Ihre Rechte als Bahnreisender

Entschädigung ab einer Stunde Verspätung

Verbraucher | Volle Kanne - Ihre Rechte als Bahnreisender

Zu teure Tickets, unpünktliche Züge und unfreundliche Mitarbeiter - viele Deutsche schimpfen über die Bahn. Die Kollegen von ZDFzeit haben die Leistungen der Bahn genauer unter die Lupe genommen.

Beitragslänge:
7 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 17.10.2017, 14:00

Die Bahn kommt - nur wann? Wenn der Zug verspätet kommt, gar ausfällt und somit vielleicht wichtige Anschlusszüge verpasst werden, ist der Ärger oft groß. Immerhin: Dank klar geregelter Fahrgastrechte weiß man mittlerweile, wie hoch der Betrag ist, den man im Falle eines (Aus-)Falles erstattet bekommt.

Wer seine Reise aufgrund von Zugausfällen, Verspätungen oder Anschlussverlusten nicht wie geplant durchführen kann, kann seine Fahrkarte und Reservierung im Reisezentrum oder in den DB-Agenturen kostenlos erstatten lassen. Zeichnet sich eine Verspätung von mehr als 60 Minuten ab, kann der Reisende auf die Fahrt verzichten und den kompletten Fahrpreis zurückverlangen. Es ist aber auch möglich, die Fahrt auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben oder eine andere Streckenführung zu wählen.

Wer mindestens eine Stunde zu spät am Ziel ankommt, hat Anspruch auf eine Erstattung von 25 Prozent des Fahrpreises, bei zwei Stunden sind es 50 Prozent. Der Aufpreis für den ICE Sprinter wird schon ab 30 Minuten Verspätung erstattet. Ausschlaggebend ist die Ankunftszeit am Zielort. Wird im schlimmsten Fall eine Übernachtung nötig, muss die Bahn die Kosten für ein Hotelzimmer tragen. Ist eine Verspätung von 20 Minuten am Zielbahnhof zu erwarten, kann der Fahrgast einen anderen Zug nehmen – auch einen teureren.

Auszahlung per Formular

Eine Entschädigung wird über das Beschwerdeformular beantragt, das in den Servicezentren der Deutschen Bahn oder online erhältlich ist ( www.fahrgastrechte.info - Das ZDF ist für Inhalte externer Internetseiten nicht verantwortlich). Es kann in den Fahrkarten-Verkaufsstellen an den Bahnhöfen eingereicht werden. Wer keine Bestätigung für eine Verspätung hat und nur eine Kopie der Fahrkarte einreichen will oder etwa eine Zeitkarte besitzt, muss sich per Post an das Service-Center Fahrgastrechte wenden. Entschädigungen müssen auf Wunsch bar ausgezahlt werden, ansonsten als Gutschein oder Überweisung.

Wer eine Zeitkarte besitzt, erhält ab einer Verspätung von einer Stunde eine pauschale Entschädigung. Im Nahverkehr (2. Klasse) sind das 1,50 Euro, im Fernverkehr pauschal fünf Euro. Grundsätzlich werden bei Zeitkarten maximal 25 Prozent des Fahrkartenwertes erstattet. Allerdings: Die Bahn zahlt Entschädigungen erst ab einer Bagatellgrenze von vier Euro. Bahnkunden mit Zeitkarten im Nahverkehr müssen also von mindestens drei Verspätungen von mindestens 60 Minuten betroffen sein, um eine Entschädigung zu erhalten.

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