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Impfung gegen Gürtelrose

Seit Mai ist die Impfung gegen Gürtelrose Kassenleistung für über 60-Jährige, in bestimmten Fällen auch schon ab 50. Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat eine Empfehlung ausgesprochen. Wie gut schützt die Impfung und welche Nebenwirkungen gibt es?

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 05.11.2020

Um an Gürtelrose zu erkranken, muss ein Mensch zunächst Windpocken erkrankt sein. Da dies häufig schon im Kindesalter erfolgt, gibt es vor allem für Kinder Möglichkeiten der Impfung gegen Windpocken. Die Viren verbleiben im Anschluss an eine Ansteckung mit Windpocken im Körper und ziehen sich in Nervenzellen zurück. Unter dem Einfluss des Alters, dem Durchleben bestimmter Krankheiten oder unter dem Einfluss eines geschwächten Immunsystems können sie wieder ausbrechen und aktiv werden. Die Folge ist eine Gürtelrose. Da es sich um eine virale Erkrankung handelt, wird Gürtelrose in der Regel mit antiviralen Medikamenten behandelt.

Symptome der Gürtelrose

Die Erkrankung ist begleitet von einem Ausschlag auf der Haut, der sich meist wie ein Gürtel über den Körper erstreckt. Der Ausschlag ist zunächst gekennzeichnet von mit Flüssigkeit gefüllten Bläschen. Nur diese Flüssigkeit ist für andere Personen, die noch nie an Windpocken erkrankt sind, ansteckend. Bei ihnen kann die Ansteckung über Tröpfchen- oder Schmierinfektion eine Erkrankung mit Windpocken hervorrufen. Vom Ausschlag betroffen sind meist die Brust, der Bauch oder der Hals, aber auch andere Körperregionen wie der Kopf oder in schlimmeren Fällen auch die Augen.

In den meisten Fällen heilt der Ausschlag mit Verkrustungen in einigen Tagen, manchmal aber auch erst nach Wochen, ab. Er kann Pigmentstörungen auf der Haut hinterlassen. Gürtelrose ist oft begleitet von sehr starken Schmerzen im Bereich der betroffenen Hautbereiche und Nerven. In einigen Fällen kann die Erkrankung (vor allem bei älteren Menschen) die gefürchtete postherpetische Neuralgie hervorrufen. Die Schmerzen sind dann ein lebenslanger Begleiter, der schwierig zu behandeln ist.

Impfung gegen Gürtelrose

Einen Lebendimpfstoff (Zostavax) gegen Gürtelrose gibt es schon länger. Aktuell empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) allerdings die Impfung mit dem Totimpfstoff Shingrix. Der Wirkstoff besteht aus einem Oberflächenglykoprotein des Varicella-Zoster-Virus und einem Wirkverstärker. Diese Impfung wird von den Krankenkassen ab einem Lebensalter von sechzig Jahren grundsätzlich übernommen, zugelassen ist der Wirkstoff erst für Patienten ab dem 50. Lebensjahr. Menschen mit einem geschwächten Immunsystem oder einer Erkrankung an Diabetes, COPD, Asthma, rheumatoider Arthritis oder chronisch entzündlicher Darmerkrankung bekommen eine Impfung auch schon ab dem fünfzigsten Lebensjahr erstattet. Das Risiko an Gürtelrose zu erkranken steigt mit zunehmendem Lebensalter und mit einem geschwächten Immunsystem. Auch wenn Betroffene bereits einmal an Gürtelrose erkrankt sind, können sie ein weiteres Mal erkranken, wenn auch mit einem etwas geringeren Risiko.

Impfschutz und Akzeptanz

Die Impfung soll ein Ausbrechen der viralen Erkrankung verhindern. Aktuell findet die Impfung so großen Zuspruch in der Bevölkerung, dass der Impfstoff zwischenzeitlich vergriffen war. Er gilt bei Experten als sehr zuverlässig. Laut Studienergebnissen sind 92 Prozent der Geimpften in den nächsten vier Jahren nicht an Gürtelrose erkrankt. Außerdem sind die postherpetischen Neuralgie-Schmerzen bei etwa achtzig Prozent der Geimpften nicht aufgetreten.

Empfehlungen vor und nach der Impfung

Eine Gürtelrose-Impfung muss zweimal erfolgen. Zwischen dem ersten und zweiten Termin müssen minimal zwei, maximal sechs Monate liegen, damit sich die optimale Wirkung einstellen kann. Jahreszeitliche Empfehlungen für die Impfung gibt es nicht. Im Anschluss an den Impftermin sollten sich Betroffene möglichst schonen, keinen übermäßigen Sport betreiben und nicht in die Sauna gehen. Der Körper sollte in den ersten Tagen möglichst wenig belastet werden. Denn nach der Impfung kann es zu Rötungen und Schwellungen im Bereich der Einstichstelle kommen. Außerdem können Symptome wie Fieber, Müdigkeit, Übelkeit oder Kopfschmerzen auftreten. Auch Gelenkschmerzen oder ein Anschwellen der Lymphknoten können in den ersten Tagen auftreten. Gravierende Nebenwirkungen der Impfung sind aber bisher nicht bekannt. 

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