Kein Geld für Häuslebauer?

So klappt's mit dem Immobilienkredit

Verbraucher | Volle Kanne - Kein Geld für Häuslebauer?

Christian Urban von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen erklärt, was es mit der neuen Immobilienkreditrichtlinie auf sich hat.

Beitragslänge:
7 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 14.12.2017, 09:05

Ist eine neue Kreditrichtlinie schuld daran, dass vor allem junge Familien und Rentner keine Immobilienkredite mehr bekommen? An der restriktiven Richtlinie soll es liegen, dass Banken Grundstücke oder Immobilen nicht mehr als Sicherheiten akzeptieren, sondern Einkommen und Vermögen während der Rückzahlungsphase stärker berücksichtigen – ein Nachteil für einige Bevölkerungsgruppen. Christian Urban von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen erklärt, wie es dennoch mit einem Immobilienkredit klappt.

Die Idee der neuen Kreditrichtlinie ist zunächst, den Verbraucherschutz bei der Kreditvergabe zu verbessern. „Damit soll verhindert werden, dass sich Verbraucher allzu leichtfertig überschulden“, erklärt Christian Urban. Dazu wird ein ganzer Strauß neuer Regeln geschaffen. Unter anderem beinhaltet die Richtlinie eine zivilrechtliche Pflicht zur Kreditwürdigkeitsprüfung. Eine Kreditwürdigkeitsprüfung gab es aufsichtsrechtlich schon immer, neu ist die Verankerung im Zivilrecht mit der Benennung möglicher Rechtsfolgen. Ausdrücklich stehe weder in der Richtlinie noch in dem Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie, dass ältere Menschen oder junge Familien kein Darlehen erhalten sollen, bekräftigt der Experte. Dies werde in die jeweiligen Formulierungen hineininterpretiert.

In der aktuellen Diskussion gehe es jetzt also unter anderem darum, wie die Formulierung des Gesetzes genau zu verstehen sei, so Urban. „Es ist also zumindest auch ein Streit um die richtige Gesetzesauslegung“. Dabei gebe es durchaus Stimmen in der Bankenlandschaft, die davon sprechen, dass ältere Menschen und junge Familien keine oder nur noch erschwert Immobiliendarlehen bekommen. „Ebenso hört man auch Stimmen, dass es gar keine Probleme gibt.“ Beide Lager ringen derzeit darum, ob es einer Überarbeitung des Gesetzes bedürfe und wie diese Überarbeitung auszusehen habe, sagt der Rechtsexperte.

Alternativen zum Kredit?

„Zunächst ist festzuhalten, dass eine Bank nicht verpflichtet ist, dem Kunden einen Kredit zu geben. Eine Ablehnung muss sie nicht begründen“, so Christian Urban. Dennoch könne es helfen nachzufragen, was der Kreditvergabe im Weg stand, so sein Tipp. Lehnen mehrere Banken einen Kredit ab, könne dies auch ein Warnsignal sein.  

Wer statt eines Immobilienkredits einen Bausparvertrag angeboten bekomme, solle prüfen, ob sich dieser eignet, die gesteckten Ziele zu erreichen. „Lassen Sie sich nicht zu einer Unterschrift drängen“, rät Urban. Im Zweifel sollte man das Konzept von einem unabhängigen Berater überprüfen lassen.

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