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Blütenpracht mit Hortensien

Gartentipps von Elmar Mai

Um den Garten mit frischen Farbtupfern zu verschönern, eignen sich besonders Hortensien. Gartenexperte Elmar Mai gibt Tipps, worauf man beim Standort und beim Düngen achten sollte.

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7 min
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30.07.2020
Video verfügbar bis 30.07.2021

Hortensien sind Sommerblüher und schmücken den Garten zwischen Juli und September. Sie kommen in Asien und in den östlichen Teilen Amerikas in etwa 80 verschiedenen Arten im gemäßigten Klima vor. Sie blühen mit großen Blütenständen in Weiß, Blau und allen Rot- und Rosatönen bis hin zum dunklen Violett jeweils an den Enden der im Vorjahr gebildeten Neutriebe.

Daher ist der richtige Schnittzeitpunkt für eine reiche Blüte besonders wichtig. Je nach Art werden Hortensien unterschiedlich stark und zu einem unterschiedlichen Zeitpunkt zurückgeschnitten.

Standort und Boden

Hortensien mögen keine kalkhaltigen Böden und auch keine trockenen Standorte. "Schließlich setzt sich der botanische Name Hydrangea aus ‚hydro‘ für Wasser und ‚angeion‘ für Kelch zusammen, was auf einen großen Durst schließen lässt", erläutert Gartenexperte Elmar Mai und warnt: "Allerdings vertragen diese Pflanzen keine Staunässe." Hortensien können mit vielen Stauden wie Eisenhut oder Rittersporn kombiniert werden. Die meisten Hortensien gedeihen am besten im Halbschatten, es gibt aber auch Sorten, die sich für sonnige Standorte eignen. Hortensien mögen nahrhafte, tiefgründige, lehmig-humose und saure Böden mit genügend Feuchtigkeit. Schließlich wachsen in ihrer Heimat viele Arten im Bereich der Flussläufe, weiß Experte Mai.

Hortensien halten sich blühend an einem hellen Standort mehrere Wochen auch im Zimmer. Viele werden als Zimmerpflanzen verkauft - dabei handelt es sich meist um Sorten, die sich verfrühen lassen und weniger für den Freilandanbau geeignet sind. Wenn man sie abblühen lässt und dann auspflanzt, kann es bei einigen Sorten dennoch gute Ergebnisse geben. "Sie sollten jedoch schnell aus dem Topf, denn als Kübelpflanzen sind Hortensien problematisch, da sie sowohl gegenüber Trockenheit als auch gegenüber Übernässung empfindlich reagieren", empfiehlt Elmar Mai.

Rispenhortensien sind beispielsweise robuster als Bauernhortensien. Letztere vertrocknen leicht bei Frost im Winter – müssen also auch im Winter regelmäßig gegossen werden.

Richtig Düngen

Blaue Hortensien
Blaue Hortensien sind ein besonderer Hingucker.
Quelle: Imago / blickwinkel

Blaue Hortensien sind beim Düngen ein Spezialfall. Damit sie ihre Farbe beibehalten, brauchen sie einen speziellen Dünger: Hortensienblau, das Aluminiumsalze enthält. Bekommt eine blaue Hortensie diese Aluminiumsalze nicht, so zeigt sie irgendwann das ursprüngliche Rosa.

Für alle anderen Hortensien reicht ein gewöhnlicher „Volldünger“ oder organischer Dünger aus. Bei der Dosierung sollte auf die Angaben des Herstellers geachtet werden. Zudem eignet sich ein Rhododendrondünger. Er ist leicht sauer eingestellt. Um den Säuregrad zu erhöhen oder zu stabilisieren, bieten sich außerdem Mulchmaterialen wie Kaffesatz, Rindenmulch oder frischer Grasschnitt an, die dünn um die Wurzelscheibe unter den Sträuchern ausgebracht werden sollen.

Farbenfrohe Sortenvielfalt

Die Mitglieder der Familie der Hortensiengewächse sind verholzende Pflanzen mit immergrünen oder laubabwerfenden Halbsträuchern, echten Sträuchern und Bäumen bis hin zu Schlingpflanzen. Es gibt 17 Gattungen mit rund 220 Arten. Die Gattung Hortensia ist mit rund 50 Arten vertreten. Die Verbreitung liegt in den gemäßigten Zonen der Nordhalbkugel mit Ausnahme von Europa und weiten Teilen Russlands.

"Kennzeichen der Hortensien sind die verschiedenartigen Blütenstände mit Schau- oder Scheinblüten und echten kleinen Blüten", weiß Elmar Mai. "Bei Gartenformen fehlen die echten Blüten entweder ganz oder werden bewusst in den Vordergrund gestellt." Dabei handelt es sich um Rispen oder Doldenrispen. Die Rinde der Hortensien schält sich papierartig von den Ästen ab.

Beispiele für beliebte Hortensien

  • Hydrangea arborescens (Schneeball-/Waldhortensie): ein Strauch aus Nordamerika mit auffallend großen, weißen und flachen Blütenbällen. Er zeichnet sich durch sehr große Laubblätter und eine rote Herbstfärbung aus.
  • Hydrangea paniculata (Rispenhortensie): ein kleiner Strauch für sonnige Standorte. Er ist spät blühend und daher besonders wertvoll für den Garten. Die Blüten zeigen sich in pyramidenartigen Rispen. Ein starker Rückschnitt im zeitigen Frühjahr ist erforderlich.
  •  Die Unterart Hydrangea paniculata sargentiana (Samthortensie) breitet sich durch Ausläufer aus und weicht im Wuchs und in der Blütenform etwas ab. Die Blüte ist deutlich früher, von Juni bis August. Sie eignet sich für feuchte Standorte, in der Sonne drohen Verbrennungen.
  • Hydrangea aspera ‚Macrophylla’ (Samthortensie): stammt aus dem Himalaya, bildet imposante Sträucher für den Gartenhintergrund und hat sehr große Schirmrispen. Die sehr großen, rauen Laubblätter fallen im Herbst ab.
  • Hydrangea macrophylla (Garten-/Bauern-/Japanhortensie): stammt aus Japan und war dort lange Zeit dem Kaiser vorbehalten. Es ist die am meisten verbreitete aller Hortensien mit den meisten Sorten. Die Blütenformen sind sehr unterschiedlich – von ballförmig bis scheibenförmig mit sehr großen Randblüten.
  • Hydrangea petiolaris (Kletterhortensie): sehr schattenverträgliche Kletterpflanze mit selbst kletternden Haftwurzeln. Weiße Tellerblüten sind von kurzer Dauer im Juli.
  • Hydrangea quercifolia (Eichenblatt-Hortensie): eine botanische Rarität mit ungewöhnlichen Blättern und einer berauschenden Herbstfärbung. Die Blüte ist eher unscheinbar.

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