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Allergisch gegen Stiche

Wenn Insektengift lebensbedrohlich wird

Mücke sticht in Haut

Sie jucken und brennen mal, sind aber in der Regel harmlos - Insektenstiche. Kommt es jedoch zu einer allergischen Reaktion, spricht man von einer Insektengiftallergie. Unbehandelt kann sie lebensbedrohlich sein.

21.08.2018
21.08.2018
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Normalerweise sind die Folgen eines Insektenstichs relativ harmlos. Das Jucken, Brennen und die Rötung um die Einstichstelle klingen meist nach einem Tag wieder ab. Rund drei Millionen Menschen in Deutschland reagieren jedoch allergisch auf Insektenstiche. Eine solche Insektengiftallergie kann lebensbedrohlich sein. Jedes Jahr müssen mehr als 3000 Insektengift-Allergiker von einem Notarzt versorgt werden. Immer wieder sterben Menschen sogar durch Bienen- oder Wespenstiche. Im Gegensatz zu vielen anderen Allergieformen ist eine Insektengiftallergie nicht vererbbar.

Ursache

Eine Insektengiftallergie entwickelt sich, wenn ein Insekt sein Gift unter die Haut spritzt. Typischerweise bilden sich bei den Allergikern nach dem ersten Stich, der in der Regel noch relativ harmlos verläuft, Antikörper gegen das Wespengift. Das Immunsystem des Betroffenen wird sensibilisiert. Kommt es zum erneuten Stich, fällt die Reaktion oft heftiger aus als beim ersten Mal.

Das Immunsystem der Betroffenen reagiert überempfindlich auf das Insektengift. Das körperliche Abwehrsystem schießt über das Ziel hinaus und produziert als Antwort auf das eingedrungene Gift eine große Menge der Substanz „Immunglobulin E“, die schließlich zur allergischen Reaktion führt.

Symptome

Wespenstich
Quaddeln und starker Juckreiz können auf eine allergische Reaktion hindeuten.
Quelle: imago / Rupert Oberhäuser

Es gibt mehrere Stufen einer allergischen Reaktion auf Insektengifte. Diese reichen von Hautreaktionen über Darm- und Atemprobleme bis hin zum anaphylaktischen Schock. Die Hautsymptome zeigen sich zu Beginn meist in Form einer Schwellung und Rötung an der Einstichstelle. Im weiteren Verlauf bilden sich Quaddeln und ein starker Juckreiz am gesamten Körper. Im fortgeschrittenen Stadium kann es zu Kreislaufproblemen, Atemnot und Übelkeit kommen.

Weitere typische Anzeichen für eine Insektengiftallergie sind Schweißausbrüche, tränende Augen, Hautausschläge, Schwindel, Herzrasen, Zittern, Übelkeit oder Erbrechen. In extremen Fällen tritt ein allergischer Schock mit Bewusstlosigkeit und Atem- bzw. Kreislaufstillstand auf, der tödlich enden kann.

Diagnose

Um zu überprüfen, welches Insekt tatsächlich für die Beschwerden verantwortlich ist, wird beim Allergologen heutzutage entweder ein Hauttest (Prick-Test) oder ein Bluttest durchgeführt. Beim Prick-Test werden verschiedene Insektengifte auf den Unterarm aufgetragen.

Wichtig ist, dass der Test unter Aufsicht abläuft, denn in seltenen Fällen kann er ähnliche Reaktionen wie ein tatsächlicher Insektenstich hervorrufen. Beim Bluttest kann die Konzentration der Antikörper (Immunglobulin E) gegen das Wespen- bzw. Bienengift nachgewiesen werden.

Therapie

Betroffene werden als Sofort-Maßnahme mit einem Notfall-Set ausgestattet, welches sie stets bei sich tragen sollen. Es enthält ein Anti-Histaminpräparat, Kortison und eine Adrenalin-Spritze zur Selbstinjektion (Pen).


Bei einer schweren allergischen Reaktion mit Atemnot und Kreislaufproblemen muss schnell gehandelt werden. Zunächst Adrenalin-Spritze mittels Pen anwenden, dann Notruf absetzen (112), sowie Antihistaminikum und Kortison verabreichen bzw. einnehmen, sofern der Betroffene nicht bewusstlos ist.

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