medikamente, Umgang mit Schmerzen, Sturz-Prävention und Selbsthilfe. Entscheidend für den Therapieerfolg sind neben dem behandelnden Arzt vor allem Geduld und Mitwirken der Patienten.

Disease-Management-Programm

Um die Versorgung von Osteoporose-Patienten zu verbessern, hat der Gemeinsame Bundesausschuss Anfang 2020 ein neues Behandlungsprogramm beschlossen. Zukünftig sollen dann auch schon Hausärzte die Therapie mittels Befragungen und Standard-Tests kontrollieren, den Patienten Schulungen anbieten und auch gezielt Therapien verordnen, wie zum Beispiel Physiotherapie oder Bewegungskurse.
Wann das Behandlungsprogramm startet ist allerdings noch unklar. Die Krankenkassen müssen dazu zunächst Verträge mit den Kassenärztlichen Vereinigungen in den jeweiligen Regionen abschließen. 

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