Für die Karnevalszeit versichert

Wie sinnvoll sind Kurzzeit-Unfallversicherungen?

Verbraucher | Volle Kanne - Für die Karnevalszeit versichert

Stürze, Schnittwunden, verlorene Papiere: An Karneval kann viel passieren. Kurzzeit-Unfallversicherungen sichern Jecken während den tollen Tagen ab. Doch lohnen sich die Policen überhaupt?

Beitragslänge:
5 min
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Video verfügbar bis 04.02.2017, 09:31

Mal eben noch online oder per App eine Versicherung abschließen, bevor man sich in den Straßenkarneval stürzt: Einige Versicherungen haben speziell für Karneval Kurzzeitpolicen im Programm, die tageweise Versicherungsschutz für Unfälle liefern und spontan ohne Vorlaufzeit abgeschlossen werden können. Lohnt sich der Abschluss einer solchen Kurzzeitversicherung?

Unfälle in Kneipen oder auf der Straße, Stürze oder verlorene Papiere: Beim Karnevalfeiern kann schnell etwas passieren. Da erscheint es auf den ersten Blick durchaus praktisch, spontan eine private Unfallversicherung abzuschließen, deren Laufzeit sich auf einzelne Tage beschränkt oder nach den tollen Tagen endet. Ab vier Euro am Tag ist eine solche Versicherung zu haben; sie kann per APP oder online auch kurzfristig von unterwegs abgeschlossen werden. Auch für den Skiurlaub werden solche Kurzzeitversicherungen angeboten.

Lieber Ganzjahresschutz

„Das klingt natürlich erst einmal preiswert“, sagt Philipp Opfermann von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. „Hochgerechnet auf das Jahr entspricht dies aber einer Jahresprämie von knapp 1500 Euro. Das ist für den angebotenen Schutz viel zu teuer“, ergänzt er. Er empfiehlt, stattdessen in einen richtigen Schutz zu investieren, der das ganze Jahr über gilt – auch noch nach Aschermittwoch. Eine gute Unfallversicherung sei ab einer Jahresprämie von etwa 100 Euro zu haben.

Zwar könne eine solche Kurzzeitversicherung als Notlösung sinnvoller sein, als beispielsweise vollkommen unversichert auf die Piste zu gehen, sagt der Verbraucherschützer. Im Idealfall solle man sich aber über den benötigten Versicherungsschutz schon im Vorfeld des Ereignisses Gedanken machen, die Angebote vergleichen und den für sich passenden Schutz auswählen.

Eine passende Versicherung finden

Ergebnisse von Stiftung Warentest vergleichen, Vergleichsrechner im Internet konsultieren oder sich bei der Verbraucherzentrale persönlich beraten lassen: Viele Wege führen zur passenden Unfallversicherung. „Zu achten ist auf eine ausreichend hohe Versicherungssumme und eine hohe Progression“, rät Philipp Opfermann. Durch die sogenannte Progression werde bei besonders schlimmen Unfallfolgen eine erhöhte Summe ausgezahlt – entsprechend weniger bei nur kleinen Verletzungen.

Einige Zusatzleistungen seien ebenfalls sinnvoll, so zum Beispiel Zeckenbiss oder sogenannte Assistance-Leistungen, mit denen ältere Menschen nach einem Unfall Unterstützung erhalten, zum Beispiel bei der Haushaltsführung. „Weglassen kann man dafür meist das Krankenhaustagegeld“, rät der Verbraucherschützer.

Gefahren im Karneval

Bei Schnittwunden, die etwa durch Glasscherben entstehen, zahlt die eigene Krankenversicherung die Kosten der Behandlung. In solch einem Fall ist keine separate Unfallversicherung notwendig. „Wer aber seiner Sicherungspflicht nicht nachkommt und dadurch einen Unfall verschuldet, muss dem Versicherer gegenüber eventuell die Behandlungskosten ausgleichen oder Schmerzensgeld zahlen“, sagt Opfermann.

Von großen Wagen oder Traktoren gehe immer eine Gefahr aus, warnt der Verbraucherschützer. Hier sei der Veranstalter in der Pflicht, für Sicherheit zu sorgen: „Kommt es zu einem Schaden, wird im Zweifel geprüft, wem eine Schuld zuzurechnen ist. Hat der Veranstalter seine Sicherungspflicht verletzt, könnte er haften.“ Wer aber beim unvorsichtigen Sprung unter den Wagen – etwa um Kamelle aufzusammeln – verletzt werde, sei mindestens mitschuldig. „Für alle Beteiligten gilt also: Gut aufpassen und Rücksicht nehmen!“

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