Kampf gegen Aids

Mehr Geld für Prävention und Behandlung gefordert

Verbraucher | Volle Kanne - Kampf gegen Aids

2015 starben an Aids weltweit rund 1,1 Millionen Menschen, obwohl es Mittel gibt, die diese Krankheit ausrotten könnten. Warum das bislang nicht funktioniert, war Thema bei der Welt-Aids-Konferenz.

Beitragslänge:
8 min
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Video verfügbar bis 29.07.2017, 14:00

An den Folgen von Aids starben 2015 rund 1,1 Millionen Menschen. Es gibt davon keine Bilder im Fernsehen, keine Schlagzeilen. Die Welt hat sich an das Sterben gewöhnt. Zumeist trifft es Menschen in Afrika, weit weg von den wohlhabenden Entscheidern in Europa und Nordamerika. Die Weltgemeinschaft will Aids bis 2030 besiegen. So wurde es im Juni feierlich in New York beschlossen. Doch die Welt-Aids-Konferenz in Durban hat gezeigt, dass es an den Mitteln fehlt, das hehre Ziel in nur 14 Jahren zu erreichen.

Seit der Jahrtausendwende haben die Investitionen der Weltgemeinschaft in Prävention und Behandlung von HIV-positiven Menschen Millionen Leben gerettet. Jetzt sind die Ziele noch ambitionierter. Inzwischen gibt es die nötigen Medikamente, doch es werden immer weniger Gelder dafür bereitgestellt. 2013 standen für den Kampf gegen HIV/Aids noch 9,7 Milliarden Dollar von internationalen Gebern zur Verfügung, 2015 waren es mit 8,1 Milliarden Dollar gut 16 Prozent weniger, wie die Anti-Aids-Organisation der Vereinten Nationen (UNAIDS) erklärte.

Um Aids bis 2030 tatsächlich zu besiegen, müssten zum Beispiel alle HIV-positiven Menschen mit Viren-hemmenden Medikamenten behandelt werden, um einen Ausbruch der Krankheit zu verhindern. Momentan bekommen jedoch nur rund 17 Millionen Menschen antiretrovirale Medikamente, 20 Millionen Infizierte haben UNAIDS zufolge bislang keinen Zugang dazu. Zudem müsste die Zahl der Neuinfektionen unter Kontrolle gebracht werden. Dafür muss die Prävention gestärkt werden, vor allem für Risikogruppen. Dies sind in Osteuropa zum Beispiel Drogenabhängige und Homosexuelle, im südlichen Afrika hingegen auch alle Mädchen und Frauen im Alter von 15 bis 25 Jahren.

Medikamentöse Prophylaxe gegen das HI-Virus

Die Deutsche Aids-Hilfe hat die Einführung einer medikamentösen Prophylaxe gegen das HI-Virus auch in der Bundesrepublik gefordert. Nun hat auch der Humanarzneimittelausschuss der europäischen Aufsichtsbehörde EMA empfohlen, eine Kombinationspräparat aus den Wirkstoffen Emtricitrabin und Tenofovir mit dem Handelsnamen Truvada, zur HIV-Prophylaxe zuzulassen. Die Prophylaxe könne dabei helfen, bei Angehörigen von Risikogruppen Neuinfektionen zu verhindern.

Die "PrEP" genannte Prophylaxe muss täglich eingenommen werden, um Schutz vor einer Infektion zu bieten. In den USA ist das Medikament seit 2012 mit guten Ergebnissen zugelassen, eine Entscheidung über die Zulassung in der EU wird in den kommenden Monaten erwartet. Die Prophylaxe soll Experten zufolge rund 800 Euro pro Monat kosten.

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