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Hüftschnupfen bei Kindern

Als Hüftschnupfen (lateinisch Coxitis fugax) wird eine akut auftretende Erkrankung meist eines Hüftgelenkes bezeichnet. Betroffen sind vor allem Kinder im Alter von vier bis sieben Jahren.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 09.12.2020

Als Hüftschnupfen (lateinisch Coxitis fugax) wird eine akut auftretende Erkrankung meist eines Hüftgelenkes bezeichnet. Betroffen sind vor allem Kinder im Alter von vier bis sieben Jahren.

Was ist ein Hüftschnupfen?

Die umgangssprachliche Bezeichnung Hüftschnupfen rührt daher, dass etwa die Hälfte aller betroffenen Kinder im Vorfeld an einem „richtigen Schnupfen“, einem Atemwegsinfekt, erkrankt sind. Etwa ein bis zwei Wochen später tritt dann ein Hüftschnupfen auf. Allerdings erkrankt nicht jedes Kind, das einen Schnupfen hat, auch an einem Hüftschnupfen; den trifft nur etwa eins von tausend Kindern. Der Hüftschnupfen tritt einseitig auf, Kinder erkranken normalerweise auch nur einmal im Leben, selten häufiger. Meistens trifft es Kinder im Alter von vier bis sieben Jahren, aber auch jüngere oder etwas ältere Kinder können betroffen sein. Erwachsene erkranken daran hingegen gar nicht. Die Ursache ist unbekannt.

Klassischerweise geht dem Hüftschnupfen kein Trauma voraus, also beispielsweise kein Sturz. Vielmehr ist es so, dass die Kinder morgens nach dem Aufstehen plötzlich nicht mehr gut laufen können. Sie haben Schmerzen, hinken, humpeln und schonen das betroffene Bein, haben aber in der Regel kein Fieber und sind auch ansonsten fit, nur die Hüfte ist eingeschränkt bewegungsfähig. Die Schmerzen treten typischerweise bei Beugung oder Drehung des Hüftgelenkes auf. Wenn die Kinder ruhig liegen oder sitzen, haben sie keine Beschwerden.

Diagnose und Therapie

Wenn Kinder plötzlich hinken und humpeln, sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden. Dieser erkennt den Hüftschnupfen meist bereits in der klinischen Untersuchung der Hüfte. Ein danach in der Regel erfolgender Ultraschall zeigt dann auch den Erguss und bestätigt die Diagnose.

Ein Hüftschnupfen heilt in der Regel nach drei bis fünf Tagen von allein wieder aus. Die Kinder bekommen ein leichtes Schmerzmittel und müssen sich schonen, sollten also nicht rennen oder Rad fahren. Sind die Schmerzen nach fünf Tagen nicht verschwunden oder kommt in der Zwischenzeit Fieber dazu, sollte umgehend erneut ein Arzt aufgesucht werden. Dieser veranlasst dann zur weiteren Diagnostik ein Blutbild und kontrolliert im Ultraschall, ob sich der Befund verändert hat.

Andere Hüfterkrankungen

Bei jüngeren Kindern besteht die Gefahr einer bakteriellen, septischen Gelenkentzündung. Betroffene Kinder zeigen dabei aber fast immer auch Allgemeinsymptome, sie haben Fieber und sind unleidlich, wenn man die Hüfte bewegt. Wird eine bakterielle Entzündung angenommen, sollte ein Blutbild und gegebenenfalls auch eine Punktion des Ergusses erfolgen, um zu sehen, ob sich Bakterien darin befinden. Im Ultraschall ist das nicht erkennbar. In diesem Fall muss sofort gehandelt werden. 

Ältere Kinder können an Morbus Perthes, einer Wachstumsstörung des Hüftkopfes, erkranken. Die häufigste Hüfterkrankung bei Kindern, verläuft in verschiedenen Stadien und wird durch einen Orthopäden im Röntgenbild diagnostiziert. Eine weitere Erkrankung, die eher bei älteren Kindern und Jugendlichen auftritt, ist eine Hüftkopflösung (lateinisch Epiphyseolysis capitis femoris), bei der es zu einem Abrutschen der Wachstumsfuge des Hüftkopfes kommt. Ganz selten kann auch eine Borreliose in der Hüfte nach einem Zeckenstich die Ursache für einen Erguss sein. Rheumatische Erkrankungen können ebenfalls Beschwerden im Hüftgelenk verursachen. Sie treten aber eher schleichend auf. Hierbei haben Kinder morgens nach dem Aufstehen Beschwerden beim Laufen, die sich dann im Tagesverlauf bessern.

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