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Kampf gegen Multiple Sklerose (MS)

Am 30. Mai 2020 ist der Welt-MS-Tag, der in diesem Jahr unter dem Motto "Miteinander stark" stattfindet. Auch die 24-jährige Isabel leidet unter der neurologischen Erkrankung und den damit verbundenen Symtomen, die Auswirkungen auf ihren Alltag haben.

5 min
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29.05.2020
29.05.2020
Video verfügbar bis 29.05.2021

Multiple Sklerose ist eine chronische Krankheit. Sie betrifft die Schutzschicht der Nervenfasern, die Signale an das Gehirn weiterleiten. Durch fehlprogrammierte Immunzellen wird diese Isolationsschicht angegriffen und entzündet sich in der Folge. Durch die Entzündung können die Signale nicht mehr richtig an das Gehirn weitergegeben werden - zum Beispiel zu langsam oder unvollständig. Dann kommt es zu Ausfallerscheinungen in der Motorik und Koordination, die die Patienten mit unterschiedlichen Symptomen wahrnehmen, zum Beispiel: Kribbeln in den Beinen, Gleichgewichtsstörungen, starker Schwindel mit Übelkeit. Treten mehrere der Entzündungen im Gehirn hintereinander auf, spricht man von Schüben.

Ist das Nervengewebe besonders stark betroffen, kann es dauerhaft vernarben. Der Verlauf der Krankheit ist unklar. Häufig ist ein individueller, schubweiser Verlauf. Sind die Ausfallerscheinungen besonders intensiv, kommt es zu einer Spastik in den Extremitäten, die die Patienten dazu zwingen kann, im Rollstuhl zu sitzen.

Diagnose und Therapie

Multiple Sklerose wird auch „die Krankheit mit den vielen Gesichtern“ genannt. Denn die Symptome können sehr individuell und vielfältig sein. Deshalb kann bis zur gesicherten Diagnosestellung einige Zeit vergehen. In der Regel wird die Diagnose durch eine Untersuchung im MRT, einer Magnetresonanztomographie, gestellt. Zusätzlich können neurologische Untersuchungen (u.a. durch eine Messung der Gehirnströme) und die des Nervenwassers (Lumbalpunktion) veranlasst werden.

Wer einen akuten Schub hat, wird in der Regel mit entzündungshemmendem, hochdosiertem Kortison behandelt. Viele Betroffene entscheiden sich nach der Diagnose für eine dauerhafte Basistherapie. Sie soll die beschwerdefreie Zeit verlängern und wird als verlaufsmodifizierend eingeordnet. Dabei wird das Immunsystem so beeinflusst, dass es keine fehlprogrammierten Zellen mehr bilden soll. Da Multiple Sklerose nicht heilbar ist, muss die Therapie ein Leben lang fortgeführt werden. Einige Betroffene haben aber Nebenwirkungen durch die Einnahme des Medikaments, die als sogenannte „Flushs“ bezeichnet werden.

Alltag mit MS

Betroffene gehen im Alltag ganz unterschiedlich mit ihrer chronischen Krankheit um. Da der Verlauf und die Symptome so individuell sind, gibt es keine einheitliche Prognose für die Entwicklung der Krankheit. Trotz Basistherapie verspüren die Patienten häufig weiterhin Einschränkungen im Alltag, wie Koordinationsschwierigkeiten und Gleichgewichtsprobleme. Sport kann dabei helfen, die Muskulatur zu stärken und die Beweglichkeit zu fördern. Die Verbindung zu anderen Betroffenen ist sehr hilfreich. Der Austausch klappt zum Beispiel über Selbsthilfegruppen, Foren, Vereine oder auch über Soziale Netzwerke. Besonders für junge Betroffene gibt es online viele Angebote und Tipps.

Weitere Informationen über Multiple Sklerose finden Sie auf der Seite der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (dmsg).

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