Jung, überfordert, depressiv

Immer größere Herausforderungen können krank machen

Verbraucher | Volle Kanne - Jung, überfordert, depressiv

Immer mehr Menschen zwischen 18 und 25 leiden unter psychischen Problemen. Woran liegt das und wie kann den jungen Erwachsenen geholfen werden?

Beitragslänge:
10 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 07.10.2017, 14:00

Viele junge Erwachsene leiden an psychischen Problemen wie Depressionen, Ängsten, Persönlichkeitsstörungen oder Zwangserkrankungen. Die Reifungs- und Übergangsphase im Alter zwischen 18 und 25 Jahren scheint in einer Zeit fast unbegrenzter Möglichkeiten zunehmend Schwierigkeiten zu bereiten.

Junge Erwachsene, die sich in der Phase zwischen dem Elternhaus und dem Erwachsenenleben befinden, sind in einer Schwellensituation. Schwellensituationen sind immer Phasen, in denen psychische Erkrankungen leichter auftreten können.
Dazu kommt, dass in unserer rasanten, sich ständig wandelnden und neu erfindenden Welt, junge Leute vor immer größere Herausforderungen gestellt werden. Sie müssen sich stetig neu erfinden, immer schneller bestimmte Ziele erreichen. Manche kommen nicht mit, fallen zurück und werden so in den eigenen Augen zu Versagern.

Wo soll die Reise hingehen?

Nicht zuletzt macht auch eine gewisse Orientierungslosigkeit den jungen Erwachsenen zu schaffen. Sie fangen Ausbildungen an, schreiben sich an der Uni ein, nur um schnell festzustellen, dass das doch nicht das „richtige“ für sie war. Viele haben große Schwierigkeiten, ein Ziel, eine klare Identität, eine Motivation für irgendetwas zu finden.

Der „Überlebenskampf“ fehlt, sie sind oft vom Elternhaus relativ gut versorgt. Gleichzeitig wird dann die Scham gegenüber Altersgenossen, die ihr Leben scheinbar auf die Reihe bekommen, immer größer. Die Folge: Sie ziehen sich zurück, entwickeln soziale Phobien. Auch die Familie bietet oft keinen Halt, denn sichere familiäre Strukturen gibt es immer seltener.

Aus der Komfortzone herauskommen

Viele junge Leute erkennen nicht, dass ein selbstbestimmtes, erfolgreiches und glückliches Leben auch Selbstorganisation, Selbstüberwindung und vor allem auch den Willen und die Fähigkeit zum Durchhalten und Durchstehen unangenehmer und kräftezehrender Herausforderungen verlangt.

Was ist zu tun, wenn Betroffene oder deren Eltern merken, dass etwas nicht stimmt? Je früher man eingreift, desto schneller gibt es auch eine Besserung oder Heilung. Warnsignale können sein: Wenn ein junger Erwachsener nicht mehr rausgeht, wenn er nicht mehr in die Öffentlichkeit will, wenn er keine Freunde mehr hat und nur noch vor dem Computer sitzt. Später kommen dann Verhaltensweisen wie Suchtmittelgebrauch oder eine wirkliche Onlinespielsucht dazu.

Psychologische Hilfe in Anspruch nehmen

Der erste Schritt ist, einen ambulanten Therapeuten zu konsultieren. Falls das nicht ausreicht, kann eine psychotherapeutische stationäre Behandlung im Krankenhaus helfen. In einem Umfeld fern von zuhause gelingt es den Patienten oft besser als in den gewohnten festgefahrenen Kommunikationsstrukturen, Orientierung für ihr weiteres Leben, für die berufliche und soziale Entwicklung zu finden. Spezielle Therapieprogramme ermöglichen zum einen die Bearbeitung problematischer Lebensgeschichten, aber auch nach vorne gewandt die Entwicklung der Persönlichkeit und die Erfahrung, im eigenen Leben etwas bewirken zu können. Ein spezielles Behandlungskonzept für junge Leute bietet beispielsweise die Klinik Windach am Ammersee.

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