In der Schwindelambulanz

Jeder kennt Schwindel und Gleichgewichtsprobleme in besonderen Situationen: beim Fahren im Karussell, beim Gehen auf einem schwankenden Schiff oder vielleicht auch beim Besteigen eines Turms. Was aber, wenn Schwindel einfach so auftritt?

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 02.12.2020

Tritt Schwindel wiederholt oder besonders stark ohne entsprechenden Auslöser im Alltag auf, ist das ein Hinweis auf eine Erkrankung. In Allgemeinarztpraxen klagt etwa jeder zehnte Patient über solche Schwindel- oder Gleichgewichtsprobleme. Jeder vierte Mensch erkrankt einmal im Leben an einem Schwindelsyndrom.

Wer hilft bei Schwindel?

Bei plötzlich auftretendem starkem Schwindel kann ein medizinischer Notfall vorliegen, zum Beispiel ein Schlaganfall. Treten noch andere Beschwerden auf, die in diese Richtung deuten, wie zum Beispiel Sprachstörungen, Taubheits- oder Lähmungserscheinungen, sollte man direkt den Rettungsdienst verständigen. Ist der Schwindel eher leicht und flaut immer wieder ab, ist zunächst ein Termin beim Allgemeinarzt sinnvoll, der die Vorerkrankungen und Medikation des Patienten bereits kennt, denn auch diese können Ursachen für Schwindel sein.

Für die Diagnostik sind anschließend oft Facharzttermine nötig, insbesondere bei Neurologen, HNO-Ärzten oder Orthopäden. Alternativ oder zusätzlich kann der Besuch in einer interdisziplinären Schwindelambulanz sinnvoll sein, die auf Schwindelerkrankungen spezialisiert ist.

Unterschiedliche Schwindelformen

Schwindelsyndrome kommen in allen Altersgruppen vor: vom Kind bis zum Senior, wobei ältere Menschen häufiger betroffen sind. Patienten haben oft den Eindruck, die Umwelt oder sie selbst würden sich bewegen, obwohl das gar nicht der Fall ist (oder zumindest nicht so stark, wie es empfunden wird).

Die Wahrnehmung variiert zwischen Drehschwindel (wie auf einem schnellen Karussell), Schwankschwindel (wie auf einem Schiff), Liftschwindel (wie in einem schellen Aufzug) oder einem Benommenheitsgefühl (wie im Alkoholrausch). Mitunter kommen mehrere Empfindungen zusammen.

Wie entstehen Gleichgewicht und Schwindel?

Der Gleichgewichtssinn basiert auf verschiedenen Sinneswahrnehmungen des Körpers. Besonders relevant sind die Gleichgewichtsorgane im rechten und linken Innenohr, der Seheindruck der Augen und die zahlreichen Lagerezeptoren in Gelenken und Muskeln. Die Sinnessysteme melden ständig neue Eindrücke ans Gehirn. Normalerweise gelingt es dort sehr gut, diese Informationen zusammenzufügen und zu gewichten. So berechnet das Gehirn die aktuellen Kopf- und Körperbewegungen sowie die Lage beziehungsweise Position des Körpers im Raum. 

Problematisch wird es, wenn es irgendwo in den verschiedenen Gleichgewichtssystemen im Körper eine Störung gibt. Dann entstehen Schwindelgefühle. Das Ziel der Ärzte ist es, mit einer ausführlichen Anamnese und verschiedenen diagnostischen Methoden die Ursache herauszufinden.

Schwindelsyndrome und Therapien

Die Medizin kennt sehr viele mit Schwindel assoziierte Erkrankungen. Einige Schwindelsyndrome, die in Fachambulanzen besonders häufig diagnostiziert werden, sind:

  • Lagerungsschwindel
  • Neuritis vestibularis (anhaltender Drehschwindel)
  • Phobischer Schwankschwindel
  • Schwindelmigräne/vestibuläre Migräne
  • Menièresche Erkrankung

Je nach Diagnose werden Schwindelsyndrome unterschiedlich behandelt. Das therapeutische Spektrum ist sehr weit. Es umfasst Gleichgewichtstraining, spezielle Lagerungsmanöver, Operationen, Medikamente, Psychotherapie oder das Beachten von Triggerfaktoren.

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