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Kinderhospizarbeit in Coronazeiten

Laura Schier arbeitet als Kinderkrankenschwester im Bärenherz Kinderhospiz. ‎Sie berichtet von ihrem Arbeitsalltag und was die Coronakrise für sie selbst, das ‎Kinderhospiz und Regelungen wie etwa Tests oder Besuche bedeutet. ‎

5 min
5 min
10.02.2021
10.02.2021
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 10.02.2022

Die Kinderhospizarbeit wird von Palliativstationen in Krankenhäusern geleistet sowie von Hilfswerken und Stiftungen. In Deutschland gibt es 18 stationäre Hospize und drei Tageshospize für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Dazu kommen ambulante Hospizdienste, die sich um die Patienten zu Hause kümmern und Kinder und Eltern bei der Pflege und psychologisch unterstützen.

Der Großteil der Patienten sind sogenannte „Entlastungskinder.“ Sie werden stationär aufgenommen und gepflegt, um den Eltern kurzzeitig Erholung zu ermöglichen und mehr Zeit für eventuelle Geschwisterkinder, die im Alltag oft hinter dem zu pflegenden Kind kommen, zu verchaffen. Außerdem übernehmen die Hospize die Erstanleitung für Eltern und zeigen die entsprechende Pflege und Handhabung.

Hospiz unter Coronabedingungen

Seit Beginn der Corona-Pandemie müssen sich Mitarbeiter und Besucher Coronatests unterziehen. Für alle Mitarbeiter besteht eine ständige Maskenpflicht. Bei Arbeit, für die man dem Kind sehr nahekommt, wie Waschen, Anziehen oder Füttern, müssen die Pfleger einen Schutzkittel und eine FFP2-Maske tragen. Der Kittel darf nur für ein Kind verwendet werden.

Elternbegleitaufenthalte sind in den meisten Hospizen zurzeit nicht möglich, um einen Ausbruch zu vermeiden. Auch Besuche der Kinder während eines Aufenthalts sind vielerorts nicht erlaubt. Dafür wird in vielen Fällen mit Videotelefonie gearbeitet. Ausnahmen werden bei Sterbefällen gemacht, damit sich die engste Familie vom Kind verabschieden kann.

Berechtigung

Kinderhospize pflegen schwerstbehinderte und unheilbar kranke Kinder. Der Aufenthalt wird von den Krankenkassen und der Pflegeversicherung übernommen. Pro Jahr stehen einem Kind 28 Tage Hospizaufenthalt zu, in Härtefällen kann ein Antrag auf Verlängerung gestellt werden. Den Antrag auf den Hospizaufenthalt muss der behandelnde Arzt stellen. Dieser Antrag wird anschließend vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen überprüft. Die Tage müssen nicht am Stück genommen werden, sondern können bei Entlastungsaufenthalten über das Jahr verteilt werden.

Den Aufenthalt für Begleitpersonen übernehmen die Krankenkassen nicht. Dafür nutzen die jeweiligen Hospize oft Spenden und ermöglich damit Eltern und Kindern einen gemeinsamen Erholungsaufenthalt. Oder sie stellen der Familie ein Zimmer bereit, wenn der Tod des Kindes absehbar ist.

Alltag im stationären Kinderhospiz

Der wesentliche Unterschied zwischen einem Hospiz für Erwachsene und einem Kinderhospiz besteht darin, dass die Kinder nicht nur für die letzten Lebenswochen ins Hospiz kommen. Ein Aufenthalt im Kinderhospiz unterscheidet sich deshalb auch von einem Krankenhausaufenthalt. Die Bewohner werden „Gäste“ genannt, es wird viel gelacht und gespielt und auch mit den Kindern geschmust. In den meisten Hospizen gibt es zwischen acht und maximal 16 Plätze, damit auf jedes Kind individuell eingegangen werden kann.

Das Pflegeteam wird durch Ärzte unterstützt, die sich in akuten Krankheitsfällen um die Kinder kümmern. Regelmäßig unternehmen die Pfleger Ausflüge mit den Kindern oder bieten Besuche von Therapietieren oder Clowndoktoren. Pädagogische Angebote und Physiotherapie gehören ebenfalls in vielen Hospizen zum Angebot. Die Eltern und Kinder können die Mahlzeiten selbst bestimmen und bestimmte Lebensmittel mit ins Hospiz bringen, damit sie dort zubereitet werden.

Ambulante Hospize

Ambulante Hospize werden viel durch Ehrenamtliche unterstützt, die Eltern und Kind zu Hause besuchen oder einen Ausflug mit dem Kind machen. Sie werden für Gespräche mit den Eltern ausgebildet und kümmern sich auch um eventuelle Geschwisterkinder.

Hauptamtliche Mitarbeiter beraten die Familien in palliativen Angelegenheiten, vernetzen betroffene Familien untereinander und helfen bei der Suche nach Fachkliniken und Ärzten. Außerdem übernehmen sie die Trauer- und Sterbebegleitung. Die Betreuung und Beratung ist meist kostenfrei. Ehrenamtliche dürfen zurzeit aufgrund der Pandemie die Familien nur mit Härtefallgenehmigung besuchen.

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