Kollegen auf vier Pfoten

Hunde im Büro

Verbraucher | Volle Kanne - Kollegen auf vier Pfoten

Wer Hunde mit ins Büro nehmen darf, sei meist motivierter und identifiziere sich stärker mit seinem Arbeitgeber, so Tierexpertin Valentina Kurscheid. Sie schildert die Vorteile von Vierbeinern im Job.

Beitragslänge:
7 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 28.06.2017, 14:00

Am 30. Juni ruft der Deutsche Tierschutzbund zum „Tag des Bürohundes“ auf. Wer das müffelnde Fellknäuel bisher als störend empfunden hat, wird hier eines Besseren belehrt: Den Hund mit ins Büro zu bringen, soll Stress mindern und im besten Fall die Arbeitsleistung erhöhen. „Volle Kanne“-Tierexpertin Valentina Kurscheid erklärt, was es damit auf sich hat.

Tierfreundliche Büros sind in Deutschland eher die Seltenheit. Denn ohne offizielle Genehmigung darf niemand seinen Hund mit zur Arbeit bringen. Der Arbeitgeber kann entscheiden, ob Hunde am Arbeitsplatz erlaubt sind oder nicht. Dabei gilt es die Interessen aller Angestellten abzuwägen – fühlt sich jemand durch den Hund gestört oder reagiert allergisch, muss der Hund draußen bleiben. „Doch wer seinen Hund mitnehmen darf, ist meist motivierter und identifiziert sich stärker mit seinem Arbeitgeber“, so Tierexpertin Valentina Kurscheid.

Wird die Genehmigung erteilt, solle man das auf jeden Fall schriftlich festhalten, rät Kurscheid. Ein Problem entsteht, wenn ein Hund zugelassen wird, daraufhin weitere Kollegen auch ihre Vierbeiner mitbringen möchten und im Ergebnis ein generelles Hundeverbot ausgesprochen wird. Der Chef ist gut beraten die Erlaubnis unter Vorbehalt zu erteilen: Beschwerden, Allergien oder auch Änderungen im Unternehmenskonzept können dazu führen, dass der Hund nicht mehr mitgebracht werden kann.

Weniger Stress dank Hund

Immer mehr Menschen leiden im Job unter Stress. „Die Anzahl der Fehltage bei der Arbeit wegen psychischen Symptomen ist seit 1997 um 165 Prozent gestiegen. Es gibt zahlreiche Untersuchungen, die belegen, dass Unterbrechungen im Job die Produktivität und Konzentration steigern“, so Kurscheid. „Zudem regt das Streicheln und Zusammensein mit Hunden beim Menschen die Produktion von Glückshormonen an.“

Ein Hund im Büro kann also durchaus für positive Abwechslung sorgen. Voraussetzung ist natürlich, dass der Hund gut erzogen ist, den Arbeitsablauf nicht unnötig unterbricht und das Arbeitsklima nicht stört.

Haftpflicht empfohlen

Laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) gibt es pro Jahr etwa 140.000 durch Hunde verursachte Schadensfälle. „Ich rate jedem Hundebesitzer, eine Haftpflichtversicherung für das Tier abzuschließen. In einigen Bundesländern ist das bereits Pflicht“, weiß die Tierexpertin. Im Falle eines Unfalls im Arbeitsumfeld kommt es auf die Tätigkeit zum Zeitpunkt des Unfalls an. Geht der Arbeitnehmer seiner "normalen, betriebsdienlichen Verrichtung" nach, kommt die gesetzliche Unfallversicherung zum Einsatz. Bei allen privat motivierten Handlungen, wie spielen oder Gassi gehen, muss die private Hundehalterhaftpflicht in Anspruch genommen werden. Im Zweifel entscheidet ein Gutachter.

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