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Ein Tag in der Kinderorthopädie

Die Kinderorthopädie unterscheidet sich signifikant von der Orthopädie im Allgemeinen, denn die Patienten sind im Wachstum. Die typischen Fehlstellungen sind andere als bei Erwachsenen, auch die Behandlung folgt eigenen Kriterien.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 18.02.2021

Die Orthopädie beschäftigt sich mit den Problemen des Haltungs - und Bewegungsapparats. Dabei handelt es sich um angeborene und erworbene Schäden. Und zwar vor allem bei Gelenken, Knochen, Bändern, Muskeln oder Sehnen. Das kann ältere Leute betreffen, ebenso Sportler, aber auch ganz junge Patienten, die sich noch im Wachstum befinden. Um die kümmert sich die Kinderorthopädie.

Typische Fehlstellungen

Eine der häufigsten Diagnosen bei Kindern und Jugendlichen ist die Skoliose, also eine Wirbelsäulenverkrümmung. Das bedeutet eine Abweichung der Wirbelsäule vom Lot nach rechts oder links. Ein anderer häufiger Fall: Die Hüftdysplasie, also eine Hüftfehlstellung.

Die Kinderorthopädie beschäftigt sich aber genauso mit den Folgen unterschiedlichster Unfälle von Heranwachsenden. Vor allem geht es dabei um Brüche von Händen, Armen und Beinen.

Skoliose

Ist die Wirbelsäule bei Kindern oder Jugendlichen verkrümmt, müssen diese ein Kunststoffkorsett tragen. Dieses Korsett soll helfen, die wachsenden Knochen in die richtige Richtung zu lenken. Im besten Fall kann die fehlerhafte Abweichung auf diese Weise minimiert werden. Zumindest verhindert sie, dass die Abweichung sich im Wachstum noch vergrößert. Denn plötzlich auftretende Wachstumsschübe können zu einer Verstärkung der Verkrümmung führen.

Ganz entscheidend bei der Behandlung ist, dass die Betroffenen ihr Korsett mindesten 16 Stunden am Tag tragen. Sonst wird kein zufriedenstellender Effekt eintreten. Und: In der Regel muss das Korsett bis zum Ende des Wachstums getragen werden. Alles in allem eine Therapie, die viel Disziplin erfordert. Denn das ständige Tragen des Korsetts ist sehr anstrengend und schränkt die Kinder und Jugendlichen in ihrem Bewegungsdrang im Alltag ein.

Hüftdysplasie

Die am häufigsten angeborene Hüftproblematik ist die Hüftdysplasie. Hierbei wird die Phase des Wachstums in der Behandlung lenkend genutzt - und zwar über eine Schiene oder ebenfalls eine Art Korsett. Je früher solche Fehlstellungen entdeckt werden, desto besser. Denn gerade in den ersten Monaten ist Vieles im Körper am besten formbar, wie zum Beispiel auch die Hüftpfanne.  

Mit einer frühzeitigen Behandlung können so spätere Probleme im Erwachsenenalter vermieden werden. Denn unbehandelt droht das Hüftgelenk schneller zu verschleißen, es kann sich eine Arthrose bilden, die später ein künstliches Hüftgelenk notwendig machen kann. Daher gehört die Ultraschalluntersuchung der Hüfte zu den standardisierten Früherkennungsuntersuchungen bei Säuglingen.

Knochenbrüche

Bei Knochenbrüchen von Kindern und Jugendlichen gilt Ähnliches wie bei Fehlstellungen: Auch hier muss das Wachstum bei der Behandlung berücksichtigt werden. Knochen von Kindern wachsen schneller zusammen als die von Erwachsenen – vor allem weil ihre Knochen stärker durchblutet sind. Aber: Trifft der Bruch eine ungünstige Stelle wie die Wachstumsfuge, die das Längenwachstum der Knochen steuert, drohen Fehlentwicklungen oder gar ein Wachstumsstopp. Daher ist eine genaue Bestimmung der Bruchstelle und eine Überwachung des Heilungsprozesses sehr wichtig.

Das Wachstum kann also manchmal bei der Behandlung durchaus hilfreich – ebenso aber auch schädlich sein. Auf alle Fälle müssen Mediziner es in die Behandlung mit einberechnen.

 

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