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Hormonfrei gegen Regelschmerzen

Auch wenn die Regelblutung zum Leben einer Frau gehört, trifft das nicht auf starke Regelbeschwerden zu. Keine Frau muss sie aushalten, und meist lassen sie sich gut behandeln. TENS-Geräte bieten eine hormonfreie Alternative.

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5 min
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06.07.2020
Video verfügbar bis 06.07.2021

Rund 80 Prozent der Frauen leiden unter Regelbeschwerden. Bei 10 von 100 Frauen sind die Beschwerden so stark, dass sie jeden Monat für ein bis drei Tage nicht in der Lage sind, ihren normalen Alltag zu bewältigen.

Viele Gynäkologen verschreiben dagegen die Antibabypille, weil sie den Eisprung verhindert und dadurch weniger Prostaglandine produziert werden.
Auch Schmerzmittel wie Ibuprofen können Beschwerden lindern. Gleiches gilt für Wärmebehandlungen, Aktivitäten wie Joggen oder Yoga sowie Akupunktur.

Und es gibt eine weitere Methode, die ohne Hormone auskommt: Sogenannte TENS-Geräte lindern den Schmerz mittels Elektroimpulsen.

Woher kommt der Schmerz?

Grundsätzlich ist es vor dem Einsatz von TENS-Geräten wichtig, die Ursachen von Regelschmerzen abzuklären. Medizinisch gesehen gibt es zwei Arten: primäre und sekundäre.

Elektroimpulse zur Schmerztherapie

Wenn klar ist, dass es sich um primäre Regelschmerzen handelt, macht der Einsatz von TENS-Geräten Sinn. TENS steht für "Transkutane Elektrische Nervenstimulation" und ist eine Schmerztherapie mit Reizstrom. In einem kleinen Gerät werden elektrische Impulse erzeugt, die über Elektroden auf der Haut in den Körper geleitet werden. Der Strom reizt die Nerven, die die Signale zum Rückenmark senden und dort die Weiterleitung der Schmerzsignale blockieren. Dadurch kommen die Schmerzimpulse nicht mehr beziehungsweise mit geringerer Intensität im Gehirn an. Das TENS-Gerät ändert also nichts an der Ursache des Schmerzes wie beispielsweise der Ausschüttung der sogenannten Prostaglandine, die an Entzündungs-, Schwellungs- und Schmerzprozessen im Körper beteiligt sind. Es verhindert nur zu einem gewissen Maß die Kommunikation mit den Schmerzzentren im Gehirn.

Die Geräte verfügen über zwei bis vier Elektrodenpads, die selbstklebend auf dem Unterbauch oder Rücken auf den Schmerzpunkten angebracht werden. Bei Geräten von Medizinprodukteherstellern sind oft verschiedenartige Modi und Frequenzen einprogrammiert, worüber die Intensität gesteuert werden kann. Während der Periode können sie beliebig oft angewendet werden: dort, wo es gerade weh tut.

Noch wenig im Einsatz

Obwohl TENS-Geräte schon seit Jahrzehnten in der Schmerztherapie eingesetzt und von den meisten Krankenkassen erstattet werden, werden sie bei Menstruationsbeschwerden bislang nur von wenigen Frauenärzten verschrieben, die oft alternative Heilmethoden anbieten. Das könnte daran liegen, dass es bislang zu wenige, bzw. qualitativ schlechte Studien mit nur wenigen Probandinnen zur Wirksamkeit von TENS gibt.

Eine Untersuchung der Universität von São Paulo in Brasilien teilte 40 Frauen in zwei Gruppen ein. Eine Hälfte wurde mit einem Placebo, die andere Hälfte mit einem TENS-Gerät ausgestattet. Nach einem siebentägigen Test kamen die Forscher zu dem Ergebnis, dass die Regelschmerzen durch die elektrischen Impulse deutlich schwächer ausfielen und weniger Schmerzmedikamente eingenommen werden mussten.

Fazit

Menstruationsbeschwerden mit Strom zu behandeln kann also durchaus Wirkung zeigen und zu einer schwächeren Intensität der Beschwerden führen. Eine Garantie für Schmerzfreiheit gibt es jedoch nicht. Zudem lindern die Geräte lediglich die Symptome, beheben aber nicht die Ursache des Problems. Die kann zum Beispiel auch in einem Mineral- oder Nährstoffmangel begründet sein und durch eine Ernährungsumstellung, Nahrungsergänzung oder Heilpflanzen dauerhaft verbessert oder behoben werden.

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