Keime in Badeseen

Verbraucher | Volle Kanne - Keime in Badeseen

An warmen Sommertagen gehört der Sprung in den Badesee einfach dazu. Oft gibt es in solchen Gewässern aber gesundheitsgefährdende Keime, die den Badespaß trüben können.

Beitragslänge:
10 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 01.08.2019, 09:05

An warmen Sommertagen gehört der Sprung in den Badesee oder den nächsten Fluss einfach dazu. Oft gibt es in solchen Gewässern aber gesundheitsgefährdende Keime, die den Badespaß trüben können.

Multiresistente Keime

Vor allem Multiresistente Keime sind eine Gefahr. Das sind Bakterien, die nur gegen bestimmte oder aber gegen alle Antibiotika resistent sind. Das heißt, ihre Vermehrung kann nicht gestoppt werden. Infektionen mit diesen Bakterien können mit den üblichen Antibiotika schwer oder gar nicht behandelt werden.

 Diese Antibiotika-Resistenzen entwickeln sich besonders gerne dort, wo Antibiotika eingesetzt werden: in Kliniken und in der Massentierhaltung. Über das Abwasser und Düngung mit Klärschlamm und Gülle können sie dann in unsere Gewässer geraten.

Folgen einer Infektion

Durch die Tatsache, dass antibiotikaresistente Keime im Wasser vorhanden sind, besteht kein erhöhtes Infektionsrisiko: Multiresistente Keime sind nicht ansteckender als andere. Kommt es zu einer Infektion, dann ist diese allerdings schlecht zu bekämpfen. Wird zum Beispiel viel Wasser verschluckt, dann können sich multiresistente Keime im Darm ansiedeln. Es können dann Durchfallerkrankungen auftreten. Dazu muss die Konzentration der Bakterien allerdings entsprechend hoch sein.

Weiteres Risiko: Blaualgen

Mit steigenden Temperaturen kann es in Badegewässern auch zu einer verstärkten Konzentration von Blaualgen kommen. Das sind Cyanobakterien, die vor allem in Gewässern vorkommen, die reich an Pflanzennährstoffen, also Dünger, sind.

Blaualgen im Strandbad Wannsee in Berlin
Blaualgen im Strandbad Wannsee in Berlin.
Quelle: imago/Schöning

Die Bakterien sondern giftige Stoffe ab, die zu Haut- und Schleimhautreizungen führen können, zu Magen- Darm- und Atemwegserkrankungen. Besonders gefährdet sind alle, die unbeabsichtigt größere Wassermengen verschlucken können: Kinder, ungeübte Wassersportler und Hunde.

Erkennen kann man eine Blaualgenverseuchung an mehreren Faktoren: Zum einen trübt sich das Wasser ein und bildet grünliche Schlieren. Außerdem riecht es nach faulen Eiern, Gülle oder Ammoniak. Informationen über eine mögliche Blaualgenverseuchung kann man aber auch bei den Behörden bekommen.

Zekarien und Amöben

Auch Zekarien und Amöben können für den Menschen gefährlich werden. Zekarien sind die Larven von Saugwürmern. Normalerweise befallen die Parasiten Wasservögel. Steht aber ein Mensch im Wasser, kann es passieren, dass die Larven die Haut durchbohren und darin innerhalb weniger Tage absterben. An der betroffenen Stelle verursachen sie dann Juckreiz und Schwellungen. Auch „Badedermatitis“ genannt. Gefährlich wird das dann aber erst, wenn die Stellen aufgekratzt werden und sich entzünden.

Gefährlicher für den Menschen sind Amöben. Vor allem bei Kontaktlinsenträgern können sie das Augenlicht gefährden, weil sie sich hinter den Kontaktlinsen festsetzen und die Hornhaut angreifen.

Überschaubare Gefahr

Erst wenn Bakterien in großer Konzentration auftreten, dann können sie Menschen krank machen. Insgesamt ist die Gefahr durch Keime und Blaualgen aber überschaubar, sofern man in ausgewiesenen Gewässern baden geht. In Deutschland werden nämlich alle offiziellen Badeseen in der Saison regelmäßig auf ihre Qualität hin überprüft und gegebenenfalls gesperrt.

Über die Seite des Umweltbundesamtes gelangt man zu einer Übersicht über den Zustand der Badegewässer in jedem Bundesland.

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