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Insulin – zu früh, zu lange, zu viel

2021 jährt sich die Entdeckung des Insulins zum 100. Mal. Aktuell wird über das „Geburtstagskind“ diskutiert. Wird zu früh und zu lange Insulin verabreicht? Werden Alternativen nicht ausreichend berücksichtigt? Gibt es eine Übertherapie?

Videolänge:
5 min
Datum:
11.11.2021
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 11.11.2023

Diabetes und Insulin

Diabetes mellitus ist eine krankhafte Störung des Zuckerstoffwechsels im Körper. Die unterschiedlichen Krankheitsformen haben gemeinsam, dass es zu erhöhten Blutzuckerwerten kommt. Beim Diabetes Typ-1 werden diese von einem Mangel am Hormon Insulin hervorgerufen. Die Bauchspeicheldrüse produziert bei Betroffenen kein oder zu wenig Insulin.

Beim deutlich häufigeren erworbenen Diabetes Typ-2 verliert das Insulin seine Wirksamkeit, was wiederum die erhöhten Blutzuckerwerte hervorruft. In Deutschland leiden etwa sieben Prozent der Erwachsenen an einer Diabetes-Erkrankung. In über neunzig Prozent der Fälle liegt dabei ein Diabetes Typ-2 vor.

Bedeutung des Insulins

Im Juli 1921, vor einhundert Jahren, gelang es dem Chirurgen Frederick Banting und seinem Assistenten erstmals, das Hormon Insulin aus der Bauchspeicheldrüse eines Hundes zu isolieren. Seitdem ist es in der Therapie von Diabeteserkrankungen nicht mehr wegzudenken. Besonders für Typ-1-Diabetiker ist die Gabe von Lang- und/oder Kurzzeitinsulin lebensnotwendig, um die Blutzuckerwerte von Erkrankten zu regulieren.

Insulin dient vor allem dazu, Glukose aus dem Blut in die Zellen zu transportieren. Dort werden die Zuckermoleküle zur Energiegewinnung benötigt. In den letzten Jahren ist aber unter dem Eindruck neuerer Medikamente bei der Behandlung von Diabetes-Erkrankungen des Typs-2 die Frage nach dem zu früh, zu lange oder zu viel an Insulin bei der Behandlung in den Mittelpunkt gerückt.

Maßgeblich dafür sind gefährliche Nebenwirkungen einer dauerhaften oder üppigen Verabreichung von Insulin. Hierzu zählt zunächst Übergewicht, ein Risikofaktor für viele Krankheiten und besonders Gefäßerkrankungen. Zudem können Diabetiker, bei denen Insulin seine Wirkung verliert, durch die Insulingabe gefährliche Resistenzen entwickeln. In der Folge entsteht ein immer größerer Bedarf an Insulin. So kann es zu einer Art Teufelskreis kommen, in dem der Körper immer mehr Insulin benötigt, während dessen Wirksamkeit weiter abnimmt. Demzufolge haben alternative Behandlungsmethoden in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen.

Insulingabe und Alternativen

Bei einer entsprechenden Neigung kann es im Laufe des Lebens aus unterschiedlichen Gründen zu einer zunehmenden Unempfindlichkeit gegenüber Insulin zu steigenden Blutzuckerwerten in Form eines Diabetes mellitus Typ-2 kommen. Dieser Vorgang kann auch parallel zu einer anderen Erkrankung oder Entzündung auftreten und mit extrem hohen Zuckerwerten verbunden sein. In solchen Fällen ist eine dauerhafte Überprüfung und Messung des Blutzuckers sehr wichtig. Auch die Gabe von Lang- und/oder Kurzzeitinsulin ist dann essentiell.

Längerfristig ist es aber wichtig, in jedem individuellen Fall zu überprüfen, ob sich die Insulinspritzen nach und nach reduzieren und durch Alternativen mehr und mehr ersetzen lassen. Im Idealfall ist am Ende dieses Prozesses keine zusätzliche Gabe von Insulin mehr notwendig. Eine wichtige Rolle dabei spielen unterschiedliche Medikamente.

Solche Präparate senken entweder den Blutzucker auf andere Weise, sie bringen ihn zur Ausscheidung oder sie erhöhen die Aufmerksamkeit, bzw. Empfindlichkeit für die Wirkung des Insulins im Körper wieder. Bereits in der ersten Phase der Behandlung wird der Wirkstoff Metformin dabei sehr häufig angewendet. Er hemmt die Neubildung von Glukose in der Leber, wodurch weniger Zucker ins Blut gelangt. Bei Diabetes häufiger erfolgreich eingesetzte Medikamente kommen aus den Gruppen der GLP-1-Analoga und der SGLT-2-Hemmer.

Auf die richtige Ernährung kommt es an

Buntes Gemüse
Viel frisches Gemüse ist Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung.
Quelle: imago/imagebroker/begsteiger

Außerdem wichtig ist eine gesunde, ausgewogene Ernährung mit möglichst wenig Zucker. An erster Stelle steht hierbei der Verzicht auf Getränke wie Limonade, Cola oder Fruchtsäfte. Stattdessen empfehlen sich Wasser oder ungesüßte Tees.

Außerdem wichtig: Nicht zu viel Obst mit Fruchtzucker und möglichst viel frisches Gemüse. Betroffene sollten auch möglichst wenig helles Brot wie Toast, sondern lieber Vollkornprodukte zu sich nehmen.

Eine wichtige Maßnahme, mit der in sehr vielen Fällen der Blutzucker gesenkt werden kann, ist Bewegung, Aktivität und regelmäßiger Sport. Übergewicht sollte möglichst vermieden werden.

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